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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Märchenhafter Advent
Zwischenüberschrift:
Weihnachtsschmuck in der Hasestraße in den 1960er-Jahren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Hauch von Schnee bedeckte die Hausdächer an der Hasestraße, als NOZ-Fotograf Walter Fricke vor etwa 50 Jahren diesen Schnappschuss machte. Seine Absicht war vermutlich, die vorweihnachtlichen Dekorationen festzuhalten.

Osnabrück. Vergleichbar etwa mit heutigen Anleihen aus den Star Wars″-Filmen wie Darth Vader oder Luke Skywalker waren damals Figuren aus der Märchenwelt sehr beliebt, auch wenn das damit werbende Geschäft Kindern in seinem Sortiment gar nichts bieten konnte.

Hier hatte es dem Fotografen wohl die Bilddarstellung aus dem Grimm-Märchen Schneeweißchen und Rosenrot″ angetan, die die nicht sehr ansehnliche Seitenwand des Haushaltswaren-Geschäfts Wilhelm Johannes zierte. Den meisten Kindern wird die Szene vertraut gewesen sein, wie die beiden Schwestern dem Zwerg helfen, seinen eingeklemmten Bart aus dem Baumspalt zu befreien. Der Baumspalt ist hier gut zu erkennen, wenn auch der Zwerg teils von einem Adventskranz verdeckt wird, der an einem Ausleger baumelt.

Der Leuchtkasten darüber mit VEL…″ weist nicht etwa auf Veltins-Bier hin, sondern auf die in den Sechzigern sehr beliebten Velosolex-Mofas mit dem legendären Reibrollen-Antrieb. Diese und andere Zweiräder verkaufte Lothar Anschütz in der Hasestraße 34.

Unterhalb des Märchenbildes an der Fassade der heutigen Hausbrauerei Rampendahl erkennen wir den Arkadengang, der sich auch heute noch vor den Gaststätten und Geschäften Hasestraße 35 bis 40 von der Jakobstraße bis zum Markt erstreckt. Damals war der Durchgang viel schmaler, weil zur Straße hin eine Galerie von Vitrinen angeordnet war.

Beim Haushaltswarengeschäft Johannes warten Rodelschlitten darauf, dass es mal wieder richtig Winter wird. Hinter Johannes folgten in dem Laubengang die Dom-Drogerie von Hubert Meier, Brigitte-Moden und August Hammersen, das leistungsstarke Textil-Fachgeschäft″.

Auf der anderen Straßenseite grüßen links oben in der Ecke die Domtürme. Wegen des höher gezogenen Neubaus Hasestraße 41a/ 42 sind sie heute aus gleichem Blickwinkel verdeckt. Vor dem Neubau konnte man auch noch den Nordgiebel des spätgotischen Steinwerks Hasestraße 41 sehen. In diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert, das älter ist als die Bischöfliche Kanzlei rechts daneben, verkaufte damals August Hasenkamp Papier, Schreibwaren und, bei der Nähe zum Dombezirk nicht überraschend, Devotionalien. Als späte Nachfolger von August Hasenkamp restaurierten Schlossermeister Heinrich Schliehe und Sohn Jürgen das Haus 1990. Jürgen Schliehe richtete 1992 darin seine Goldschmiede″ ein, seine Frau Ulrike Kerber betreibt hier ihr Büro für Innenarchitektur.

Die doppelläufige Treppe, der dreiachsige Mittelrisalit und der Zier-Dreiecksgiebel mit den bekrönenden Vasen sind seit 1785 die Kennzeichen der Bischöflichen Kanzlei. Der klassizistische Sandsteinbau war damals Regierungssitz des Fürstbischofs, also Zentrum der geistlichen und der weltlichen Macht. Seit 1896 dient er dem Bistum als Sitz des Bischöflichen Generalvikariats.

Heute arbeiten in den zehn Abteilungen der Diözesanverwaltung knapp 300 Personen. An der Spitze steht Generalvikar Theo Paul als Vertreter des Bischofs. Besonders viel Publikumsverkehr erlebt die Kanzlei immer zur Zeit des Weihnachtsmarkts. Im Treppensockel führt eine Tür in den Gewölbekeller. Hier verkaufen die Malteser Glühwein, Apfelpunsch und Schmalzbrote. 80 Ehrenamtler sorgen im Wechsel für die Bewirtung. Die Erlöse gehen in diesem Jahr an die Litauenhilfe der Diözese.

Bildtext:
Original Osnabrücker Schmuddelwetter beherrscht den Voradvent 2017. Weihnachtsmarktbeschicker und - besucher (im Hintergrund auf dem Domhof) hoffen auf Frost mit leichter Schneeauflage.

Schneeweißchen und Rosenrot verbreiten in den 1960er-Jahren Adventsstimmung in der Hasestraße. Der Blick geht von der Einmündung der Jakobstraße schräg hinüber zur Bischöflichen Kanzlei.

Foto:
Joachim Dierks, Rolf Fricke/ Walter Fricke
Autor:
Joachim Dierks


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