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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
„Das Auto ist da, wir müssen mit ihm umgehen″
Zwischenüberschrift:
Mobilitäts- und Zukunftsforscher Stephan Rammler ist heute beim Forum „Mobile Zukunft″ zu Gast
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Auto an sich hält er für eine gute Erfindung, aber die Wucht von 46 Millionen Pkw findet er erdrückend. Der Mobilitäts- und Zukunftsforscher Stephan Rammler ist heute um 19.30 Uhr Gast im Forum Mobile Zukunft″, das im Projektbüro Berliner Platz 1 stattfindet.

Warum der Mobilitätswandel nicht Verzicht, sondern Bereicherung ist...″ So heißt das Thema des Professors für Transportation, Design & Social Sciences an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Im ehemaligen Matratzengeschäft wird er sich gemeinsam mit Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes und Stadtbaurat Frank Otte den Fragen der Teilnehmer stellen. Der 1968 geborene Rammler ist überzeugt, dass die Städte nicht mehr funktionieren können, wenn noch mehr Autos in die Straßen und Wohnviertel drängen.

Es gebe keine hieb- und stichfeste Begründung dafür, Autobesitzern mehr öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen als zum Beispiel Fahrradbesitzern, sagt er. Heute scheitere die Auto-Mobilität an ihrer eigenen Masse. Ein Ausweg sei, die Nutzungseffizienz der Pkw-Flotte zu erhöhen, etwa mit Car-Sharing.

Aber, so konstatiert Rammler, das Auto ist da. Wir müssen mit ihm umgehen.″ Hilfreich sei die Erkenntnis, dass sich die Lebensqualität überall dort erhöhe, wo städtische Räume ohne Dieselgestank und Blechlawinen wieder erlebbar würden.

Im Fahrrad sieht der Wissenschaftler eines der wichtigsten Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts″, und er glaubt, dass ein weiterer technologischer Schub den Radverkehr noch beflügeln wird. 40 bis 50 Prozent Anteil am Modal-Split (an den zurückgelegten Wegen) wie in Kopenhagen seien machbar. Das funktioniere aber nur mit einer konsensorientierten Verkehrspolitik, die auch den Mut habe, dem Autoverkehr Schranken zu setzen.

Rammler weiß, dass Osnabrück als Stadt mit starker Umland-Beziehung Pendler anzieht. Er hat Verständnis dafür, dass Menschen aus der Region auf freie Fahrt pochen. An diesem Punkt könne eine Politik der zwei Geschwindigkeiten für Stadt und Land sinnvoll sein.

Als Mobilitätsforscher will Rammler Vorbild sein, reist mit Bus und Bahn, verkneift sich Flüge, fährt Rad und nutzt bei Bedarf einen elektrischen VW Up. In den Urlaub fährt Familie Rammler mit der Bahn. Und nach Osnabrück geht′s natürlich auch mit dem Zug.

Mobile Zukunft″ ist eine Initiative der Stadt und der Stadtwerke mit dem Ziel, Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zur Diskussion einzuladen. Obwohl die Veranstalter auch die Anhänger des motorisierten Individualverkehrs einbinden wollten, blieben die dem Forum bislang fern. Vielleicht, so hofft Rammler, wird das heute ja einmal anders. Gerade für eingefleischte Autofahrer gebe es noch viel Neues zu erkunden.

Bildtext:
Fährt Bahn: Stephan Rammler ist heute in Osnabrück.

Foto:
Nicola Uphaus
Autor:
rll


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