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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Förderschulen als Rettungsinseln
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Leserbriefen Lernen und Schule sollen Freude bereiten″ (Ausgabe vom 26. Oktober) mit Bezug auf die aktuelle Berichterstattung zu Förderschulen.

Aufmerksam habe ich jeden Bericht über die Inklusion und die Abschaffung der Förderschulen gelesen. Die Herren Bischof und Büring geben in ihren Leserbriefen meine Empfindungen wieder.

Die Orientierungsstufe war eine totale Fehlentscheidung, und die Förderschulen sind ein Segen. Ich weiß, wovon ich rede, und empfinde das Wort , diskriminierend′ als Unverschämtheit. Es zeigt mir, dass diejenigen, die die Förderschulen abschaffen wollen, nicht den Hauch einer Ahnung haben. Wie wäre es, wenn ausnahmsweise einmal auf die gehört wird, die es beurteilen können, anstatt sich den Aussagen der Schreibtischtäter anzuschließen? Ich wünsche mir einen Fortbestand der Förderschulen mit dafür ausreichendem und entsprechend geschultem Personal. Geld sollte keine Rolle spielen, wenn es um das Wohl unserer Kinder und deren Bildung geht. […]″

Marianne Kameier

Bissendorf

Auch ich teile die Meinung, dass es unbedacht wäre, die Förderschulen abzuschaffen. Eine freie Schulwahl für Eltern von Kindern mit Behinderungen halte ich nach wie vor für sinnvoll. Solange weder Räumlichkeiten barrierefrei für alle Arten von Behinderungen noch ausreichend sonderpädagogische Fachkräfte zur Verfügung stehen , finde ich es sogar unverantwortlich, alle Schüler unter einen Hut zu stecken und die bewährten Schulformen aufzugeben.

Wir selber haben zwei Kinder mit Behinderungen. Eins davon hat seine gesamte Schulkarriere in Förderschulen verbracht, während das andere mit gleicher Behinderung die komplette Regelschule durchlaufen hat. Beide Kinder haben die Schule mit der Hochschulreife beendet. Beide Kinder sind nun junge Erwachsene, die eigenständig, mit Unterstützung hier und da, selbstbewusst ihren Weg gehen. Beide sind überzeugt davon, dass ihr Weg jeweils der richtige war.

Der Besuch unseres zweiten, jüngeren Kindes in der Regelschule war sehr anstrengend für uns Eltern und auch für unser Kind. An einigen Stellen war es ein harter Kampf. Er konnte nur durch ein starkes soziales Umfeld, ein willenstarkes Kind, extrem engagierte Eltern und motivierende Lehrkräfte gewonnen werden. Im Idealfall machbar, wenn dann das Umfeld stimmt. Glück gehabt?!

Ein großes Kümmernis bestand stets darin, wenn Hilfen im Unterricht benötigt wurden, die Geld kosteten und dadurch einer Bewilligung durch irgendeine Behörde etc. bedurften. Die dauerten im Regelfall so lange, dass sie oft nicht rechtzeitig durchkamen und unser Kind sehen musste, wie es zurechtkam, bis auch die allerletzte Begründung/ Beweise angebracht wurden. Das ist noch nicht lange her! Denn jede Art von Behinderung bringt Probleme mit in die Klassen, die oft individuell auf das Kind abgestimmt gelöst werden müssen, und zwar zeitnah.

Mir ist es ein Rätsel, wie das bei der Vielzahl der unterschiedlichen Behinderungen, der Flüchtlingskinder, der Riesenklassen und dem ohnehin schon geschlauchten Schulpersonal gehen soll. Klüger wäre sicher step-by-step. Erst schauen, ob Personal vorhanden ist, ausreichend Geld dauerhaft zur Verfügung steht, damit Behinderungen gegebenenfalls durch technische Hilfen aufgefangen werden können.

Das kostet viel Geld. Aber wer neue Gerichte kochen möchte, braucht auch vorher ein Rezept! Ich glaube wie viele andere Eltern behinderter Kinder auch, dass es notwendig ist, Rettungsinseln in Form von Förderschulen bestehen zu lassen, solange noch nicht klar ist, wie diese Aktion endet. […]″

Melanie Gerdelmann

Lingen

Bildtext:
Ausreichend Betreuung und genug Geld bis die Rahmenbedingungen stimmen, plädieren unsere Leser für einen Erhalt der Förderschulen.

Foto:
dpa
Autor:
Marianne Kameier, Melanie Gerdelmann


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