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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Sachverstand
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur aktuellen Diskussion über Artensterben und Massentierhaltung, u. a. zum Artikeln Die vergessenen Schweine″ (Ausgabe vom 16. November).

Als praktizierender Landwirt möchte ich in dieser Diskussion dringend mehr Wissenschaftlichkeit und den Einsatz von nüchternem Sachverstand anmahnen. Als negativ werden in vielen Leserbriefen regelmäßig die Punkte Pflanzenschutzmitteleinsatz, Massentierhaltung, Maisanbau, Überdüngung etc. empfunden. [...] Die Lösung aller vermeintlichen Probleme lautet dann immer: , flächendeckende Biolandwirtschaft′. Ich habe große Hochachtung vor meinen Berufskollegen, die den oftmals steinigen Weg einer Umstellung auf ökologische Landwirtschaft gegangen sind. Es sollte aber allgemein nicht so dargestellt werden, dass Biolandwirtschaft umweltschonender oder die Produkte per se gesünder sind. Es ist schlicht eine andere Bewirtschaftungsform. Wissenschaftler der Universität Stanford haben das 2012 eindeutig bestätigt! In dieser Diskussion wird leider immer vergessen, dass wir global gesehen bei allen wichtigen Agrarprodukten keine großen Reserven haben. (Auch 2017 steigt zum Beispiel der Getreideverbrauch schneller als die Erzeugung.) Auch wird vergessen, dass wir in einigen Jahren zehn Milliarden Menschen mit auch noch gestiegenen Ernährungsansprüchen weltweit zu versorgen haben. Ebenso haben wir einen ständigen Flächenschwund durch Infrastrukturmaßnahmen, Baugebiete etc. Gutes Ackerland ist weltweit knapp! Da flächendeckende Biolandwirtschaft im Hochertragsland Deutschland oder gar europaweit innerhalb kürzester Zeit zu Ertragseinbrüchen von plus/ minus 50 Prozent mit auch noch schlechteren Verarbeitungsqualitäten führen würde, müsste das dann durch verstärkte Einfuhren ausgeglichen werden. Da man aber gleichzeitig globalisierungskritisch ist und regionale Produkte möchte, verbieten sich natürlich Einfuhren. [...] Mir scheint, Umweltverbände, diverse NGOs und die Grünen nehmen heute die gleiche Rolle ein, die die Kirche in früheren Jahrhunderten gespielt hat: Unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Umweltfreundlichkeit (Religiosität) ist man fortschrittsfeindlich, kritikresistent und verbreitet Apokalypse-Szenarien!

Volker Niemeyer

Bohmte
Autor:
Volker Niemeyer


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