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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bei Bombenfunden behalten sie die Übersicht
Zwischenüberschrift:
Osnabrück bundesweit voraus: Software ersetzt Hunderte Aktenordner
Artikel:
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Originaltext:
Der Fachdienst Geodaten der Stadt Osnabrück hat eine Computeranwendung entwickelt, die alle Daten im Falle eines Blindgängerfundes bündelt. Statt ungezählte Aktenordner zu sichten, reicht ein Blick in das Programm. Das ist bundesweit einmalig.

Osnabrück. Bis vor drei Jahren mussten Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleister Ordnung und Gewerbe und zuständig für Bombenräumungen, und seine Kollegen nach dem Fund eines möglichen Bombenblindgängers ungezählte Aktenberge wälzen, sich auf ungenaue Karten verlassen und zahlreiche Anrufe tätigen, bis sie die wichtigsten Infos zusammen- und Vorbereitungen getroffen hatten.

Inzwischen hat Wiethäuper die wichtigsten Infos auf seinem Tablet. Dort könne er den Evakuierungsradius einzeichnen und umgehend sehen, wie viele Menschen davon betroffen wären, teilte die Stadt mit. Bei der möglichen Bombenräumung am 7. Januar 2018 könnten es 16 500 sein, sofern sich der Verdacht eines Blindgängers unter einer Eisenbahnbrücke an der Straße An der Petersburg″ bestätigt. Das Team des Fachdienstes Geodaten entwickelte die Anwendung im Jahr 2015. Sie verknüpft Daten, die bei einer Bombenräumung nötig sind. In dieser Form gebe es das in keiner anderen Kommune.

Im Stadtgebiet Osnabrück werden immer noch sehr viele Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet und wiederholt auf Baustellen gefunden. Mehr als 150 Aktenordner beherbergten vor 2015 die Informationen über die rund 3000 Bombenverdachtspunkte im Stadtgebiet. Das Kartenmaterial war höchst ungenau. Die städtische Fachabteilung, die sich mit der Bombenräumung beschäftigt, hatte immer wieder Probleme, alle nötigen Daten zusammenzustellen.

Vor der Einführung der Evakuierungssoftware hatten wir weder einen genauen Überblick über die Verteilung der Bombenverdachtspunkte, noch konnten wir das umfassende Datenmaterial in dringenden Fällen genau sichten. Wir brauchten oft sechs bis acht Wochen, um eine Bombenräumung vorzubereiten″, wird Wiethäuper in der Mitteilung zitiert. Gerade bei zufälligen Bombenfunden sei das ein Problem gewesen. Da müssen wir zeitnah reagieren. Seit der Einführung der neuen Software benötigen wir höchstens eine Stunde, bis alle Informationen ausgewertet sind, ein Evakuierungszentrum benannt ist und alle betroffenen Adressen ermittelt sind egal, ob wir die Bombenräumung lange planen können oder spontan handeln müssen″, so Wiethäuper.

Wie viele Handzettel?

Mit der Anwendung ist es möglich, einen Bombenfund umfangreich zu dokumentieren und alle folgenden Arbeitsschritte zu optimieren. Wenn der Radius von in der Regel einem Kilometer um einen Bombenfund gezogen ist, weiß Wiethäuper nicht nur, für wie viele Menschen er Handzettel drucken lassen muss; er weiß ferner, wie viele Senioren von einer Evakuierung betroffen wären, die Hilfe benötigen können, und wie viele Menschen den Zettel aufgrund einer anderen Nationalität womöglich nicht lesen können. Den Stadtwerken und anderen Unternehmen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück kann Wiethäuper präzise mitteilen, welche Bushaltestellen sie während der Evakuierung nicht anfahren können.

Alle Infos zu vergangenen Bombenräumungen auf www.noz.de/ bombe

Bildtext:
Jürgen Wiethäuper schaut mit Alice Kemmeries vom Fachdienst Geodaten auf eine Karte, die die Vorbereitung auf eine Bombenräumung erleichtert.
Foto:
Stadt Osnabrück/ Simon Vonstein
Autor:
pm


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