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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Wo bleibt in Niedersachsen das Wohl der Kinder?″
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Bündnis will Förderschulen abschaffen″ (Ausgabe vom 28. September) und dem Leserbrief von Hartmut Heumann Es geht darum, Lern- und Lebenssituation der Behinderten zu optimieren″ (Ausgabe vom 10. Oktober).

„[. . .] Zunächst einmal macht der Neologismus , Inklusionsbeschulung′ schon wenig Sinn und steht im Widerspruch zur eigentlichen Idee der Inklusion; übrigens genauso wie der unsägliche Begriff , Inklusionskinder′. Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht verhandelbar ist. Was wäre denn das Gegenteil von , Inklusionsbeschulung′? , Separationsbeschulung′? Nun zu Ihrem Punkt der UN-Menschenrechte: 1. Hierauf sollten sich alle beziehen, die in einer offenen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft leben möchten. 2. Im UN-Menschenrechtsabkommen heißt es im Artikel 24, Absatz 2: , Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass [. . .] Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden. [. . .]′

Somit hat jeder Mensch mit Behinderung Anspruch auf eine Beschulung im Regelschulsystem. Lassen Sie uns bitte aufhören, über Inklusion als Prinzip zu diskutieren. Entscheidender und zielführender ist eine Diskussion über die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems.″

Malte Dassau

Osnabrück

In diesem Artikel ist von einem aus 14 Verbänden und Gewerkschaften bestehenden Bündnis die Rede. Mich würde jetzt sehr interessieren, welche Personen sich berufen fühlen, so weitreichende und absolute Forderungen nach Schließung von Förderschulen zu stellen. Ich selbst erlebe fast täglich ein demotiviertes Kind, welches ständig an der Überforderungsgrenze den Schulalltag erlebt und sich dauern bestätigt fühlt, dass es nichts kann und alle anderen Kinder besser sind. Durch dieses Erleben wird die Leistungsfähigkeit nicht gesteigert . . .

Wie soll ein, in welcher Form auch immer, behindertes Kind adäquat in Regelschulen unterrichtet werden? Ich stimme insofern mit dem Bündnis überein, dass jegliche Ausstattung, die Inklusion zu meistern, nicht ausreicht. Aber wie weit soll das gehen? Sollen alle Lehrer jetzt Brailleschrift und Gebärdensprache lernen? Was passiert mit zum Beispiel autistischen Kindern, die es einfach nicht aushalten, mit circa 20 Kindern im Klassenraum zu sitzen und zu arbeiten? Wie weit wird ein Kind inkludiert, wenn eine helfende Person benötigt wird, um den Schulalltag an Regelschulen zu meistern? In vielen Fällen ist es für die Kinder eine Wohltat zu sehen, dass es noch mehr Kinder mit gleichen Problemen gibt, das man kein Einzelfall ist. Inklusion kann man auch gut im Hobbybereich ohne Leistungsdruck leben. Ich möchte gerne mein Wahlrecht auf Beschulung der Kinder in Regel- oder Förderschulen behalten.″

Jutta Ostermann

Neuenkirchen

Seit der Schulgesetzänderung 2012 zur Einführung der inklusiven Schule läuft die Förderschule Lernen sukzessive aus, was zum Unmut von einigen Eltern und Lehrern geführt hat. Die aktuelle Situation unserer Schulen wird durch Lehrermangel und täglichen Unterrichtsausfall bestimmt. Zudem kommt die Sorge der Eltern, deren Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sich durch die Regelschule kämpfen müssen, hinzu. Es fehlt an adäquater Unterstützung der Kinder mit Förderbedarf an unseren Regelschulen, die notwendigen Voraussetzungen für eine gelungene Inklusion sind bisher in keiner Weise geschaffen worden.

Herr Westphal von der Bildungsgewerkschaft GEW spricht von , knappen Ressourcen, weil sie in einem Parallelsystem stecken′, und Frau Kurz von der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben Gemeinsam lernen hält schon die Tatsache der Existenz der Förderschulen für diskriminierend und beruft sich dabei auf die UN-Behindertenkonvention. Dabei wird genau in dieser UN-Konvention in § 24 gefordert, dass Menschen mit Behinderungen der volle Genuss ihrer Menschenrechte und Grundfreiheiten ohne Diskriminierung garantiert werden muss. Deshalb ist für mich der Erhalt der Förderschulen so wichtig, da unsere Kinder dort durch individuelle Förderpläne optimal nach ihren Bedürfnissen beschult werden. Ebenso wird ihnen genau der Schutz- beziehungsweise Freiraum zur Verfügung gestellt, den unsere Kinder benötigen. Und genau aus diesem Grund sind im Jahr 2015 über 100 Petitionen gegen die Schulgesetzänderung beim Niedersächsischen Landtag eingegangen, aber selbst die Forderungen der Eltern und Verbände wurden in einer Sitzung des Kultusausschusses für erledigt erklärt. Dieses ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Diskriminierung der Schwächeren in unserer Gesellschaft, denn es wird seitens der Politik entschieden und bestimmt, was gut für unsere Kinder ist.

Unsere Kinder werden in ein Bildungssystem gepackt, in dem sich nicht alle wohlfühlen, aber seitens der Politik wird mit einer guten Umsetzung von Inklusion geworben. Da frage ich mich, wo bleibt hier in Niedersachsen das Wohl der Kinder und vor allem wie wird mit unseren Kindern umgegangen. Unsere Kinder sind die Zukunft, und so sollen sie auch bitte behandelt werden, mit Respekt und einem optimalen und individuellen Bildungssystem. Denn nicht für alle Kinder ist die Regelschule der optimale Rahmen, und nirgendwo in der UN-Konvention wird gefordert, dass Förderschulen abgeschafft werden müssen. [. . .]″

Doris Jansing

Haselünne

Bildtext:
nklusion und Schulpolitik sind für unsere Leser wichtige Themen.

Foto:
dpa
Autor:
Malte Dassau, Jutta Ostermann, Doris Jansing


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