User Online: 1 | Timeout: 22:40Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Inklusion wird nicht sinnvoll umgesetzt
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Inklusion, u. a. zum Leserbrief von Dr. med. Christoph Hilsberg Inklusionsschulen gehören abgeschafft″ (Ausgabe vom 25. November).

Da in der NOZ seit Wochen das Thema Inklusion die Gemüter bewegt und aus verschiedenen Blickwinkeln mit wehr oder weniger Sachkenntnis beziehungsweise eigenem Erfahrungsschatz beleuchtet wird, möchte ich mich jetzt aus der Sicht einer langjährigen Grundschullehrerin zu Wort melden.

Sehr irritiert hat mich die Überschrift des Leserbriefes von Herrn Dr. Hilsberg , Inklusionsschulen gehören abgeschafft′. Der Begriff , Inklusionsschule′ ergibt keinen Sinn, denn seit der Unterzeichnung der UN-Menschenrechtscharta ist jede Schule verpflichtet, auch Schüler/- innen mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf zu unterrichten. […]

Leider wird in der schulpolitischen Diskussion in Deutschland dieses System von Ausgrenzung und Selektion immer noch viel zu wenig infrage gestellt und alle Reformversuche, die Abhilfe schaffen wollen (Stichwort: längeres gemeinsames Lernen, Abschaffung der Noten etc.) als Gleichmacherei, Kuschelpädagogik und Ähnliches verunglimpft.

Solange hier nicht ein grundsätzliches Umdenken erfolgt, wird natürlich auch Inklusion im schulischen Kontext nicht nachhaltig und wirklich sinnvoll umgesetzt. […] Leider gibt es an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel immer noch Klassengrößen mit 29 Kindern, und zwar Klassen, die wesentlich heterogener sind als die von Herrn Hilsberg beschriebene.

In unseren Klassen sind Kinder mit verschiedenen Förderbedarfen, Kinder ohne oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen, Kinder aus prekären und/ oder sehr bildungsfernen familiären Verhältnissen und natürlich auch Kinder, die gute Lernvoraussetzungen mitbringen. Sie alle aber haben etwas gemeinsam: Sie wollen Freude am Lernen haben und ihr Potenzial ausschöpfen.

Die Kollegen/ Kolleginnen an den Grundschulen leisten viel mit Herz und Engagement, um dieses Ziel zu erreichen, geraten aber immer wieder an die Grenzen des Systems. […] Um Missverständnissen vorzubeugen: In bestimmten Fällen von schwerer Beeinträchtigung kann auch eine Förderschule für ein Kind das Richtige sein. Deshalb halte ich auch nichts davon, diese Schulen, die fraglos wertvolle Arbeit leisten, einfach abzuschaffen.″

Magdalena Dassau

Osnabrück
Autor:
Magdalena Dassau


Anfang der Liste Ende der Liste