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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schüler sammeln 10 000 Plastiktüten
 
10 000 Plastiktüten gesammelt
Zwischenüberschrift:
Klimabotschafter-AG der Ursulaschule zieht erfolgreiche Drei-Jahres-Bilanz
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Seit drei Jahren engagiert sich die Klimabotschafter-AG der Ursulaschule für ihr Projekt Plastiktütenfreies Osnabrück″. Die Schüler haben mehr als 10 000 Plastiktüten gesammelt und 100 Geschäfte dazu gebracht, diese Tüten nicht mehr anzubieten.

Ein Ziel verfehlen und trotzdem sehr erfolgreich sein: Wie das geht, haben Klimabotschafter der Ursulaschule mit ihrem Megaprojekt Plastiktütenfreies Osnabrück″ gezeigt. Nach drei Jahren zogen sie jetzt Bilanz.

Osnabrück. Sie haben monstermäßige Mülltonnen gebastelt, mehr als 10 000 Plastiktüten gesammelt und in umweltfreundliche, stabile Taschen verwandelt. Sie haben 15 000 Baumwollbeutel produziert und viele davon verteilt. Sie haben 100 Geschäfte dazu gebracht, Kunden keine Plastiktüten mehr anzubieten. Sie haben Kunstaktionen veranstaltet, Infostände aufgebaut, Unterstützer gewonnen und Gelder eingeworben. Und es so geschafft, ihre Klimabotschaft in den Köpfen der Osnabrücker zu verankern: Plastiktüten schaden der Umwelt. Sie vergrößern die Müllberge, werden als riesige Müllteppiche im Meer zur tödlichen Falle für Tiere und landen über die Nahrungskette in unserem Essen.

Wer jetzt noch denkt, dass die Ursulaschüler nicht erfolgreich waren, nur weil sie ihr ursprüngliches Ziel verfehlt haben, Osnabrück bis Ende 2017 komplett von Plastiktüten zu befreien, der hat etwas nicht verstanden.

Drei Jahre lang engagierten sich die jungen Gymnasiasten um ihren Lehrer Tobias Romberg für ein Projekt, das mit der Zeit immer größer wurde. So groß, dass sogar die Bingo-Umweltstiftung einstieg und eine Teilzeitstelle zur Koordination des Vorhabens finanzierte. Sergej Friesen übernahm diese Aufgabe. Auch er war bei der großen Abschlussveranstaltung am Dienstag kurz auf der Bühne der Lagerhalle zu sehen wie viele andere, die sich konsequent für ein plastiktütenfreies Osnabrück eingesetzt haben. So sprach Dorothea Steiner, ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen und an diesem Abend als Bingo-Botschafterin vor Ort, Worte des Lobes. Um am Ende mit Blick auf den Koordinatorposten sogar eine Zusage zu geben: Das werden wir schon hinkriegen, auch eine Fortsetzung des Projekts zu unterstützen.″

Osnabrücker SPD-Politiker Tiemo Wölken, als EU-Parlamentarier stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, erläuterte Oberbürgermeister und Projektschirmherr Wolfgang Griesert (CDU), wie wichtig das Engagement jedes Einzelnen für den Schutz unseres Planeten ist: Ihr leistet mit eurem unermüdlichen Einsatz unheimlich Großes.″

Gabriele Pohlmann von der Möwe erläuterte, wie Ehrenamtliche aus ausrangierten Oberhemden der Lokalprominenz schöne und praktische Baumwollbeutel fertigen. Außerdem wurde das 100. Geschäft vorgestellt, das auf einen plastiktütenfreien Verkauf baut: die Firma Schäffer. Ab sofort gebe es dort nur noch Plastiktüten gegen einen Pfand sowie Papiertüten für Notfälle, erklärte Geschäftsführer Tobias Schonebeck. Während des Weihnachtsgeschäfts sollen allerdings noch große Plastiktüten für Spielzeug und andere sperrige Gegenstände ausgegeben werden. Ein Konzept, das auch anderen Läden zum Vorbild gereichen könnte.

Ein Dokumentarfilm, den die Ursulaschüler gemeinsam mit dem Künstler Henning Lichtenberg erstellt haben, rundete die von Emma Weglage, Jona Abt und Lehrer Romberg moderierte Abschlussfeier ab. Weil viele aus dem Team jetzt Abitur machen, geht das Projekt Plastikfreies Osnabrück″ in eine neue Runde mit jüngeren Klimabotschaftern. Sie gaben an dem Abend bereits eine Kostprobe mit einer Theateraktion.

Bildtext:
Pfui Plastiktüte! 10 000 Stück dieser umweltschädlichen Kunststoffbeutel sammelten die Klimabotschafter der Ursulaschule in den vergangenen drei Jahren in Osnabrück ein und leisteten darüber hinaus jede Menge Überzeugungsarbeit.

Foto:
André Havergo
Autor:
mlb


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