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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So funktioniert das Handyticket
Zwischenüberschrift:
Service seit gestern verfügbar – Seniorenbeirat kritisiert höhere Preise für Papierkarten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit gestern können die Osnabrücker ihr Busticket per Handy kaufen. Unsere Redaktion hat es getestet. Auch Technikmuffel sollten jetzt nicht sofort weiterblättern denn die klassische Busfahrkarte aus Papier ist seit 1. November teurer als die digitale Variante.

Osnabrück. Seit Mittwoch gelten die neuen Tarife der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). Das normale Einzelticket ist jetzt 10 Cent teurer und kostet 2, 80 Euro. Das Handyticket hingegen ist für den vorherigen Preis von 2, 70 Euro zu haben. Das Kurzstreckenticket kostet in beiden Fällen unverändert 1, 50 Euro.

Um ein Busticket mit dem Handy lösen zu können, bedarf es der SmartphoneAnwendung VOSpilot″ und einer Internetverbindung. Nach dem Herunterladen und der Registrierung samt Eingabe der Adressdaten gibt es zwei Wege, die gewünschte Fahrkarte zu kaufen: Entweder über die Fahrplanauskunft oder den Direktverkauf im integrierten Ticketshop. Installation und Registrierung sind leicht verständlich, die Bedienführung intuitiv.

Nach der Auswahl des Tickets und je nach Ticket Auswahl der Starthaltestelle kann per Lastschriftverfahren oder Kreditkarte bezahlt werden. Dazu ist die einmalige Eingabe dieser Daten erforderlich. Bei entsprechenden Kundenwünschen seien weitere Bezahlverfahren möglich, sagt Kathrin Witte von den Stadtwerken Osnabrück auf Nachfrage unserer Redaktion.

Nach dem Kauf des Fahrscheins wird dieser binnen weniger Sekunden auf das Smartphone heruntergeladen. Die Busfahrer oder speziell geschultes Personal sollen es beim Einsteigen kontrollieren. Bei unserem Test schaute der Busfahrer gestern aber nur den Bruchteil einer Sekunde auf das Display des Smartphones, auf dem ein QR-Code angezeigt wurde. In einigen Monaten sollen Kunden ihre Handytickets vor ein Lesegerät im Bus halten. Die Fahrer bekämen dann umgehend einen Gültigkeitsnachweis.

Grundsätzlich hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben″, sagt Kathrin Witte zum Start des Handytickets. Um 0.01 Uhr habe der erste Fahrgast eines per Smartphone gekauft.

Ein Acht-Fahrten-Ticket kann es aber nicht gewesen sein, denn dieses Angebot fehlt in der App, ebenso wie das Kindereinzel- und das Fahrradticket. Erhältlich sind in der App bislang das Kurzstecken-, Einzel-, Tages-, Familientages-, Wochen- und das Monatsticket sowie das Wochen- und Monatsticket für Schüler. Wenn nun also ein Vater mit seinem Kind mit dem Bus fahren möchte, kann er zwar sein Ticket vorab mit der App kaufen. Für sein Kind muss er weiterhin einen Fahrschein aus Papier im Bus lösen.

Vorerst, versichert Kathrin Witte. Die derzeit in der App angebotenen Tickets seien eine Auswahl, die nach und nach ausgeweitet wird″. Wir wollen erst mal gucken, ob alles reibungslos läuft.″ Danach sollen weitere Angebote folgen und auch Fahrten per Handyticket in den Landkreis möglich sein.

Nicht begeistert von dem neuen Angebot ist der Seniorenbeirat. Das Gremium kritisiert das Handyticket in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, die Fraktionsvorsitzenden des Rates der Stadt, die Stadtwerke und die Presse. Mit der Erhöhung der Preise für Papiertickets gegenüber Handytickets werden Senioren (Altersarmut!) und Menschen mit geringem Einkommen diskriminiert″, heißt es darin.

Moderne Smartphones seien für viele Senioren zu teuer. Andere könnten oder wollten mit ihnen nicht umgehen. Wir fordern eine Zurücknahme der Diskriminierung der Barzahler und bitten um eine grundsätzliche Überarbeitung der Tarifstruktur.″ In dem Brief bittet der Beiratsvorsitzende um eine Antwort binnen 14 Tagen.

Diese Kritik weist Kathrin Witte zurück. Im Mobilitätszentrum stünden bis Dezember Helfer bereit, die Senioren bei der Installation der App und dem Fahrkartenkauf helfen. Inwieweit Senioren und auch andere Fahrgäste abseits von reinen Bedienungsproblemen davor zurückschrecken, ihre Konto- oder Kreditkartendaten in ihr Handy zu tippen, muss sich zeigen.

Die Preisunterschiede zwischen Handy- und klassischem Papierticket gingen auf den geringeren Aufwand für die Busfahrer zurück, sagt Kathrin Witte. Und wir wollen das Handyticket möglichst vielen schmackhaft machen.″

Übrigens: Mit der Einführung des Handytickets haben auch die letzten Fahrkartenautomaten in der Johannisstraße und am Neumarkt ausgedient. Die Verkehrsbetriebe schaffen sie ab aus Kostengründen, wie es vonseiten der VOS hieß.

Bildtext:
Noch eben schnell eine Busfahrkarte kaufen das geht seit gestern per Smartphone.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jörg Sanders


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