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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Angebot regelt den Preis
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Berichterstattung über die NOZ-Agenda zur Ernährung, u. a. zum Artikel Das Billigfleisch und die Bildung″ (Ausgabe vom 3. November).

Nicht nur das Billigfleisch und die Bildung sind zentrale Punkte in der jüngeren Debatte um Ernährung, sondern auch die fehlende Transparenz seitens Landwirtschaft, aber besonders Industrie und Handel. Herr Bühner, welcher ansonsten mit sehr pragmatischen und bodenständigen Argumenten jenseits der Bedürfnisse des Luxusgastronomie-Gastes gepunktet hat, greift in seinem Argument zu kurz, den Verbrauchern , Scheinheiligkeit′ zu unterstellen, wenn sie sich einerseits empörten, andererseits im Supermarkt zum Angebot griffen.

Aus welchem Indikator soll der Verbraucher die Garantie entnehmen, dass in die Milch von beispielsweise Landliebe, welche zum zwei- bis dreifachen Preis des günstigsten Produktes angeboten wird, auch zwei- bis dreimal mehr in Tierwohl und höhere Qualität investiert wird und das Geld stattdessen nicht in Marketing oder Gewinn fließt? Natürlich gibt es Bio- oder Tierwohl-Siegel, doch diese reichen zur Transparenz nicht aus, da viele Produkte nicht mit solchen Siegeln bedruckt sind, trotzdem aber durch den Preis suggerieren höhere Qualität zu liefern.

Man muss als Verbraucher schnell und ausführlich auf jedem Produkt mit tierischen Erzeugnissen Herkunfts-, Haltungs- und Produktionsbedingungen erkennen können, um ihm am Ende auch die Verantwortung anlasten zu können.

Die Öffnungen vieler Ställe für einzelne interessierte Verbraucher ist dabei nicht praktikabel, sondern es braucht eine flächendeckende Transparenz. Sonst wird es auch weiterhin Menschen wie Herrn Adam geben, welche illegal in Ställe einbrechen, um dignitätslose Haltebedingungen von Nutztieren zu dokumentieren. Diesen Idealisten zu unterstellen, sie veröffentlichten die Stallbilder aus persönlichem finanziellen Profitgedanken, ist schon sehr weit hergeholt.

Herr Krüsken hat es hier verpasst, sachlich mit Fakten zu punkten, wie beispielsweise Zahlen von Veterinärämtern zu liefern. Dieser Seitenhieb lässt die Schlussfolgerung offen, dass Herr Krüsken entweder schlecht im Argumentieren ist oder dass ebendiese Fakten aktuell nicht pro Landwirte sprechen. Der Staat ist dafür zuständig, Aufklärung zu schaffen, damit Tierrechtsaktivisten nicht mehr in ihrer Freizeit Investigativarbeit leisten müssen. Sowohl im Sinne der Tiere, der Verbraucher als auch der vielen Landwirte, welche ihre Tiere vorbildlich halten und durch einen geringeren Teil ins Kreuzfeuer geraten.″

Lars Magnus

Osnabrück

Bei der Podiumsdiskussion , Essen und Empörung′ am 2. November 2017 brachte Herr Krüsken vom Bauernverband wiederholt zum Ausdruck, dass die Agrarindustrie nur entsprechend den Marktgesetzen den Bedarf deckt. Nein, Herr Krüsken, umgekehrt wird ein Schuh daraus.

Die Lebensmittelkonzerne haben den Bedarf geweckt (Umsatz- und Verdienststeigerung), und daraus ergab sich unter anderem die Massentierhaltung mit allen negativen Auswirkungen. Der Bauernverband hat meines Wissens schweigend zugesehen und das , Höfesterben′ in Kauf genommen. Ich denke, es gilt immer noch: Das Angebot regelt den Preis.

Hier hätte der Bauernverband im Interesse der vielen Bauern und nicht für das Interesse der Agrarindustrie zumindest lenkend einwirken müssen. Bei der daraus resultierenden Menge hätte der Bauer auch wieder für seine Produkte einen ihm zustehenden Preis erzielen können. Wie jetzt ändern? Vorschlag: Alle Bauern bis 40 Hektar bekommen einen zusätzlichen Zuschuss von 300 Euro/ Hektar, bis 80 Hektar von 200 Euro/ Hektar, darüber nichts mehr Eigentum ohne Pachtfläche. (Nur ein richtungsweisender Vorschlag gegen das Höfesterben.) Ergebnis: bäuerliche langfristige Sorgfalt für das Eigentum und Reduzierung der landwirtschaftlichen Produkte mit ausreichender Vergütung. Ich denke, in diesem Zusammenhang ist es auch ganz wichtig, dass man mit Lebewesen (Tieren) so umgeht, wie es sich gehört. Fazit: Wenig ist mehr. Qualität sollte vor Quantität gehen, wie Herr Bühner als Koch wiederholt zum Ausdruck gebracht hat. Um hier etwas zu erreichen, ist unter anderem der Journalismus gefragt NOZ: weiter so.″

Dieter Hübner

Belm

Bildtext:
Günstiges Fleisch: Kann dem Verbraucher beim Kauf ein Vorwurf gemacht werden?

Foto:
dpa
Autor:
Lars Magnus, Dieter Hübner


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