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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie läuft es denn ohne Fahrstuhl?
Zwischenüberschrift:
Mieter in Buerscher Straße kommen klar – LEG auch in anderen Häusern in der Kritik
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vier Wochen müssen die Mieter in drei Hochhäusern an der Buerschen Straße auf ihren Fahrstuhl verzichten. Die LEG hat rund um den Aufzug nachgebessert. Ihr Mieterservice in Osnabrück bleibt aber umstritten.

Osnabrück. Edith Lanäus sitzt seit zwölf Tagen im sechsten Stock fest und damit weit oben, die Stimmung aber ist im Keller: Junge, Junge, das ist was″, sagt die 94-Jährige, die das Treppenhaus ohne Aufzug nicht bewältigen kann. Der Ärger über den unangekündigten Ausfall des Fahrstuhls mag verfliegen, was jetzt einsetzt, ist der Wohnungskoller. Insgesamt vier Wochen werden die Mieter auf den Fahrstuhl verzichten müssen, noch ist die Hälfte nicht geschafft. Auf den neuen Antrieb freuen sich die, die hier wohnen, genauso wie die, die Pakete liefern, und die, die täglich mit Essen auf Rädern Hunderte Stufen nehmen.

Nicht die Aufzugsanierung selbst, sondern die Informationspolitik hatte die Mieter an der Buerschen Straße 28 und 30 zuletzt auf die Palme gebracht. Erst als der Fahrstuhl schon tagelang außer Betrieb war, informierte die LEG ihre Mieter (wir berichteten). „ Inzwischen sind wir alle im Bilde″, sagt Mieterin Hildegard Mattner. Die LEG hat alle Mieter angeschrieben und die fehlerhaften Aushänge korrigiert. Dazu gesellt sich Tragekomfort für Hilfebedürftige per Handynummer: Den Transport-Service werde ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen″, kündigt Edith Lanäus als älteste Mieterin des Hauses an und ist damit nicht die Einzige. Ende der Isolationshaft in Sicht.

Andere Problemhäuser

Die Kommunikationspanne an der Buerschen Straße ist nur ein Beispiel für missglückten Mieterservice der LEG. Das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen besitzt 851 Wohnungen in Osnabrück, die Beschwerden reichen über das Hochhaus hinaus. Die LEG ist ein schlechter Vermieter geworden″, kommentiert ein Mieter vom Hunteburger Weg und nennt eine defekte Haustür und undichte Fensterrahmen, auf deren Reparatur er schon lange warte. Die LEG ist schwer erreichbar.″

Ein Phänomen, das der Mieterverein Osnabrück auf Grundlage seiner Beratungsgespräche bestätigen kann. Bei großen Unternehmen, die nicht vor Ort sind so auch bei der LEG –, ist das größte Problem die persönliche Kontaktaufnahme″, sagt Ronald Martin, Rechtsberater vom Mieterverein. Viele Mieter wüssten nicht, wen genau sie anrufen könnten, andere verzweifelten, weil sie einfach nicht durchkämen. Martin rät zum Schriftverkehr. Die LEG hingegen verweist auf eine Kundenservice- und auf eine Reparatur-Hotline mit einer Erreichbarkeit von 96 Prozent, so Sprecherin Judith-Maria Gillies. Außerdem gebe es eine Hauswartin sie betreut in Osnabrück 127 Häuser. Vielleicht ist sie den Mietern deshalb nicht bekannt?

Keine Sprechstunde mehr

Die LEG hat ihren Kundenservice vor einem Jahr komplett umstrukturiert. Der Konzern hat die Mietersprechstunden vor Ort abgeschafft und einen zentralen Kundendienst per Telefon und Mail eingeführt. So entfallen die langen Wartezeiten in unseren Sprechstunden″, erklärt Gillies. Ziel: eine höhere Service-Qualität. Eine, die bei den Osnabrücker Mietern offensichtlich noch nicht angekommen ist. Bis sich alles eingespielt hat, braucht es etwas Zeit″, sagt Gillies. Eine Hotline nützt nicht viel″, kritisiert Mieterin Karin Kopatz aus der Buerschen Straße die Zentralisierung. Um Sicherheit und Ordnung kümmert man sich am besten vor Ort.″

Bildtexte:
Eine Waschmaschine? Weil sie in den ersten Stock des Hochhauses an der Buerschen Straße geliefert werden muss, ist Alper Turnali bereit, sie zu schleppen. Die siebte Etage ist ein No-Go, solange der Aufzug ausfällt.

Hildegard Mattner bekommt Hilfe von Kindern und Enkeln. Nicht der Aufzug sei das Problem, sondern die schlechte Präsenz der LEG.

Edith Lanäus (94) will den Transport-Service in Anspruch nehmen, der Alte und Gehbehinderte durchs Treppenhaus bringt.

Ohne Fahrstuhl fällt der Gang zur Zeitung zumindest vor dem Frühstück schwer.

Karin Kopatz glaubt nicht, dass die zentrale Hotline der LEG weiterhilft: Um Sicherheit und Ordnung kümmert man sich am besten vor Ort.

Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Anne Spielmeyer


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