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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Konzernchefs sagen Nein
 
„Dann machen wir weiter″
 
Der Aufstieg eines Unternehmens
 
Mitarbeiter haben Angst und Hoffnung
Zwischenüberschrift:
Die großen deutschen Autobauer sehen keinen rettenden Auftrag für Karmann
 
Neu OZ-Interview: Karmann-Chef Peter Harbig über die Krise des Fahrzeubauers
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Countdown läuft. Keine 100 Tage verbleiben dem Nischenfahrzeugbauer Karmann, um die selbst gesetzte Frist zur Verkündigung eines neuen Fahrzeugauftrags noch einhalten zu können. Nur dann soll der Fahrzeugbau am Leben erhalten werden.
Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht jedenfalls bei den deutschen Premiumherstellern, für die Karmann in Osnabrück und Rheine bisher komplette Fahrzeuge produziert hat. Ob beim Sportwagenhersteller Porsche und bei der Nobelkarossen-Schmiede Daimler in Stuttgart, beim VW-Konzern in Wolfsburg oder bei BMW in München: Die Frage unserer Redaktion, ob sich Karmann in naher Zukunft noch Chancen auf einen neuen Auftrag aus ihren Häusern ausrechnen könne, verneinen die Chefs dieser Unternehmen übereinstimmend. Doch von spürbarer Abneigung bis hin zu hoher Wertschätzung für den Auftragsfertiger Karmann fallen die Reaktionen der jeweiligen Vorstandsvorsitzenden recht unterschiedlich aus.
Am meisten Mut macht dem seit Jahren vergeblich auf einen neuen Großauftrag wartenden Cabriospezialisten aus Osnabrück BMW-Chef Norbert Reithofer. Wir haben eine sehr gute Geschäftsbeziehung mit Karmann. Neben Fahrzeugentwicklungsumfängen und Presswerkzeugen liefert das Unternehmen das Dachsystem für das BMW-1er-Cabrio, das in diesem Frühjahr in den Märkten eingeführt wird. Auch wenn wir im Moment keinen Bedarf für die Produktion eines Gesamtfahrzeugs haben, kommt Karmann auch zukünftig grundsätzlich als Lieferant hierfür infrage″, sagte der Münchner Topmanager vor wenigen Tagen unserer Zeitung.
Einen Hoffnungsschimmer sieht auch Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, beim langjährigen VW-Partner Karmann für neue Fahrzeugaufträge. Allerdings seien solche Aufträge seines Konzerns derzeit nicht in Sicht. Entsprechende Projekte wären sonst schon bekannt, sagte der VW-Chef kürzlich in Wolfsburg unserer Zeitung. Ein Aus für den Fahrzeugbau in Osnabrück und Rheine würde er bedauern, doch sei es für Volkswagen und Audi wirtschaftlicher, zunächst die eigenen Werke auszulasten. Zum Thema Karmann gebe es zwar noch Gespräche, aber große Hoffnung kann ich nicht machen″, fügte der VW-Chef hinzu.
Dass der VW-Vorstand bei der Entscheidung über die Fremdvergabe von Fahrzeugaufträgen überhaupt freie Hand hätte, muss bezweifelt werden. Denn auch aus Sicht des größten VW-Aktionärs Porsche rechnet sich die Fertigung von Nischenfahrzeugen wie Cabriolets in den konzerneigenen Fabriken besser, solange diese nicht voll ausgelastet sind. Ganz offen sprach Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der letzten Bilanzpressekonferenz zudem davon, dass die Atmosphäre zwischen seinem Unternehmen und Karmann nicht toll″ sei. Er bezog sich dabei offenbar auf einen alten Rechtsstreit mit den Osnabrückern, bei dem es um das Porsche-Modell Boxster ging.
Dieter Zetsche als einer der namhaftesten deutschen Automanager weiß die Fähigkeiten Karmanns im Fahrzeugbau zu schätzen. Als sich Ende der 90er Jahre die Lieferzeiten für das auch bei Karmann gebaute neue Mercedes-CLK-Cabrio auf bis zu eineinhalb Jahre verlängerten, gab der damalige Vertriebs- und heutige Konzernchef der Daimler AG eine Aufstockung der Produktion bekannt. Zuvor hatte das Unternehmen aus Osnabrück für den Mercedes-Roadster SLK das weltweit erste Faltdach aus Stahl entwickelt.
Karmann sei weiterhin ein wichtiger Zulieferer, aber heute funktioniere das Geschäftsmodell als Auftragsfertiger kompletter Autos nicht mehr, sagte Zetsche vor wenigen Wochen unserer Zeitung in Stuttgart. Die großen Hersteller können ihre eigenen Kapazitäten effizienter nutzen und seien mittlerweile in der Lage, auch kleinere Stückzahlen von Nischenfahrzeugen selbst wirtschaftlich zu produzieren. Mercedes-Benz hatte bereits 2004 über eine Eigenfertigung der nächsten CLK-Generation entschieden und die Geschäftsführung von Karmann darüber informiert. Bleiben neue Aufträge aus, wäre das CLK-Cabrio denn auch dasjenige Auto, mit dessen Produktionsauslauf Ende 2009 die über 100-jährige Geschichte von Karmann als Fahrzeugbauer zu Ende gehen würde. Bis zum Frühjahr 2009 und damit einige Monate län- ger als ursprünglich vorgesehen läuft im Werk Rheine noch die aktuelle Version des Audi-A4-Cabriolets vom Band.

Bildtexte:
Dieser und viele andere Autos entstanden bei Karmann: das CLK-Cabrio von Mercedes.
Enfach elegant: Das Adler-2-Liter-Cabrio gehört wohl zu den schönsten Autos überhaupt.
Eine rollede Legende: Das Karmann-Ghia-Coupé wurde von 1955 bis 1974 in Osnabrück gebaut.
Familienauto: Der VW Golf Variant kam zwischenzeitlich auch aus den Werkstätten der Osnabrücker Autobauer.
Rollte vor sieben Jahrzehnten über die Straßen: Der Adler 2, 5 Liter wurde von 1937 bis 1940 in Osnabrück gebaut.
Der Sportwagen: Das Audi-80-Cabrio wurde bei Karmann gebaut und ist noch heute im Straßenverkehr ein Hingucker.
Elegant und sportlich: Das Audi-A4-Cabriolet wird noch bis zum Frühjahr 2009 im Karmann-Werk Rheine gefertigt.
Den kennt jeder: Das beliebte VW-Käfer-Cabrio baute Karmann von 1949 bis 1980.
Zielgruppe junge Fahrer: Der VW Scirocco ll gehört zu den Erfolgsmodellen von Karmann.
Nobles Erscheinungsbild: Das CLK-Coupé kommt auch aus dem Haus der Osnabrücker Fahrzeugbauer.
Dieter Zetsche (Mercedes)
Wendelin Wiedeking (Porsche)
Norbert Reithofer (BMW)
Martin Winterkorn (Volkswagen)

Autobauer mit Tradition
Seit mehr als hundert Jahren werden Autos bei Karmann in Osnabrück gefertigt. Im Jahr 1932 bauten rund 150 Mitarbeiter täglich 16 Adler-Primus-Cabriolets. 1939 waren bereits 800 Mitarbeiter bei Karmann beschäftigt. Sie fertigten pro Tag bis zu 65 Karosserien. Im vergangenen Jahr baute Karmann fast 42 000 Autos in seinen Werkshallen, 48 000 Autos waren es im Jahr 2006.

Osnabrück. Karmann will seinen Fahrzeugbau schließen, wenn bis zum 30. Juni kein neuer Auftrag eingegangen sein sollte. Die Neue OZ hat mit Karmann-Chef Peter Harbig über Gegenwart und Zukunft des Osnabrücker Traditionsunternehmens gesprochen.
Herr Harbig, ist der rettende Auftrag für den Fahrzeugbau in Sicht?
Ich werde diese Frage nicht beantworten. Ich möchte nämlich vermeiden, dass unsere Mitarbeiter wieder ein Hoch und Tief der Gefühle durchleben. Wir sind aktuell in Gesprächen mit mehr als einem Automobilkonzern und haben bis zum 30. Juni berechtigte Hoffnungen, doch noch einen Auftrag zu bekommen.

Warum ist der 30. Juni so wichtig?
Wir brauchen für die Entwicklung eines Fahrzeugs bis zum Start der Produktion mindestens 24 Monate Zeit. Das letzte Fahrzeug, der Mercedes CLK, läuft in Osnabrück Ende 2009 vom Band. Wir hätten dann also mindestens ein Jahr Leerlauf, in dem wir keine Arbeit für unsere Beschäftigten haben. Diesen Zeitraum von etwas mehr als einem Jahr könnten wir noch mit anderen Arbeiten überbrücken. Länger geht das nicht.

Ist Karmann in der Krise?
Nein. Das Unternehmen steht auf vier Säulen: Der technischen Entwicklung, dem Dachsystembau, dem Betriebsmittelbau und eben dem Fahrzeugbau. Nur der Fahrzeugbau schwächelt. Mit den anderen drei Bereichen sind wir recht gut zufrieden.

Gibt es neben Porsche, Medercedes, Volkswagen und BMW weitere mögliche Auftraggeber für Karmann?
Ja. Wir reden nämlich nicht nur mit den deutschen Automobilkonzernen. Näher möchte ich aber darauf nicht eingehen.

Wie geht´s weiter bei Karmann, wenn es keinen Fahrzeugbau mehr geben sollte?
Relativ einfach: Dann machen wir weiter mit Karmann ohne Fahrzeugbau. Karmann hat weltweit 6500 Beschäftigte, davon 3500 in Osnabrück. Lediglich 720 arbeiten dort im Fahrzeugbau. Wir werden auch ohne den Fahrzeugbau ein Unternehmen mit vergleichsweise vielen Mitarbeitern sein.

Warum bekommt Karmann erstmals seit 100 Jahren keinen Auftrag mehr für den Fahrzeugbau?
Der Fahrzeugbau hat generell eine strukturelles Problem: Die großen Autokonzernen können mittlerweile auch kleinere Baureihen in den eigene Werken fertigen, ohne sie an Dritte wie uns zu vergeben. Dadurch fehlen uns Aufträge. Der Fahrzeugbau war in der gesamten Geschichte von Karmann ein ständiges Auf und Ab. Und die Auftragskrise betrifft eben nur den diesen Bereich. Bei den Dachsystemen werden wir die Stückzahlen bis zum Jahr 2012 nahezu verdoppeln.

Wie würde sich das Ende des Fahrzeugbaus auf das Gesamtunternehmen auswirken?
Bevor ich in der Öffentlichkeit Zahlen nenne, bespreche ich die die erstmal mit unseren Mitarbeitern. Ich werde auch nicht vor dem 1. Juli über Zahlen reden, weil ich nicht den Eindruck vermitteln möchte, dass wir schon aufgegeben haben. Karmann wird definitiv auch ohne den Fahrzeugbau weiterxisterien könne. Ich werde nicht 3000 Beschäftigte aufs Spiel setzen, nur weil wir keinen Fahrzeugbau mehr haben.

Was meinen Sie damit?
Bei Karmann werden auch künftig noch Fahrzeuge entwickelt. Ob sie auch hier gebaut werden, steht in den Sternen. Osnabrück wird aber auf jeden Fall einer der Hauptstandorte des Unternehmens bleiben. Das erkennen Sie schon daran, dass die Entwicklungsabteilung mit mehr als 600 Beschäftigten hier ihren Sitz hat.

Das hört sich an, als hätten Sie den Fahrzeugbau schon abgeschrieben?
Nein. Als Unternehmer muss ich aber auch auf den Fall vorbereitet sein, dass kein Auftrag kommt. Nur so vorbereitet können wir auch im schlechtesten Fall möglichst viele Mitarbeiter im Unternehmen halten.

Erwarten Sie, dass ausländische Autokonzerne jetzt bei Karmann einsteigen?
(lacht) Ich finde es gut, dass wir mit aus- und inländischen Investoren reden. Das zeigt mir, dass unser Unternehmen attraktiv ist.

Haben Sie bereits Gespräche geführt?
Das werde ich nicht sagen. Auch nicht, wenn es so wäre. Natürlich versuchen wir alles, den Standort hier zu retten. Uns nutzt allerdings kein Investor, wenn er hier keine Fahrzeug baut. Uns geht es hier um die Arebeitskräfte.

Was heißt das?
Unsere Mitarbeiter haben Anspruch auf eine gewisse Planungsicherheit. Auch wenn das bedeutet, dass wir offen sagen, dass wir derzeit keinen Auftrag haben.

Wie sieht Karmann in zehn Jahren aus?
Das Unternehmen kann auch in zehn Jahren noch ein attraktiver Partner für die Automobilindustrie sein. Nicht nur als Ideenschmiede. Wir haben uns in unserer technischen Entwicklung den Ruf erarbeitet, als einer der Wenigen komplette Fahrzeuge entwickeln zu können. Wir werden in diesem Bereich wachsen. Ich sehe weiterhin einen Karmann-Unternehmensverbund, zu dem in Zukunft vielleicht noch die eine odere andere Tochter dazukommen wird.

Im Landtagswahlkampf ist viel über Karmann diskutiert und jede Menge Hoffnung geschürt worden. Von wem sind sie jetzt am meisten enttäuscht?
Von keinem. Ich bin Realist. Und weil ich das bin, weiß ich, dass wir uns in der jetzigen Situation nur selbst helfen können.

Bildtext:
" Wir reden nicht nur mit den deutschen Automobilkonzernen", sagt Peter Harbig, Sprecher der Geschäftsführung von Karmann.

Die große Krise

Der Fahrzeugbau bei Karmann ist in der größten Krise seiner mehr als 100-jährigen Geschichte. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wer sich aber nüchtern mit der Situation auseinandersetzt, wird feststellen, dass weniger als drei Monate vor dem selbst gesetzten Stichtag 30. Juni kein Auftrag in Sicht ist. Der traditionsreichen Geschichte des Fahrzeugbaus in Osnabrück droht damit das Ende. Das wäre sehr viel schlimmer als nur der Verlust einer einzelnen Geschäftssparte eines ansonsten erfolgreichen Wirtschaftsunternehmens. Mit den Autos von Karmann ist auch der Name der Stadt Osnabrück in die Welt gerollt. Karmann Osnabrück″ ist ein Qualitätssiegel. Darauf ist die ganze Stadt stolz. Und jetzt soll bald alles vorbei sein?
Nicht unbedingt. Denn die Galgenfrist ist länger als genannt. Sollte es der Geschäftsführung gelingen, einen Auftrag zum Bau eines bereits fertiggeplanten Autos zu bekommen, entfiele die zeitraubende Entwicklungszeit. Der Auftrag käme dann noch Ende dieses Jahres rechtzeitig.
Und wenn dieser Auftrag doch nicht kommt: Das Unternehmen Karmann wird weiter existieren. Längst macht der Fahrzeugbau nicht mehr den größten Teil des Umsatzes aus. Auch wenn man mit Karmann überall in Deutschland gute Autos verbindet und weniger Dachkonstruktionen für Cabrios.
Die nächsten Wochen zwischen Hoffen und Bangen werden für das Unternehmen nicht einfach sein. Aber am Ende wird eine unumkehrbare Entscheidung stehen: für oder gegen den Gesamt-Fahrzeugbau. Dann werden die Karmänner den Blick nach vorne richten und sich bewusst werden müssen, dass sie immer noch Teil eines erfolgreichen Unternehmens sind. Und dass alle Voraussetzungen gegeben sind, die Erfolgsgeschichte von Karmann in Osnabrück fortzuschreiben auch ohne selbst gebaute Autos.

Osnabrück. Die Geschichte des Autobauers Karmann reicht über hundert Jahre zurück: Im Jahr 1901 übernahm der Stellmacher Wilhelm Karmann aus Krefeld die Osnabrücker Wagenfabrik Christian Klages. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte produzierte die Firma Fahrzeuge für Ford, Adler, Volkswagen, Porsche, BMW, Opel, Audi, Chrysler und Mercedes-Benz. Heute macht die Karmann-Gruppe einen Jahresumsatz von rund 1, 9 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit 6500 Mitarbeiter. Unter anderem mit Standorten in Brasilien, USA, Mexiko, Großbritannien und Polen. Im Jahr 2007 baute Karmann knapp 42 000 Gesamtfahrzeuge, 165 000 Dachmodule und 37 000 Rohbaumodule. Allein vom Scirocco I und II wurden 1974 bis 1992 fast 800 000 Autos gebaut.

Osnabrück. Der Betriebsrat von Karmann hatte gestern zu einer Betriebsversammlung geladen. Die Neue OZ sprach danach mit dem Betriebsrats-Vorsitzenden Wolfram Smolinski.

Herr Smolinski, was haben die Karmänner während der Betriebsversammlung Neues erfahren?
Es war eine turnusmäßige Betriebsversammlung. Im Mittelpunkt des Interesses stand natürlich die Zukunft unseres Fahrzeugbaus. Dort ist die Situation unverändert. Wir hoffen weiter auf den rettenden Auftrag.

Wie viel Hoffnung gibt es noch unter den Beschäftigten, dass der Fa hrzeugbau erhalten bleibt?
Mit fortschreitender Zeit schwindet immer mehr bei den Beschäftigten die Hoffnung auf einen möglichen Anschlussauftrag. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Außerdem ist eine Wilhelm Karmann GmbH ohne Fahrzeugbau für die Beschäftigten gar nicht vorstellbar.

Wie ist die Stimmung im Betrieb?
Die Stimmung ist seit Monaten geprägt von Furcht und Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, gepaart mit der Hoffnung, ein möglicher Auftrag könnte noch rechtzeitig vor dem ultimativen Datum 30. Juni den Fortbestand des Fahrzeugbaus sichern.

Was wäre das Traditionsunternehmen Karmann ohne den Fahrzeugbau?
Es wäre nicht mehr das Traditionsunternehmen nach bisherigem Zuschnitt. Die Fertigung eines Gesamtfahrzeuges hat einen hohen Indentifikationswert bei unseren Mitarbeitern. Ein Produkt, das einen Namen hat und hinter dem man mit Mann und Maus steht und auf das man stolz ist. In der Branche weiterhin alsCabriospezialist zu gelten würde deutlich schwerer fallen.

Karmann hat in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Mitarbeiter abgebaut. Welche Chancen bieten sich den Karmann-Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt?
Allgemein besitzen Karmann-Beschäftigte eine hohe Qualifikation, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist. Abzuleiten sind solche Einschätzungen durch die guten Ergebnisse der von uns eingeschalteten Transfergesellschaft, die im ersten Jahr ihres Bestehens über 70 Prozent der Betroffenen in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln konnte. Sicherlich gibt es aber konjunkturelle Gesichtspunkte, die diese Chancen stark beeinflussen. Noch boomt um uns herum die Metall- und Elektrobranche.
Autor:
Norbert Meyer, Stefan Prinz


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