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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Ehrenamt wird es nicht dauerhaft richten können
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Verwahrlosen die Friedhöfe? Beispiel Atter: Ehrenamtliche sollen Service-Betrieb unterstützen″ und dem Kommentar Zu einfach″ von Wilfried Hinichs (Ausgabe vom 29. Dezember).

Friedhöfe scheinen, landauf, landab, zu einem Dauerbrenner in der journalistischen Berichterstattung geworden zu sein. Die Pflegesituation auf den Friedhöfen in Osnabrück ist so, wie es Axel Raue vom Osnabrücker Servicebetrieb treffend darstellt weniger Personal bedeutet auch weniger Pflegeleistung.

Erschwerend kommt hinzu, dass neben geringeren Einnahmen durch vermehrte Urnenbestattung auch noch unzählige große Bestattungsflächen komplett oder teilweise zurückgegeben werden und zur Pflege an den Friedhofsträger übergehen. Auf vielen Friedhöfen entsteht so ein Flickenteppich aus kleinen Flächen, die nur mit erhöhtem Personalaufwand in einem ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden können.

Ehrenamtliches Engagement ist zwar reflexartig eine scheinbar adäquate Problemlösung, aber mal ehrlich, wen kann man dauerhaft hierfür aktivieren?

Machen wir uns nichts vor, wenn die Friedhöfe nicht dauerhaft mit hohen Zuschüssen aus Steuergeldern subventioniert werden sollen, sind Gebührenerhöhungen unausweichlich. Offensichtlich hat der Verfasser des Artikels die richtige Lösung des Problems, nämlich ein , langfristiges und tief greifendes Friedhofskonzept, mit deutlich weniger Bestattungsflächen′. Aber die meisten Erweiterungs- und Reserveflächen für Friedhöfe sind in unserem Land längst umgewidmet worden, und bestehende Friedhöfe kann man nicht von heute auf morgen schließen wie einen unrentablen Gewerbebetrieb. So ein Vorgang dauert mehrere Jahrzehnte, und so lange muss nun mal die Pflege sichergestellt werden, von wem auch immer.″

Andreas Hehmann

Osnabrück

Ja, die Friedhöfe in Osnabrück verwahrlosen. […] Bereits seit Jahren engagieren sich Bürger, Friedhofsgärtnereien etc. für den Heger Friedhof, damit der Ruheort wieder vorzeigbar wird.

Leider zeigte der Servicebetrieb wenig Interesse, sich der Kritik anzunehmen. Dem Wunsch an die Politik in 2015, sich die Brennpunkte auf dem Heger Friedhof vor Ort anzusehen, folgten nur drei Ratsmitglieder. Versprechungen vor Ort, dass sich etwas ändert, wurden nicht eingehalten. […]

Die Leitung des Servicebetriebes hat [...] wieder einmal angegeben, dass durch die Personalreduzierungen in den vergangenen Jahren auch künftig kein höherer Pflegestandard möglich sein wird, da die veränderte Bestattungskultur (mehr Urnenbeisetzungen) zur Verschärfung der Situation auf den Friedhöfen beigetragen hat. Auch der Verkauf von Friedhofsflächen wird gerne erwähnt, klappt jedoch seit Jahrzehnten nicht.

Die Leitung muss sich endlich andere Argumentationen einfallen lassen. Als Leiter eines Betriebs ist es wichtig, durch organisatorische Maßnahmen kurz- und langfristig eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit herbeizuführen. Gräber anzubieten, die vom , Normalbürger′ nicht zu bezahlen sind, ist der falsche Weg.

Der Vorschlag, Ehrenamtliche einzusetzen, um die ärgsten Missstände zu beseitigen, wird das Problem nicht lösen. Herr Hinrichs [...] hat recht, wenn er schreibt, dass das Ehrenamt es mal wieder richten soll und Oberbürgermeister und Servicebetrieb es sich ein bisschen zu einfach machen. Ich frage mich auch, wie viele Ehrenamtliche eingesetzt werden müssten. Das wird sicherlich eine Mammutaufgabe, an der die Verwaltung wieder einmal scheitern wird.

Selbst die Dienstwohnung auf dem Heger Friedhof wurde nach circa zwölf Jahren immer noch nicht einer befriedigenden Nutzung zugeführt. Die leeren Räume des sanierten Gebäudes werden regelmäßig in den Wintermonaten geheizt. Welch eine Verschwendung von Steuergeldern! Wie ist eigentlich der Sachstand im Werksausschuss, der sich bereits seit 2006 mit der Materie befasst? Ich hoffe, dass im Jahr 2018 endlich wieder positive Entwicklungen auf den Friedhöfen sichtbar werden.″

Uwe Kistermann

Lotte

Bildtext:
Der Friedhof in Atter ist der kleinste der Osnabrücker Friedhöfe. Er besteht seit 1913.
Foto:
Wilfried Hinrichs
Autor:
Andreas Hehmann, Uwe Kistermann


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