User Online: 3 | Timeout: 12:15Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wer zur Zeit der Ueberschwemmung im "Marienhospitale" ...
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wer zur Zeit der Ueberschwemmung im " Marienhospitale" war, konnte sich überzeugen, wie wahr das Wort des großen Weltapostels ist: " Die Liebe ist geduldig, ist gütig, sie erträgt Alles, sie duldet Alles". Während draußen Tausende dem Heranbrausen des Wasser zuschauten und immer neue Fluthen kamen, die sich in die Kelleröffnungen des Hospitals ergossen, war im Innern des Hauses ein unsägliches Elend. Mit stiller Hingebung sahen die guten Schwestern ihre Keller, ihre Küche, ihre Brodkammer sich mit Wasser füllen. Der ganze Vorrath von Victualien, für ein ganzes Jahr und mehrere hundert Personen bemessen, war dem verderben preisgegeben. Bittere Thränen rannen aus den Augen der fürsorgenden Schwestern. Da drang das wasser in das Haus, in die Krankensäle; nun war es keine Zeit mehr zum Klagen, zum Weinen, den Kranken mußte geholfen werden. Aber wo war Hülfe! Im Hause warenaußer den Kranken nur die Schwestern und das sonstige Hauspersonal. Obwohl Hunderte draußen standen, keiner dachte daran, helfend einzugreifen, auch hatten die Nachbarn genug zu thun, um für ihr eigenes Haus zu sorgen. So waren die Schwestern auf sich selbst angewiesen, und wie haben sie ihre Aufgabe erfüllt! Das Wasser stand in den Sälen und Gängen eine Fuß hoch, eisige Kälte drang durch das ganze Haus, aber die Schwestern liefen ohne Aufhören durch das kalte wasser, trugen erst die Kranken, dann die Betten und Bettstellen und was zu fassen war, nach Oben. Kein Mensch konnte ja sagen, wie hoch die Fluth steigen würde, So arbeiteten die Schwestern unermüdlich in dem eiskalten Wasser zwei lange Stunden, sie, die alle zusammen wohl nie einen nassen Fuß gehabt hatten, da sie noch der Welt angehörten. Mit den Schwestern wetteiferte das ganze Hauspersonal, und so konnten dann Säle und Zimmer geräumt werden durch die wenigen Personen des Hauses, bei denen die Kraft sich zu verdoppeln schien. Die frommen Pflegerinnen der Kranken können mit der Dichterin Annette v. Droste-Hülshoff sagen:

" Wenn meine Pflichten oft mich drücken,
So muß ich Liebesrosen pflücken
Aus Christi bitterm Kreuzestod.
Wie kommt mir wunderbare Stärke,
Wie sind so süß die schweren Werke,
Dieweil mein Jesu sie gebot."


Anfang der Liste Ende der Liste