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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Herderstraße 22: Eingreifen gefordert
Zwischenüberschrift:
Bürgerverein schreibt offenen Brief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Bürgerverein Katharinenviertel hat die Stadt dazu aufgefordert, bei dem verwahrlosten Haus an der Herderstraße 22 tätig zu werden. In einem offenen Brief wendet sich der Verein an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

Der Artikel unserer Redaktion über das leer stehende Haus an der Herderstraße vom 9. November hat viele Reaktionen von Lesern hervorgerufen: Unzählige Mails, Briefe und Kommentare sind eingegangen.

Nun hat sich auch der Bürgerverein Katharinenviertel geäußert. In dem offenen Brief, der unserer Redaktion vorliegt, fordert der Verein, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen. Außerdem will der Verein, dass die Stadt das Haus übernimmt, um Wohnraum für Bedürftige zu schaffen.

Die derzeitige Besitzerin lässt das Haus seit bald 20 Jahren leer stehen und verwahrlosen eine weitere Verhöhnung der einstigen Erbauer″, schreibt der Verein.

Die Mitglieder haben bisher keine Reaktion aus dem Rathaus erhalten. Dafür sei es aber auch noch zu früh, sagt Hartmut Böhm, Vorstandsmitglied des Vereins. Der Brief ist heute bei uns angekommen, und wir werden ihn zeitnah beantworten″, versichert Gerhard Meyering vom städtischen Pressebüro.

Das Haus gehörte einst der jüdischen Unternehmerfamilie Flatauer. 1929 ließen sie es erbauen. Am 9. Juni 1939 wurde von den Nationalsozialisten die Zwangsversteigerung des Wohnhauses angeordnet. Ein Landwirt aus dem Osnabrücker Südkreis kaufte es im Zuge der sogenannten Arisierung″ ein Begriff, der von den Nazis geprägt wurde.

Um Juden nach und nach aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen, war es unter den Nationalsozialisten üblich, diese zu enteignen oder sie zur scheinbar freiwilligen″ Aufgabe ihrer Immobilien, Besitztümer und Geschäfte zu zwingen.

Meist ging dieses Vorhaben recht formell vonstatten und wurde als ordnungsgemäßer Verkauf an einen neuen Eigentümer inszeniert. So gibt es oftmals wie auch im Fall des Hauses an der Osnabrücker Herderstraße offizielle und bis heute rechtsgültige Kaufverträge.

Bildtext:
Der Verein Katharinenviertel will, dass die Stadt das Haus an der Herderstraße 22 vor dem Verfall bewahrt.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
kp


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