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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrück bei Stromtankstellen bundesweit auf Platz 2
Zwischenüberschrift:
Stuttgart liegt in aktuellem Ranking der Universität Duisburg-Essen vorne
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Wenn es um Ladesäulen für Elektroautos geht, spielt Osnabrück im Vergleich der 50 größten deutschen Städte laut einer aktuellen Studie in der Spitze mit: Nur Stuttgart hat in Relation zur Einwohnerzahl eine größere Dichte an Stromtankstellen.

Das geht aus einer Analyse hervor, die das Car-Institut der Universität Duisburg-Essen vorgenommen hat. Demnach teilen sich statistisch gesehen 7113 Osnabrücker eine Ladesäule, in Stuttgart sind es lediglich 2694 Personen. Osnabrück findet sich im Ranking der Wissenschaftler somit auf dem zweiten Rang wieder. Zugrunde liegen der Untersuchung die Datensätze sechs webbasierter Ladesäulenfinder.

Wie viele Ladestationen es konkret in Osnabrück gibt, lässt sich allerdings nicht genau beziffern. Es gibt kein offizielles Register für elektrische Tankstellen. Die sechs vom Car-Institut ausgewerteten Datenbanken spucken für Osnabrück zum Teil stark voneinander abweichende Ergebnisse aus. So sind bei e-stations.de 19 Ladestationen vermerkt, während goingelectric.de sogar 29 Stromtankstellen verzeichnet. Die Forscher der Uni Duisburg-Essen haben in ihrer Untersuchung nach eigenen Angaben daher mit Mittelwerten gearbeitet. Unberücksichtigt bleibt allerdings die Tatsache, dass eine Ladesäule auch mehrere Ladeplätze bieten kann so wie es auch in Osnabrück der Fall ist.

Jedenfalls ergibt sich ausgehend von einer Einwohnerzahl in Höhe von rund 165 600 Personen nach den Berechnungen der Wissenschaftler um den Forscher Ferdinand Dudenhöffer die Zahl von rund 23 Ladestationen innerhalb der Osnabrücker Stadtgrenzen. Alleine die Stadtwerke betreiben nach Angaben ihres Sprechers Marco Hörmeyer 15 Ladestandpunkte mit mehr als 40 Lademöglichkeiten. Dazu kommen noch vier weitere Ladestandpunkte in OPG-Parkhäusern.

Nach Hörmeyers Angaben steigt die Nutzung der Ladesäulen stetig, ein sinnvoller und bedarfsgerechter Ausbau werde geprüft. Derzeit würden die Stadtwerke ihren Fokus auf den steigenden Bedarf ihrer Kunden legen, das eigene Auto zu Hause oder am Arbeitsplatz laden zu können. Wir werden noch in 2017 ein solches neuartiges Produkt für das Laden zuhause beziehungsweise am Arbeitsplatz anbieten″, kündigt Hörmeyer an.

Die RWE-Tochter Innogy unterhält in Osnabrück nach eigenen Angaben lediglich eine Ladesäule. Daneben gibt es eine Reihe von halb-privaten und privaten Ladesäulen, die nur nach vorheriger Anmeldung beziehungsweise nur zu bestimmten Zeiten nutzbar sind. Das Hotel Walhalla in der Osnabrücker Altstadt beispielsweise bietet ausschließlich seinen Gästen gegen Gebühr die Nutzung zweier Ladestationen in der hauseigenen Tiefgarage an.

Im regionalen Vergleich ragt Osnabrück übrigens deutlich heraus. Lediglich Oldenburg mit 9187 Einwohnern pro Ladesäule kommt der Hasestadt noch recht nahe. Münster landet im Ranking auf Platz 18 (12 569), Bielefeld auf Platz 33 (20 187). Im Vergleich der vier niedersächsischen Großstädte steht Osnabrück ebenfalls gut da: Rund ein Viertel der errechneten 101 Stromtankstellen sollen in der Friedensstadt stehen obwohl Hannover und Braunschweig jeweils eine signifikant höhere Einwohnerzahl besitzen.

Schlusslicht unter den 50 größten Städten ist laut Studie übrigens Solingen. Statistisch gesehen müssen sich in der Stadt im Bergischen Land 52 909 Personen eine Ladesäule teilen. Schlecht dran sind darüber hinaus die Gelsenkirchener (45 947) und Leverkusener (46 711) Bürger.

Zum Vergleich: In Oslo steht im Durchschnitt 488 Einwohnern eine Ladesäule zur Verfügung, in Amsterdam sind es statistisch gesehen 650 Personen.

Bildtext:
Laut einer Studie hat Osnabrück bezogen auf die Einwohnerzahl die zweithöchste Dichte an Stromtankstellen für Elektroautos.

Foto:
Michael Gründel

Kommentar:

Kein Grund für große Euphorie

Mag sein, dass die Studie des Car-Instituts nur bedingt aussagekräftig ist, weil sie mit Mittelwerten arbeitet und nicht berücksichtigt, dass eine Säule mehrere Plätze haben kann. Darüber hinaus weisen Statistiken des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft auf eine noch höhere Zahl an Stromtankstellen hin, als die Wissenschaftler angenommen haben.

Doch genau das zeigt das Dilemma der E-Mobilität: Es fehlt an einheitlichen Strukturen, nicht mal ein zentrales Register für Stromtankstellen hat die Nationale Plattform für Elektromobilität″ bisher schaffen können. Gleichzeitig sorgen unterschiedliche Lade- und Bezahlsysteme für Verwirrung und Ärger bei den Kunden. In der Summe sind das nicht gerade gute Argumente für den oft teuren Umstieg auf den elektrischen Antrieb. Hier hat vor allem die Bundespolitik einigen Nachholbedarf.

Osnabrück darf sich hingegen rühmen, in der Spitze deutscher Großstädte mitzuspielen ein Verdienst lokaler Akteure wie der Stadtwerke, die das Thema E-Mobilität vorantreiben. Mit Blick auf den internationalen Vergleich verbietet sich allzu viel Euphorie jedoch: Deutschland spielt allenfalls zweitklassig, die Champions League findet in den Niederlanden oder Norwegen statt.
Autor:
sph


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