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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kuchen, Wurst oder Frischkäse?
Zwischenüberschrift:
„Food Future Day″ der Hochschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Steffen Genesius hat mit seiner Abschlussarbeit über den Mürbeteig von Coppenrath und Wiese den zweiten Platz beim Campus-Preis vom Verband der Ernährungswirtschaft gewonnen. Für das Foto biss er aber auch gern in einen Rührteigkuchen. Foto: Michael Gründel

Wenn 400 Leckermäuler auf Jobsuche gehen, dann ist Food Future Day″ an der Hochschule. Die Studenten der Fakultät Agrarwissenschaften konnten sich über potenzielle Arbeitgeber aus der Nahrungsmittelindustrie informieren. Dabei spielten Kostproben eine wichtige Rolle von der Schokolade über die Wurst bis zur Chili-Soße.

Osnabrück. Wenn die leckerste Auslage über die besten Mitarbeiter entscheiden würde, müsste sich die Firma Storck wohl keine Sorgen um den Nachwuchs machen. Dieses Bild konnte man zumindest beim Food Future Day (zu Deutsch: Lebensmittel-Zukunftstag) in der Hochschule Osnabrück gewinnen. Denn am Stand des Süßwarenherstellers aus Halle gab jede Menge Pralinen, Kaubonbons und Waffelschnitten zum Mitnehmen. Und die Studenten bedienten sich reichlich.

Aber natürlich stand der individuelle Blutzuckerspiegel nicht im Fokus der Veranstaltung. Vielmehr sollten die angehenden Ökotrophologen, Lebensmitteltechniker und Wirtschaftsingenieure auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Wir haben unter anderem einen Bewerbungsmappencheck vorbereitet, und einige unserer Absolventen berichten, wie sie den Einstieg in den Job gemeistert haben″, so Organisatorin Anke Riemenschneider von der Hochschule. Mit diesem Programm reihe sich der Food Future Day ein in eine ganze Projektwoche, für die der reguläre Lehrbetrieb an der Fakultät für Agrarwissenschaften Ende Oktober ruhte.

Zum Höhepunkt der Woche hatten sich über 400 Studenten und Absolventen angemeldet. Ein Magnet war die Unternehmensmesse, bei der sich 25 Firmen aus der Lebensmittelbranche als potenzielle Arbeitgeber präsentierten. Dazu gehörten unter anderem die Konditorei Coppenrath und Wiese, Chocolatier Lindt, das Gewürzwerk AVO und die Molkereigenossenschaft Arla.

Philipp Hilker kennt beiden Seiten des Messestandes: Noch 2012 war er selbst an der Hochschule im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen in der Lebensmittelproduktion eingeschrieben. Seinen jetzigen Arbeitgeber, die Firma Storck, lernte er bei der Vorgängerveranstaltung des Food Future Day kennen. Nach der Bachelorarbeit wurde ich direkt übernommen und arbeite jetzt in der Qualitätssicherung″, berichtete er den Studenten. Besonders gut kam bei den Zuhörern an, welche Aufgaben sein Job beinhaltet: Nicht nur die Verpackungskontrolle und die Abnahme der Rohstoffe, sondern auch regelmäßiges Probieren gehört dazu. Das dürfen bei uns aber alle Mitarbeiter″, sagte Hilker, wenn der Geschmack nicht stimmt, fällt es so ganz schnell auf″.

Ob sich die Studenten von solchen Aussichten beeindrucken lassen? Tatsächlich seien es wegen des Fachkräftemangels längst nicht mehr die Absolventen, die sich um Arbeitsplätze bewürben, bestätigte Christian Kircher vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik aus Quakenbrück. Das Recruiting hat sich für uns von einem Anbietermarkt zu einem Nachfragemarkt entwickelt″, sagte der Mitorganisator der Messe. Entsprechend früh beginnt die Suche nach Mitarbeitern nach seiner Beobachtung: Die Unternehmen suchen nicht den Absolventen. Sie suchen den Praktikanten, der irgendwann einmal seinen Abschluss macht. So halten sie schon früh einen Daumen darauf.″

Einer, den die Hochschule mit besten Voraussetzungen entlassen wird, ist Steffen Genesius. Der 26-Jährige bekam beim Food Future Day einen Preis für seine Bachelorarbeit. Ein halbes Jahr lang hatte er sich bei Coppenrath und Wiese damit beschäftigt, den Ausschuss beim Mürbeteig zu verringern. Der Boden für den Kuchen wird in Form gepresst, und je nachdem, wie schwer der Teig ist und ob er gerade in der Maschine liegt, entstehen überschüssige Ränder″, erklärte der Wirtschaftsingenieur in seiner Präsentation vor der Preisjury. Mithilfe des Managementsystems Sixsigma konnte Genesius den Überschuss um 59 Prozent verringern dieses Ergebnis war den Juroren einen zweiten Platz und 300 Euro Preisgeld wert.

Trotz Auszeichnung und bestandener Prüfung informierte sich Genesius bei der Jobmesse über andere Arbeitgeber. Denn seit vier Wochen ist er im Studiengang Agrar- und Lebensmittelwirtschaft eingeschrieben da ist ein Praktikum Pflicht. Und Genesius will ohnehin noch weitere Erfahrungen in Unternehmen sammeln. Dabei hat es ihm bei Coppenrath und Wiese eigentlich schon ganz gut gefallen: Für Mitarbeiter gibt es dort täglich Gratiskuchen.″

Bildtexte:
Philipp Hilker war selbst Student an der Hochschule. Nun vertrat er die Firma Storck, bekannt für ihre Schoko-Riesen.

Studenten und Firmen kamen ins Gespräch, so wie hier am Coppenrath-und-Wiese-Stand.

Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Louisa Riepe


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