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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tarifstrategie der Stadtwerke geht auf
 
Neue Bustickets schlagen ein
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke Osnabrück gewinnen mit doppelter Tarifstrategie viele Fahrgäste hinzu
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Wie klappt′s eigentlich mit all den neuen Busfahrkarten in Osnabrück? Knapp ein Jahr nach Umsetzung einer veränderten Tarifstrategie meldet der kommunale Verkehrsbetrieb erste Erfolge. Die aktuellen Auswertungen der neuen Produktangebote zeigen eine positive Entwicklung″, sagt Maik Blome, bei den Osnabrücker Stadtwerken verantwortlich für Marketing und Vertrieb im Bereich Mobilitätsangebot. Offenbar gelingt es tatsächlich, mit Neuerungen wie Kurzstreckenticket und Jobticket, Familien-Tagesticket und 63plus-Abo viele Fahrgäste zu gewinnen. Auch das im November lancierte Handyticket sei vielversprechend angelaufen, so Blome weiter. Binnen einer Woche hätten sich 1090 Kunden für die Handyticket-Nutzung registriert. Verkaufsschlager sei das Monatsticket.

Kurzstreckenticket und Jobticket, Familien-Tagesticket und 63plus-Abo, zuletzt das Handyticket: Der Osnabrücker Verkehrsbetrieb hat in diesem Jahr sein Fahrscheinangebot an vielen Stellen erneuert. Offenbar mit Erfolg: Die Stadtwerke melden Kundenzuwächse.

Osnabrück. Mit einer doppelten Tarifstrategie analog und digital sind die Stadtwerke Osnabrück 2017 gezielt auf Kundenfang gegangen. Im ersten Schritt wurden zum 1. Januar eine Reihe neuer Busfahrkarten eingeführt. Sie sollen vor allem ältere Menschen, Familien und Paare sowie Kurzstreckennutzer ansprechen.

Im zweiten Schritt der Tarifstrategie führten die Stadtwerke dann zum 1. November das Handyticket ein. Es gilt als Initialzündung für die schrittweise Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs in Osnabrück. Unsere Redaktion wollte wissen: Wie klappt′s denn eigentlich mit all den neuen Fahrscheinen? Die aktuellen Auswertungen der neuen Produktangebote zeigen eine positive Entwicklung″, sagt Maik Blome, bei den Stadtwerken verantwortlich für Marketing und Vertrieb im Bereich Mobilitätsangebot.

63plus-Abo: Das Angebot richtet sich an Fahrgäste, die 63 Jahre und älter sind. Für 30 Euro im Monat sind sie durchgängig mit dem Bus mobil. Blome: Das 63plus-Abo ist gut angenommen worden.″ Wie erwartet, seien viele Bestandskunden aus anderen Abo-Segmenten in das neue Produkt gewechselt. Außerdem konnten bisher etwa 1000 Kunden hinzugewonnen werden, die vorher kein Abo hatten.

Jobticket: Mit diesem Spezialtarif (früher Firmenabo) können Arbeitnehmer schon ab 29, 90 Euro im Monat Bus fahren so günstig wie mit keinem anderen Abonnement. Grund dafür ist die seit Anfang 2017 verpflichtende Kostenbeteiligung der Arbeitgeber. So leisten alle Unternehmen, die einen Neuvertrag über das Jobticket abschließen, einen Eigenanteil von monatlich 10 Euro pro Stück. Mit Umstellung des Jobticket-Modells konnten bereits zehn Unternehmen neu gewonnen werden″, stellt Blome fest. Insgesamt seien es aktuell 34. Und die Menge der teilnehmenden Mitarbeiter habe im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zugelegt. Den Stadtwerken reicht das aber nicht: Aus unserer Sicht ist noch erhebliches Potenzial in Osnabrück vorhanden, wie uns zahlreiche Gespräche mit interessierten Firmen zeigen.″

Kurzstreckenticket: Um diesen Fahrschein hatte es Ende 2016 besonders viel Wirbel in der Öffentlichkeit gegeben, weil er die Citykarte ablöste, welche Busfahrten innerhalb des Wallrings (einschließlich Hauptbahnhof) für nur 1 Euro ermöglichte. Das Kurzstreckenticket kostet 1, 50 Euro, gilt aber im gesamten Stadtbusnetz (Osnabrück/ Belm) für Fahrten zwischen maximal fünf Haltestellen (einschließlich Einstiegshaltestelle). „ Das Kurzstreckenticket wird von unseren Kunden sehr gut angenommen″, bilanziert Blome. Die monatlichen Verkaufszahlen hätten sich gegenüber der früheren Citykarte mehr als verdreifacht wobei sie innerhalb des Wallrings konstant geblieben seien.

Familien-Tagesticket: Dieser neue Tarif hat eine Lücke im Sortiment der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) geschlossen. Er soll Familien in der gesamten VOS-Region dazu bringen, das eigene Auto stehen zu lassen und stattdessen den ÖPNV zu nutzen. 6, 60 Euro (als Handyticket) bzw. 6, 90 Euro kostet der Fahrschein im Stadtbusnetz. Für diesen Preis können zwei Erwachsene sowie alle familienangehörigen Kinder bis 14 Jahre einen Tag lang beliebig oft Bus fahren egal an welchem Wochentag. Stadtwerke-Vertriebschef Blome: Im Vergleich zur vorherigen Familien-Wochenendkarte haben sich die Verkaufszahlen um den Faktor sechs und die Umsatzzahlen um den Faktor fünf erhöht.″ Das Familien-Tagesticket sei im Übrigen auch bei vielen Paaren beliebt. Denn anders als früher müssen zwei Erwachsene, die gemeinsam unterwegs sind, nicht mehr jeweils ein Tagesticket (Stückpreis 5, 40 bzw. 5, 60 Euro) kaufen.

Handyticket: Das System läuft ohne technische Auffälligkeiten, die Kunden kommen aus unserer Sicht sehr gut damit zurecht″, stellt Blome fest. Bis zum 7. November hätten sich 1090 Fahrgäste für die Handyticket-Nutzung registriert. Die notwendige Smartphone-App VOS-Pilot″ sei mittlerweile 32 000-mal heruntergeladen worden allein 2612-mal seit Integration der Handyticket-Funktion Ende Oktober. Alle digital verfügbaren Fahrscheine würden auch nachgefragt, heißt es weiter. Absoluter Verkaufsschlager″ war nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück in den ersten Tagen jedoch das Monatsticket. Zusammen mit dem Schüler-Monatsticket habe es nach einer Woche über 80 Prozent des Umsatzes durch Handytickets ausgemacht (insgesamt knapp 10 000 Euro).

Bildtext:
Maik Blome ist bei den Stadtwerken Osnabrück verantwortlich für Marketing und Vertrieb im Bereich Mobilitätsangebot. Nach seinen Angaben geht die seit 2017 verfolgte Tarifstrategie des Verkehrsbetriebs auf.

Foto:
Stadtwerke Osnabrück/ Bettina Meckel

Kommentar:

Versuch macht klug

Die 2017 umgesetzte Ticketreform im Osnabrücker Busverkehr scheint ein Erfolg zu sein. Dabei war der Aufschrei groß in Teilen der Fahrgastlobby, als vor gut einem Jahr die Pläne der Stadtwerke öffentlich wurden, einzelne Angebote abzuschaffen, zu ersetzen oder auch nur umzubenennen.

Glaubt man nun den Aussagen des kommunalen Verkehrsbetriebs, der jährlich über 35 Millionen Fahrgäste durch die Stadt kutschiert, so lässt sich feststellen: Die Bedenkenträger haben sich geirrt, und ihre Sorge, mit den Neuerungen würde alles anders und vieles schlechter, war unberechtigt. Wie es aussieht, finden die Kunden manches sogar derart überzeugend, dass sie gerne und zahlreich davon Gebrauch machen mehr jedenfalls als früher.

Klar ist allerdings auch, dass es immer noch besser geht. Wünschenswert scheint vielen Fahrgästen etwa ein digitales 8-Fahrten-Ticket. Und auch flexible Zeitkarten, die nicht an feste Wochen, Monate und Jahre gebunden sind, hätten durchaus ihren Reiz.
Autor:
sst


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