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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Entarteter″ Fleischkonsum
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Die vergessenen Schweine″ (Ausgabe vom 16. November).

Die aufgedeckten Missstände der von der NOZ veröffentlichten Studie zeigen deutlich die geringe Wertschätzung unserer Gesellschaft gegenüber Nutztieren. War es in der Vergangenheit noch teilweise notwendig, sich zum eigenen physischen Überleben von Fleisch zu ernähren, so beruht der Fleischkonsum in der heutigen Zeit lediglich auf Genuss. Studien belegen, dass der Fleischkonsum für eine ausgewogene Ernährung nicht notwendig ist und man benötigte Proteine und Vitamine durch alternative tierische sowie pflanzliche Erzeugnisse aufnehmen kann. Besonders aufgrund der heutigen Produktvielfalt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich ausgewogen zu ernähren, ohne auf fleischhaltige Produkte zurückgreifen zu müssen.

Die recherchierten Zahlen von Herrn Fisser dokumentieren den extremen Konsum von Fleisch: Im Durchschnitt isst jeder Deutsche etwa 36 Kilogramm Schweinefleisch im Jahr, Produkte anderer Tierarten nicht mit eingerechnet. Das liegt bereits jenseits der Referenz von 600 Gramm Fleisch pro Kopf je Woche, die der Verbraucherzentrale zufolge als gesundheitlich tolerierbar eingestuft wird. Dabei wird vergessen, wie wertvoll Fleisch und das Lebewesen dahinter ist. Denn das Tier wird nicht mehr als würdiges Lebewesen, sondern als kommerzielles Produkt zur Gewinnmaximierung angesehen. Das Überangebot, das in Supermärkten herrscht, ist dabei bestes Beispiel, dass es lohnenswerter ist, Fleischprodukte zu ent-
sorgen, als das Risiko einzugehen, dass Ware ausverkauft sein könnte. Somit
untergräbt der finanzielle Wert den ethischen von Fleisch.

Darüber hinaus wird neben dem Gesundheits- und Tierwohlaspekt auch das Klima negativ beeinflusst. Dabei leidet nicht nur das Tier unter den Zuständen der Massentierhaltung, denn diese produziert weltweit mehr Klimagase als alle Flugzeuge, Autos und Schiffe zusammengenommen. Es wird dringend Zeit, den entarteten Fleischkonsum der heutigen Gesellschaft für unsere Umwelt, Gesundheit und ethischen Grundsätze neu zu justieren.″

Ann-Sophie Hötzel

Osnabrück

Bildtext:
Überangebot an Fleisch gibt es, nach Meinung unserer Leserin, in den Supermärkten.

Foto: dpa
Autor:
Ann-Sophie Hötzel


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