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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Osnabrücker Wohnidylle in Zukunft in den grünen Lungen der vielen Wohnhauskarrees?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
man spricht darüber

In den Häusern des Wohnkarrees Lotter Straße - Herderstraße - Augustenburger Straße - Uhlandstraße ist es seit einigen Tagen unter den Hausbesitzern und Mietern unruhig geworden. Ein vorerst noch kleiner Kreis von Anliegern hat sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, um ein ihnen zufällig bekannt gewordenes Bauvorhaben zu verhindern. Der von den Häusern der vier genannten Straßen umschlossene Hinterhof-Kleingartenbereich soll zum Baugebiet werden und etwa 16 zweigeschossige Häuser aufnehmen.
Diese im Bebauungplan 106 ausgewiesene Veränderung ist die Fortsetzung eines Planes, der bereits Anfang der 60er Jahre schon einmal bestand. Damal ging es noch um Bungalows, die man im Innenkarree zu bauen gedachte, jetzt sind es, wenn die Anlieger richtig gehört haben, mehrgeschossige Wohnhäuser in Reihenhausform.
Die Anlieger wollen gegen dieses Vorhaben Sturm Laufen. Sie halten es für von der Sache her unerträglich, daß dort, wo in einem Innehof eigendlich Grünflächen sein sollen, nun plötzlich Wohnungen gebaut werden. Sie halten das Innenkarree für eine grüne Lunge, die keineswegs beschnitten werden darf. Sie wissen zwar, daß dieses Karree kleingärtnerisch kaum noch genutzt wird, aber sie meinen, daß man dort vieles machen könnte, nur eines nicht, Wohnhäuser bauen.
Die Interessengemeinschaft wird sich in den nächsten Tagen an alle Anlieger ihres Wohngebietes wenden, um sie um eine Unterschrift unter eine Eingabe an die Stadt Osnabrück zu bitten. In dieser Eingabe werden sich die Anlieger, wie schon in einem Schreiben aus dem Jahre 1962, gegen die Bebauung des Innenkarrees ihres Wohngebietes aussprechen. Die Anlieger werden aber sicherlich auch darau aufmerksam machen, daß sich die Luftverschmutzung durch Kraftfahrzeuge im Raum der vier Anliegerstraßen seit 1962 vervielfachte. Sie werden daran erinnern, daß es heute allen Kindern, die in ihren Häusern wohnen, unmöglich ist, auf den stark belebten Straßen zu spielen. Die Anlieger wehren sich dagegen, daß dort, wo sie das Grün der Natur sehen möchten, demnächst Häuser stehen, aus deren Schornsteinen Abgase aufsteigen, die dann in die rückwärtigen Fenster ihrer Wohnungen dringen, so wie es von den Straßenseiten her für sie zur Gewohnheit wurde.
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft, die sich voller Ernst gegen die vorgesehene Bebauung nach dem Bebauungsplan 106 wenden, haben jedoch auch Gegenvorschläge zur Hand. Sie meinen, man müsse überlegen, ob man ihren Innenhof in der Nachbarschaft nicht besser und sinnvoller nützen kann, als sie bis zum letzten Quadratmeter mit Wohnungen vollzupacken. So könnten sich die Mitglieder der Intereseengemeinschaft vorstellen, daß in den Innenhöfen Grünanlagen geschaffen werden, in denen man recht geschickt Spielplätze, Kindergärten oder Altenbegegnungsstätten einrichtet.
Kinderspielplätze in den Innenhöfen vieler Osnabrücker Wohngebiete einzurichten, das scheint mir tatsächlich ein Vorschlag zu sein, mit dem sich der Rat der Stadt einmal beschäftigen sollte. Dort, wo viele Familien auf engem Raum zusammenleben, müssen in der Zukunft noch mehr als heute Spielplätze geschaffen werden. Hier wäre ein Weg dazu. Der Bebauungsplan 106, der von der Uhlandstraße her eine Stichstraße in eine Innenhofbebauung vorsieht, ist sicherlich kein gutes Beispiel. Nachahmungen in anderen Stadtteilen könnten verhängnisvoll werden.
Autor:
Hans Wolfgang Kindervater


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