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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Damit es besser wird, brauchen wir weniger Autos in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Bald Tempo 30 auf Hauptstraßen? (Ausgabe vom 25. November) und Die Fakten zum Tempo-30-Versuch″ (Ausgabe vom 7. Dezember).

Ich bin Radfahrer (meistens), Fußgänger (oft) und Autofahrer (selten). Im Stau zu stehen nervt, und deshalb bin ich für den Tempo-30-Versuch.

Am 8. Dezember bin ich beispielsweise um circa 17.30 Uhr aus der Wüste über die Martinistraße und den Heger-Tor-Wall zur Liebigstraße gefahren. Obwohl es ganz passabel lief, zeigte mein Wagen am Ziel eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/ h an. Selbst ein erlaubtes Tempo 100 hätte das nicht verbessert. Wenn aber der Verkehr mit Tempo 30 insgesamt flüssiger läuft, wäre tatsächlich was gewonnen. Das Experiment klingt jedenfalls lohnenswert.

Darüber hinaus gilt: Das Leben in der Stadt wird nicht erträglicher, wenn wir Autos noch mehr Platz einräumen. Den gibt es nämlich einfach nicht. Damit es besser wird, brauchen wir also weniger Autos in der Stadt, und das geht nur mit einem besseren ÖPNV und mehr Radverkehr. Damit mehr Menschen auf das Rad umsteigen, brauchen Radfahrer dringend mehr Platz in der Stadt. Den darf man aber nicht wieder den Fußgängern wegnehmen, so wie man das früher gemacht hat: Mit einem Pinselstrich den Bürgersteig teilen, und fertig ist der Radweg. Permanente Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern sind unausweichlich.

Radwege müssen so sein, dass man darauf auch wirklich schnell fahren kann und direkt zum Ziel kommt. Mit der Zunahme von E-Bikes wird das ein wichtiger Schlüssel sein. Den Platz dafür wird man auch den Autofahrern nehmen müssen.

Als Autofahrer im Stau zu stehen und bei anderen gerne bei Planern und Politikern die Schuld zu suchen ist leicht. Aber man muss sich auch mal an die eigene Nase fassen. Was kann ich anders machen, um nicht permanent im Stau zu stehen? Zu anderen Zeiten fahren? Auf Rad oder E-Bike umsteigen? Fahrgemeinschaften finden? Mit dem Bus fahren? Bei kurzen Distanzen zu Fuß gehen? Mobilität im Kopf kann auch helfen, den Stau zu umgehen.

Als Radfahrer habe ich bisweilen mit Regen und Gegenwind zu tun. Stau kenne ich nicht. Parkplatzsuche? Ich fahre direkt bis vor die Tür! Obendrein hält mich das Radfahren körperlich fit, und das einfach auf dem Weg zur Arbeit. Mit keinem Pendler in einem noch so schicken Wagen möchte ich tauschen. […]″

Ralf Brand

Osnabrück

Bereits überlastete Hauptverkehrsstraßen durch Tempo 30 dem möglicherweise drohenden Verkehrsinfarkt auszuliefern widerspricht jeder verkehrsplanerischen Vernunft! Zumindest hätten die Auswirkungen solch weitreichender und zudem zeitlich lang befristeter Eingriffe zunächst per Computersimulation geprüft werden müssen, ehe sie ohne ausreichende Entscheidungsgrundlage im Stadtrat einfach durchgewinkt werden. Dass für derartig einschneidende Maßnahmen eine Bürgerbefragung nicht in Betracht gezogen wird, offenbart die typische Obsession hypermoralisierender Ökofundamentalisten und Anti-Motoristen, anders denkende Menschen zu ihrem Glück zwingen zu wollen. Demokratisch gewählte Bürgervertreter sollten jedoch den mehrheitlichen Bürgerwillen zunächst ergründen und dann auch respektieren!

Reimer Thiessen

Belm

Warum wurde der Tempo- 30-Versuch am Petersburger Wall bereits erfolglos eingestellt? Trotz überwiegender Studienlage gegen , Tempo 30′ auf Hauptverkehrsachsen (da höhere Emissionen, keine für das menschliche Ohr zu unterscheidende Lärmverbesserung, keine deutliche Reduktion der Unfallzahlen, aber deutliche Kapazitätsabnahme der Straßen durch Reduktion auf Tempo 30) wird die Bewerbung zu diesem Feldversuch auf dem Schlosswall/ Johannistorwall aus rein politischen Gründen durchgesetzt.

Zunehmendes Verkehrschaos, steigende Emissionen, weitere Verluste im Einzelhandel und Personalkosten (für die Auswertung des Versuchs) werden somit folgen und zu ertragen sein, um ideologische Vorstellungen zu erzwingen. Werden auch diesmal wie am Neumarkt oder an der Bramscher Straße Bäume gefällt werden müssen, um grünliche Ökofantasien durchzusetzen? Nach der Neumarktsperrung werden die Wallbewohner somit erneut zu unfreiwilligen Versuchsteilnehmern eines von vornherein wie in anderen Städten zum Scheitern verurteilten Feldversuches gemacht!

Steffen und Christina Boom-Grüner

Osnabrück

Bildtext:
Auf der Martinistraße könnte nach dem Willen der Osnabrücker Ratsmehrheit bald Tempo 30 gelten.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Ralf Brand, Reimer Thiessen, Steffen Boomer-Grüner, Christina Boom-Grüner


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