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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Flohmarkt trotz Verbots am Sonntag
 
Am Sonntag Flohmarkt trotz Verbots
Zwischenüberschrift:
Veranstalter will die Einnahmen spenden – Secondhand-Mode für Frauen in der Halle Gartlage
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Für zig gewerbliche Sonntagsflohmärkte in Niedersachsen bedeutet ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg das Aus. Veranstalter Hans-Eckhard Nahrwold geht konstruktiv mit dem Problem um: Wenn gewerbliche Märkte ab jetzt unzulässig sind, veranstaltet er eben einen gemeinnützigen. Und so können Besucher am kommenden Sonntag, 7. Januar, in der Halle Gartlage ab 9 Uhr bei einem Secondhand-Markt von Frauen für Frauen weiter feilschen wie früher. Nahrwold hat für das neue Konzept die gemeinnützige GmbH DHD-Märkte hilft Kindern″ gegründet. Alle Einnahmen aus den Standgebühren und Eintrittsgeldern will der 66-Jährige spenden und zwar zugunsten von Kindern in Osnabrück. Die Zukunft anderer Märkte in der Hasestadt bleibt derweil offen.

Trotz eines Gerichtsurteils, das für zig gewerbliche Sonntagsflohmärkte in Niedersachsen das Aus bedeutet, findet am Sonntag, 7. Januar, ab 9 Uhr in der Halle Gartlage der übliche Secondhand-Modemarkt für Frauen statt. Der Trick: Der Veranstalter will seine Einnahmen spenden.

Osnabrück. Dadurch wird aus der einst gewerblichen Veranstaltung eine gemeinnützige, und die Stadt sagt: Wir gehen von der Gemeinnützigkeit aus und werden die Genehmigung erteilen″, so Sandra Solf, Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat im April 2017 gewerbliche Floh- und Trödelmärkte in Niedersachsen an Sonn- und Feiertagen für unzulässig erklärt. Die meisten Städte und Gemeinden erteilen deshalb 2018 keine Genehmigungen mehr.

Hans-Eckhard Nahrwold macht das Beste aus der neuen Rechtslage. Seit 25 Jahren veranstaltet der 66-Jährige mit seiner Firma DHD-Märkte Floh- und Trödelmärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seit 1993 regelmäßig in Osnabrück in der Halle Gartlage. Die meisten finden samstags statt, einige jedoch auch sonntags, etwa der Secondhand-Modemarkt von Frauen für Frauen.

Nahrwold geht in diesem Jahr in Rente und hat nun eine gemeinnützige GmbH namens DHD hilft Kindern″ gegründet, mit der er weiterhin Sonntagsmärkte durchführt. Er will die Einnahmen, die er aus Standgebühren und Eintrittspreisen generiert, an Einrichtungen vor Ort spenden, die sich für Kinder einsetzen. Durch ein neues Logo soll für Händler und Besucher des Marktes klar erkennbar sein, dass es sich um eine gemeinnützige Veranstaltung handelt, außerdem dürfe nur von privat an privat verkauft werden. Wir sind im Prinzip nur Platzhalter″, sagt Nahrwold mit Blick auf eine eventuelle Gesetzesänderung, die künftig gewerbliche Sonntagströdelmärkte wieder ermöglichen könnte. 2, 50 Euro kostet der Eintritt, die Standgebühr beträgt 30 Euro für drei Meter. Das Beste ist doch, dass das Geld in Osnabrück bleibt″, sagt
er.

Unsicherheit bleibt

Und was wird aus all den anderen Veranstaltern, die sonntags regelmäßig Floh- und Trödelmärkte auf den Parkplätzen der großen Supermärkte organisiert haben? Sie müssen weiter bangen. Die FDP-Fraktion im Landtag hat einen Entwurf zur Änderung des niedersächsischen Feiertagsgesetzes eingebracht, um gewerbliche Flohmärkte sonntags zu ermöglichen doch bis zu einer Entscheidung können noch Monate vergehen.

Wir haben noch nichts schriftlich abgelehnt und stehen weiter mit den Veranstaltern in Kontakt″, sagt Fachbereichsleiterin Sandra Solf für Osnabrück.

Betroffen ist auch der Kunsthandwerkermarkt des Büros Grawe und Osterbrink, der regelmäßig Besucherscharen in die Halle Gartlage lockt. Das Büro bewirbt bereits den nächsten Markt, der am 18. Februar dort stattfinden soll einem Sonntag. Noch hat die Stadt nicht Nein gesagt, aber auch nicht Ja. Wir werden kurzfristig einen Gesprächstermin mit den Veranstaltern vereinbaren, um Bedingungen abzuklären″, sagt Solf. Wie sehe es etwa mit der Verlegung auf einen Samstag aus?

Solfs Kollegen in der Nachbargemeinde Wallenhorst haben bereits entschieden: Auch dort ist der Kunsthandwerkermarkt seit Jahren etabliert und findet regelmäßig in der Haselandhalle Hollage statt. Die Beschicker kämen von weither, sagt Rüdiger Mittmann, Fachbereichleiter Bürgerservice und Soziales in Wallenhorst. Das hat mit Hobbymarkt nichts mehr zu tun.″ Der Markt sei nach den Kriterien der OVG-Entscheidung klar gewerblich. Der ursprünglich für den 11. Februar terminierte Markt fällt in Hollage deshalb aus. Stattdessen findet er im Schulzentrum in Westerkappeln statt in Nordrhein-Westfalen gelten andere Gesetze. Äußern wollten sich die Veranstalter auf Anfrage unserer Redaktion nicht dazu.

Offen bleibt außerdem die Zukunft des Flohmarkts am Moskaubad, der immer im Frühjahr und im Herbst von den Stadtwerken organisiert wird und Tausende Besucher lockt. Die Verantwortlichen haben trotzdem schon die Termine festgelegt: Wenn es nach ihnen geht, findet der Markt am 22. April und 16. Oktober statt.

Mehr zum Thema auf noz.de/ os

Bildtext:
Offen ist noch, ob am 18. Februar in Osnabrück der beliebte Kunsthandwerkermarkt stattfinden darf.
Foto:
Archiv: Elvira Parton

Kommentar
Veranstalter müssen Unsicherheit ausbaden

Die Gerichtsentscheidung zu gewerblichen Sonntagsflohmärkten bringt die niedersächsischen Städte und Gemeinden kräftig in die Bredouille. Was ist gewerblich, was nicht? Was darf genehmigt werden?

Die Stadt Osnabrück hat immer noch nicht entschieden, wie sie mit dem Problem umgehen soll und längst stehen Termine für die nächsten Märkte im Raum. Die Verantwortlichen im Stadthaus spielen offensichtlich auf Zeit. Das ist in gewisser Weise sogar nachvollziehbar. Die Sonntagsmärkte sind beliebt, und ohne sie wäre die Flohmarktlandschaft in der Hasestadt erheblich ärmer. Vor allem aber hat die Landtags-FDP einen Entwurf zur Änderung des niedersächsischen Feiertagsgesetzes eingebracht. Wann und ob der Vorstoß Erfolg hat, ist jedoch noch völlig offen. Die Politiker in Hannover sollten sich lieber beeilen. Denn für die Flohmarktveranstalter geht es um die Existenz . Sie sind diejenigen, die die derzeitige Unsicherheit ausbaden müssen. Nicht jeder hat den Luxus wie Hans-Eckhard Nahrwold, in der Übergangszeit gemeinnützige Märkte veranstalten zu können, um die Kunden bei der Stange zu halten, bis wieder Rechtssicherheit herrscht. Nahrwolds Idee ist schlau, aber keine Lösung für die, die von den Märkten leben.
Autor:
Sandra Dorn


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