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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Offene Kritik ist selten
Zwischenüberschrift:
terre des hommes lädt zur Diskussion über die Integration von Flüchtlingen in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens hatte das Kinderhilfswerk terre des hommes Flüchtlinge, Nachbarn, Lehrer, Sozialarbeiter und Wissenschaftler zu einer offenen Diskussion in die Osnabrück-Halle eingeladen.

Osnabrück. In mehreren Talkrunden zum Oberthema Wie gelingt Integration in Osnabrück? spannten die Teilnehmer einen weiten Bogen von lokalen Nachbarschaftsprojekten in Osnabrück bis hin zu den großen politischen Fragen in Bezug auf Integration und Einwanderung.

Den Anfang machten Emil Zuleia vom Kleingartenverein Deutsche Scholle″ und Gaby Gaschina von der Jugendhilfeorganisation Outlaw, die zusammen das Projekt Querbeet″ ins Leben gerufen hatten. Dabei bekamen Flüchtlingsfamilien Parzellen in der Kleingartensiedlung zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Kleingärtner Zuleia berichtete eingangs, dass im Verein mittlerweile über 15 Nationen vertreten seien. Ein paar Syrer zusätzlich fallen da gar nicht auf.″ Als die Anfrage von Outlaw kam, ob man nicht Gärten für dieses Projekt zur Umweltbildung und innovativen Flüchtlingsintegration″ zur Verfügung stellen könne, seien sie sich im Verein schnell einig gewesen mitzumachen.

Über die gemeinsame Arbeit im Garten und verschiedene Workshops haben sich Kleingärtner und Flüchtlingsfamilien inzwischen angenähert, ergänzte Gaschina. Nur ganz selten habe es Meckereien″ über die Arbeitsfortschritte in den ehemals stark verwilderten Gärten der Flüchtlinge gegeben. Da wird bei Deutschen genauso gemeckert″, wandte Zuleia ein. Das sei bei neuen Pächtern fast immer so.

Echte Kritik am Integrationsprojekt habe sie nur einmal am Telefon zu hören bekommen, erzählte Gaschina. Mit diesen Menschen mit all ihren Ängsten und Vorbehalten ist es schwer zu diskutierten″, gab sie zu. Eben deshalb sei es im Projekt auch darum gegangen, Raum für direkte Begegnungen zu schaffen und in den Dialog miteinander zu treten.

Ganz am Ende des Diskussionsabends, als es um den Themenkreis Große Politik″ ging, berichtete auch Migrationsforscher Jochen Oltmer von der Universität Osnabrück, dass ihm offene oder auch scharfe Gegenpositionen zu Flüchtlingsfragen selten bis nie begegnen. Bei Veranstaltungen wie diesen hier kommen vor allem Menschen zusammen, die helfen und unterstützen wollen, die ehrenamtlich oder professionell in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind. Eine Auseinandersetzung mit anderen Positionierungen findet kaum statt.″

In den weiteren Podiumsgesprächen ging es vor allem um Beispiele gelingender Integration und die Engagierten dahinter. So stellte der Osnabrücker Polizist Sebastian Häfker sein integratives Judo-Projekt Faires Kämpfen″ für Deutsche und Flüchtlinge vor. Manfred Eichert, Leiter des Flüchtlingshauses am Natruper Holz, und Maren Wilmes, Fachbereichsleiterin Migration beim Caritasverband Osnabrück, berichteten von den veränderten Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit im Vergleich zu 2015.

Ulf Zumbrägel vom Berufsschulzentrum am Westerberg nannte Sprachförderung sowie Berufsorientierung und - vorbereitung als zentrale Punkte für gelingende Integration. Ganz wichtig ist aber auch die soziale Integration″, betonte er. Deshalb kooperiere das Berufsschulzentrum bei verschiedenen Freizeitangeboten und Projekten auch mit Theatern, Vereinen und anderen.

Großes Lob bekam Osnabrück von einem 19-jährigen Flüchtling aus Pakistan, der nach seiner Ankunft in Deutschland 2015 zunächst in Hamburg Fuß fassen wollte. Ein Iraner, mit dem ich in einem Restaurant ins Gespräch kam, riet mir, lieber in eine kleine Stadt zu gehen, weil ich dort besser leben könne.″ In Osnabrück machte er einen Sprachkurs und danach seinen Hauptschulabschluss. Jetzt arbeitet er als Praktikant in einer Tischlerei, wo er sich sehr wohlfühlt. Wenn alles gut geht, kann ich nächstes Jahr gleich ins zweite Lehrjahr starten.″

Bildtext:
Gabi Gaschina und Emil Zuleia standen Moderator Michael Brocker (rechts) Rede und Antwort über das Projekt Querbeet″.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Regine Hoffmeister


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