User Online: 1 | Timeout: 20:15Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fenster zum Kern des Lebens
Zwischenüberschrift:
Forschungszentrum Cellnanos der Uni fertiggestellt
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet die Uni heute das Cellnanos, ein interdisziplinäres Zentrum für zelluläre Nanoanalytik. In dem 20 Millionen Euro teuren, bundesweit einmaligen Forschungsbau am Campus Westerberg wollen Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zum Kern des Lebens vordringen.

Osnabrück. Es sind uralte Fragen der Zellbiologie, die im Cellnanos Osnabrück auf völlig neue Art und Weise beantwortet werden sollen: Wie funktioniert der Mensch in seinem Innersten? Was geschieht in den kleinsten Teilchen des Körpers? Im Nanometerbereich, wo alles so winzig ist, dass man es mit herkömmlicher Mikroskopie bislang nicht gut genug untersuchen konnte jedenfalls nicht bei lebendigem Leibe.

Wir wollen Molekülen bei der Arbeit zusehen und krankheitsrelevante Vorgänge beobachten″, erklärt Jacob Piehler, Biophysiker und geschäftsführender Direktor des Cellnanos. Doch das ist leichter gesagt als getan: Millionstelmillimeter große Geheimnisse der Natur zu lüften bedeutet eine enorme methodische Herausforderung″, wie der Professor weiß. Mittel und Wege zu finden sei deshalb oberstes Ziel des Cellnanos. Gelingt es den Osnabrücker Forschern so eines Tages tatsächlich, die komplexen Abläufe in den Zellen genau zu verstehen, könnten sich daraus neue Ansätze zur Behandlung etwa von Alzheimer, Krebs oder Autoimmunerkrankungen ergeben, ist Piehler überzeugt.

Biologen, Chemiker und Physiker der Universität Osnabrück arbeiten dafür eng zusammen, außerdem Mathematiker und Kognitionswissenschaftler. Eine solche zweckorientierte Vernetzung von Spezialisten gibt es in Deutschland kein zweites Mal. Susanne Menzel, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung, glaubt deshalb fest daran, dass im Cellnanos bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen werden: Zellen sind die Basis allen Lebens. Und wir können hier methodisch große Schritte weiterkommen bei der Aufklärung zellulärer Prozesse. Das ist Grundlagenforschung auf allerhöchstem Niveau! Damit sei das Cellnanos auch eine ideale Ergänzung zum Sonderforschungsbereich 944 der Universität Osnabrück, wo bereits seit 2011 biologische Spitzenforschung auf dem Gebiet betrieben wird.

Den insgesamt 50 Wissenschaftlern im CellnanosOsnabrück steht für ihre gemeinsame Arbeit modernste bildgebende und bioanalytische Technik zur Verfügung. Knapp ein Fünftel der Baukosten von 20 Millionen Euro, die sich Bund und Land je zur Hälfte teilen, wurde allein für Großgeräte ausgegeben: hochempfindliche Licht- und Elektronenmikroskope beispielsweise, an deren Entwicklung teilweise Nobelpreisträger mitgewirkt haben.

Durch neuartige Kombination beider Arten von Mikroskopie, die jede für sich bestimmte Vor- und Nachteile haben, wollen die Forscher es schaffen, tief wie nie in lebende Zellen zu blicken und ihre Funktionsweise zu durchschauen. So sind Untersuchungen von nur wenige Nanometer großen Strukturen zwar schon heute unter Elektronenmikroskopen möglich. Dann sind allerdings die Proben entweder mausetot, fixiert oder eingefroren″, erklärt Professor Michael Hensel (Arbeitsgruppe Mikrobiologie).

Bewegte Bilder würden bislang allein Lichtmikroskope erlauben. Jedoch sei selbst bei den stärksten Apparaten die Auflösung noch zu gering, um entscheidende Vorgänge in einer Zelle verfolgen zu können. Hensel: Unser Ziel ist es, beide Methoden zu verbinden und die Grenzen der Lichtmikroskopie zu verschieben.″

Der deutsche Wissenschaftsrat hatte 2013 die Errichtung des bedeutsamen Forschungsbaus an der Universität Osnabrück empfohlen. Grundsteinlegung für das Cellnanos war am 27. August 2015.

Die offizielle Eröffnung findet heute statt. Zu diesem Anlass wird auch die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) erwartet.

Bildtext:
Ich sehe was, was du nicht siehst: Im neuen Zentrum für zelluläre Nanoanalytik, kurz Cellnanos, wollen Forscher der Uni Osnabrück herausfinden, wie das Leben in den kleinsten Teilchen eines Organismus so spielt. Dazu müssen sie neue Methoden in der Mikroskopie entwickeln. Unser Bild zeigt die Professoren Jacob Piehler (vorn) und Michael Hensel.

Foto:
David Ebener

Center of Cellular Nanoanalytics Osnabrück (Cellnanos)

Die Abkürzung Cellnanos steht für Center of Cellular Nanoanalytics Osnabrück, übersetzt: Zentrum für zelluläre Nanoanalytik. Dabei handelt es sich um einen Forschungsbau der Universität Osnabrück, in dem insgesamt 50 Biologen, Chemiker und Physiker gemeinsam mit Mathematikern und Kognitionswissenschaftlern im internationalen Wettbewerb neue, maßgeschneiderte Untersuchungsmethoden entwickeln und diese auf zellbiologische Fragestellungen anwenden. Nach dem European Legal Studies Institute (Elsi), einem nationalen Leuchtturm der Rechtswissenschaft, ist das Cellnanos der zweite offizielle Forschungsbau der Universität Osnabrück.

Das Cellnanos wurde in direkter Anbindung an das Hauptgebäude der Biologie auf dem Campus Westerberg errichtet. Es verfügt über 1500 Quadratmeter Nutzfläche (davon zwei Drittel Labors), verteilt über drei Stockwerke. Das Erdgeschoss ist für hochempfindliche Licht- und Elektronenmikroskopie vorgesehen. Im ersten Obergeschoss werden für die beteiligten Arbeitsgruppen Forschungslabors eingerichtet. Das zweite Obergeschoss bietet Räume zur Datenauswertung, Büro- und Schulungsräume sowie einen Konferenzraum.

Geleitet wird das Cellnanos von einem dreiköpfigen Vorstand. Als Kontrollorgan fungiert ein vom Universitätspräsidium ernannter wissenschaftlicher Beirat.
Autor:
Sebastian Stricker


Anfang der Liste Ende der Liste