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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum keine Alt-Kennzeichen?
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Gefühl der Unsicherheit steigt″ (Ausgabe vom 11. November).

WTL oder BSB beziehungsweise MEL, warum eigentlich nicht? Geht man dieser Frage nach, dann reibt man sich verwundert die Augen: Mittlerweile sind im ganzen Bundesgebiet mehr als 300 Alt-Kennzeichen (!) wieder aktiviert worden.

In allen Flächenbundesländern hat die bereits 2012 erfolgte Kennzeichenliberalisierung dazu geführt, dass Regionalkennzeichen wieder von den Kraftfahrzeughaltern gewählt werden können und vermehrt im Straßenbild auftauchen. Zum Beispiel haben in NRW bereits 19 Kreise diese Möglichkeit eröffnet. Immerhin sind es in Niedersachsen bislang sieben Kreise; so kann zum Beispiel im Kreis Aurich auch das Kennzeichen NOR (Altkreis Norden) gewählt werden. Ermöglicht wurde die Kennzeichenliberalisierung durch eine Verordnung des Bundes (in Kraft seit 1. November 2012) mit ausdrücklicher Zustimmung der Bundesländer und der meisten kommunalen Spitzenverbände. Vorteile wurden gesehen für den Imagegewinn, die Steigerung der überregionalen Bekanntheit, für bessere Chancen für Tourismus und Gewerbeansiedlung und vor allem für die Verbesserung der Identifikation der Bürger mit ihrer Region.

Ausgelöst wurde die Reform durch eine in den Jahren 2010 bis 2012 erfolgte Untersuchung der Hochschule Heilbronn, die über 50 000 Personen in etwa 200 ehemaligen Kreisstädten befragte. Das Ergebnis war mehr als eindeutig: 72 Prozent aller Befragten hatten sich positiv geäußert, nur 13 Prozent waren dagegen. Besonders fiel auf, dass gerade Jüngere sehr für diese Wahlmöglichkeit votierten.

Vor diesem Hintergrund fragt man sich, warum der Landkreis Osnabrück den Bürgern in den Altkreisen Melle, Wittlage und Bersenbrück diese Wahlfreiheit bislang verwehrt. Ein einfacher Antrag über Hannover an den Bundesminister für Verkehr reicht aus, um endlich auch hier diese Wahlfreiheit einzuräumen. Das Ministerium prüft lediglich, ob die Buchstabenkombination ein Alt-Kennzeichen ist und ob nicht sittliche Erwägungen (Buchstabenkombinationen, die geschichtlich belastet sind) dem entgegenstehen. Ich bin mir sehr sicher, dass nicht nur , Eingesessene′ die Einführung der Regionalkennzeichen MEL, WTL und BSB geradezu euphorisch begrüßen würden. Es wäre zugleich auch ein geschickter Schachzug , der Politik′, der allzu oft anzutreffenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken und Nähe zum Bürger und dessen Wünschen zu demonstrieren.

Neben der Stadt Melle und der Gemeinde Bad Essen haben sich auch Heimatorganisationen, wie zum Beispiel der Heimatbund Osnabrücker Land, dazu positiv geäußert. Also warum eigentlich nicht?

Karl-Heinz Führen

Bad Essen
Autor:
Karl-Heinz Führen


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