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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Politik soll Armut stärker bekämpfen
Zwischenüberschrift:
31. Osnabrücker Sozialkonferenz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum 31. Mal diskutierten Osnabrücker auf der Sozialkonferenz am Samstag aktuelle Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Rund 90 interessierte Bürger sowie Vertreter von Parteien und Wohlfahrtsverbänden brachten Ideen ein. Anlass der Sozialkonferenz ist das steigende Armutspotenzial in Deutschland.

Osnabrück. Armut ist auch in Osnabrück ein wachsendes Problem. Es gibt Indikatoren, die belegen, dass das Armutsproblem in unserer Gesellschaft steigt″, sagte Irene Becker, Diplomvolkswirtin in der Armuts- und Reichtumsforschung. Als arm gelten Menschen, die aus finanziellen Gründen nicht am sozialen oder kulturellen Leben teilnehmen können. Die Armutsgrenze berechnet sich nach dem Nettoeinkommen. Diese Definition nach Einkommen sei ein Problem, so Becker, da sie nichts darüber aussage, ob die Bürger soziokulturelle Teilhabe besitzen. So werde aufgrund dieser einseitigen Argumentation zu wenig Hilfe durch die Politik geleistet. Da wird vergessen zu sagen, dass es auch Menschen gibt, die ein Einkommen über der Armutsgrenzen haben und trotzdem keine Teilhabe besitzen, weil sie zum Beispiel extrem hohe Wohnkosten haben oder krank sind″, sagt Becker.

Die Stadt Osnabrück finanziert bereits Projekte zur Armutsbekämpfung. Wir machen uns viel Mühe, die Armut kleinräumig zu analysieren und zu sehen, welche Stadtteile besonders von Armut betroffen sind″, erklärt Frank Westholt vom Referat für strategische Stadtentwicklung. Im Stadtteil Dodesheide wurde zum Beispiel ein Quartierstreff eingerichtet, um kostenlose kulturelle Angebote zu schaffen. Die Stadt will solche Projekte auch weiterhin fördern. Es gibt acht strategische Stadtziele, und Armut würde ich mit dreien davon durchaus verknüpfen″, so Westholt.

Politik gefragt

Die politischen Maßnahmen der Stadt reichen den Organisatoren der Osnabrücker Sozialkonferenz aber nicht aus. Manfred Flore von der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften will die Politik weiter unter Druck setzen: Wir versuchen, Öffentlichkeit und Bewusstsein für Armut herzustellen. Damit soll die Politik zu verstärktem Handeln bewegt werden, denn da muss dringend etwas passieren.″ In der Vergangenheit wurde in der Sozialkonferenz bereits ein Masterplan gegen Kinderarmut erarbeitet. Die meisten Anträge aus dem Plan wurden im Stadtrat aber abgelehnt, wegen zu wenig finanzieller Mittel″, kritisiert Flore. Die Organisatoren der Sozialkonferenz geben aber nicht auf.

Bildtext:
Das Bewusstsein für Armut wollen (von links) Dr. Irene Becker, Frank Westholt und Manfred Flore schärfen. Sie referierten während der 31. Osnabrücker Sozialkonferenz am Samstag.

Foto:
Swaantje Hehmann
Autor:
Annalena Lange


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