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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker seltener krankgemeldet
 
Weniger Schnupfen, mehr Depression
Zwischenüberschrift:
DAK veröffentlicht Gesundheitsreport – Die Region Osnabrück schläft schlecht
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Krankenstand ist in der Region Osnabrück im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 leicht gesunken. Er verringerte sich von 4, 0 auf 3, 9 Prozent. Das geht aus dem jetzt vorgestellten Gesundheitsbericht der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Die meisten krankheitsbedingten Ausfälle von Arbeitnehmern verursachen den Angaben zufolge Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, gefolgt von psychischen Erkrankungen und Problemen des Atmungssystems. Fast die Hälfte aller Fehltage geht auf Langzeiterkrankungen zurück, obwohl diese lediglich 4, 3 Prozent aller Krankschreibungen ausmachen. Die Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass die Menschen in Osnabrück so wie in ganz Niedersachsen überdurchschnittlich oft unter Schlafproblemen leiden.

Wie gesund sind die Osnabrücker? Diese Frage versucht in jedem Jahr die Krankenkasse DAK-Gesundheit zu beantworten. Die erfreulichen Nachrichten: Der Krankenstand ist 2016 insgesamt gesunken, und die Arbeitnehmer hatten seltener eine Erkältung.

Von Robert Schäfer

Osnabrück. Die schlechten Nachrichten: Immer mehr Osnabrücker plagen sich mit Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und in ganz Niedersachsen neigen die Menschen zu Schlafproblemen.

Der Krankenstand verringerte sich im vergangenen Jahr von 4, 0 auf 3, 9 Prozent. Damit liegt die Region Osnabrück ungefähr auf demselben Niveau wie Niedersachsen und der Bund. Bundesweit sank der Prozentsatz ebenfalls auf 3, 9 Prozent, der Ausgangswert lag allerdings bei 4, 1 Prozent.

Die meisten Fehltage verursachen den DAK-Angaben zufolge Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (24, 6 Prozent), gefolgt von psychischen Erkrankungen (15, 6 Prozent) und Problemen des Atmungssystems. Allein die Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachten 2016 auf 100 Beschäftigte 352 Krankheitstage ein Anstieg von gut 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist eine unerfreuliche Entwicklung″, sagte Gunther Bretz von der DAK-Gesundheit Osnabrück im Rahmen der Vorstellung des Gesundheitsreports.

Positiv hingegen hätten sich die Zahlen bei den Atemwegserkrankungen und den Verletzungen entwickelt. 15 Prozent weniger Schnupfen und Grippe seien ebenso erfreulich wie die um 7 Prozent gesunkenen Verletzungszahlen. Vielleicht passen die Osnabrücker beim Sport besser auf″, mutmaßte Bretz. Immerhin liegt Osnabrück in dieser Kategorie deutlich unter dem Landesschnitt.

Insgesamt zeigen die Zahlen der DAK, dass längere Erkrankungen einen Großteil der Krankheitstage ausmachen. 4, 3 Prozent aller Krankschreibungen dauern der Studie zufolge 43 Tage oder länger, sind aber gleichzeitig für fast die Hälfte aller Fehltage verantwortlich. Hier zeigt sich, dass vor allem die orthopädischen und psychischen Erkrankungen sehr zeitintensiv sind. Während sich beim Muskel-Skelett-System vor allem der Rücken meldet, sorgen im psychischen Bereich Depressionen, Angsterkrankungen oder Anpassungsstörung für langwierige Krankengeschichten.

Einem immer noch unterschätzten Problem widmet sich der DAK-Gesundheitsbericht in seiner diesjährigen Schwerpunktstudie. Niedersachsen schläft schlecht″, fasste Bretz das Problem der Schlafstörungen zusammen. 45 Prozent der Befragten fühlen sich demnach tagsüber müde und erschöpft, 24 Prozent gaben an, eine Schlafdauer von weniger als fünf Stunden pro Nacht zu haben. Damit wird in Niedersachsen deutlich kürzer und schlechter geschlafen als im Bundesschnitt. Nur bei den Einschlaf- und Durchschlafstörungen liegt das Land mit 34 Prozent im Schnitt. Die Zahl der Betroffenen hat laut der Befragung deutlich zugenommen. Gaben bei der letzten Schlafstudie noch 6, 2 Prozent der Erwerbstätigen an, mit Insomnien (Schlafstörungen) zu tun zu haben, war sieben Jahre später der Anteil der Betroffenen auf 8, 1 Prozent gestiegen. Bei den Einschlaf- und Durchschlafproblemen lag der Anstieg sogar bei 89 Prozent. Zum Arzt gehen allerdings gerade einmal 5 Prozent der Betroffenen.

Ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus wie beispielsweise bei Schichtarbeitern üblich, führe oft zu dauerhaften Schlafstörungen, berichtete Dr. med. Christoph Schenk. Der Neurologe ist Fachmann für Schlafstörungen und betreibt in Osnabrück eines der wenigen Schlaflabore. Er rät Betroffenen zunächst zu einer besseren Schlafhygiene: Ein kühler Schlafraum, kein spätes Essen und weniger anstrengender Sport am Abend″, sind für den Mediziner ein guter Anfang für einen erholsamen Schlaf. Laptop, Smartphone oder Tablet hätten im Bett nichts zu suchen. Wer sich abends noch Arbeit ins Gehirn lädt, muss sich nicht wundern, wenn das Gehirn dann die Nacht durcharbeitet″, fasste er zusammen. Besser sei es, etwas zu lesen oder Musik zu hören.

Dauerhafte Schlafprobleme können zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Schlafstörung ist eigentlich eine Tagstörung″, sagte Schenk. Fehlende Ruhphasen sorgten am Tag für kognitive Störungen und dauerhafte Erschöpfung. Der Sekundenschlaf ist da das bekannteste Phänomen″, so der Mediziner. Aber auch Schnarchen und Schlafapnoe sind Schenk zufolge ein unterschätztes Problem. Das kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben″, stellte er klar. Schnarcher hätten ein deutlich höheres Risiko, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu erleiden. Und auch die Partner leiden unter dem nächtlichen Lärm: Lautes Schnarchen kann bis zu 90 Dezibel laut sein″, lachte Schenk. Das ist so laut wie ein startendes Kleinflugzeug.″

Bildtext:
Zahlen und Diagramme: Gunther Bretz (links) und Dr. med. Christoph Schenk stellten den DAK Gesundheitsreport 2017 vor. Besonderes Augenmerk legt die Krankenkasse in diesem Jahr auf das Thema Schlafstörungen.

Depressionen, Angsterkrankungen oder Anpassungsstörungen sind Ursachen für langwierige Krankengeschichten. Psychische Erkrankungen sind Grund für 15 Prozent der Fehltage.

Foto:
Robert Schäfer, dpa/ Picture Alliance
Autor:
rs


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