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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Widerstand im Widukindland
Zwischenüberschrift:
Radschnellweg in der Kritik – Empörung im Bürgerforum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Gegenwind für den Radschnellweg: Im Widukindland befürchten Anwohner Nachteile entlang der geplanten Strecke nach Belm. Im Bürgerforum für die Stadtteile Gartlage, Schinkel, Schinkel-Ost und Widukindland äußerten sie ihren Unmut.

Osnabrück. Fahrradfahrer sehnen ihn herbei: Der geplante Radschnellweg von Osnabrück nach Belm ist ein Projekt der Stadt Osnabrück, der Gemeinde Belm und des Landkreises. Dafür haben sie beim Land Niedersachsen einen Förderantrag gestellt. Der Bau des ersten Abschnitts im Osnabrücker Stadtteil Gartlage an der Schlachthofstraße steht kurz bevor. Dieser Teil gehört zu einem Projekt, das vom Bund gefördert wird es heißt Stärkung des Radverkehrs im Quartierssanierungsgebiet Gartlage-Süd″. Von dort soll der Weg entlang der Bahn durch das Widukindland führen. Manche Anwohner entlang des Kalkrieser Wegs sind empört. In deren Nachbarschaft lebt Martin Viecenz, der für das Bürgerforum einen Fragenkatalog vorbereitet hatte. Offenbar geht der Plan noch nicht so weit ins Detail, dass die Verwaltung alle Fragen beantworten kann. Einige Anwohner befürchten, dass sie künftig nicht mehr mit dem Auto ihr Grundstück erreichen können, auch wenn der Fachdienst Verkehrsplanung versichert, dass dafür Abschnitte des Radschnellweges als Fahrradstraße ausgewiesen werden, um Anliegern die Zufahrt zu ermöglichen.

Timo Lorchheim vom Fachbereich Städtebau berichtete: Wir befinden uns in einem frühen Planungsstadium.″ Für Anfang 2018 sei eine Informationsveranstaltung mit den Anwohnern geplant. Diese Antwort beruhigte die Anwohner nicht, und sie äußerten den Verdacht, dass sie nicht gefragt würden. Daraufhin sagte Bürgermeister Uwe Görtemöller: Wenn wir eine Bürgerbeteiligung machen, haben wir ja nicht alles vorher festgelegt.″ Manche reagierten mit Gelächter: Sie glaubten dem Leiter des Bürgerforums nicht. Einer sagte: Wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist.″ Walter Leineweber, Vorsitzender des Bürgervereins Schinkel-Ost, meinte: Bevor der Rat so etwas beschließt, müssen die Leute befragt werden. Aber der Beschluss ist gefasst, und das Kind ist in den Brunnen gefallen.″ Der SPD-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Frank Henning verabredete sich während des Bürgerforums mit Anwohnern zu einer Ortsbegehung entlang des Kalkrieser Wegs. Er versuchte, die Anlieger so zu besänftigen: Die Fördergelder sind ja auch dafür da, dass wir die Probleme der Anwohner lösen können.″

Der Fahrradweg auf der Hamburger Straße dagegen scheint bei Anwohnern beliebter zu sein: Für ihn wünschen sie sich eine neue Markierung, die der Osnabrücker Servicebetrieb auch schon in das Sanierungsprogramm aufgenommen hat. Um den Fahrradweg an der Ecke Buersche Straße/ An der Rosenburg sicherer zu gestalten, ist nach Einschätzung des Fachbereichs Städtebau ein Umbau nötig der aber vorläufig nicht geplant sei. Carsten Friderici vom Bürgerverein Schinkel hält einen so hohen Aufwand gar nicht für erforderlich. Es reichten Markierungen, um die Konflikte zwischen Busfahrern und Radfahrern zu klären.

Christian Schweer wünscht sich eine neue Straße zwischen dem Hasepark und dem Real-Markt. Er erinnert sich an einen Plan der Verwaltung, nachdem vor Jahren die Franz-Lenz-Straße mit der Carl-Fischer-Straße verbunden werden sollte, die Firma Magnum jedoch mit Erfolg dagegen gewesen ist. Nachdem das Werk nicht mehr besteht, könne die Idee ja wieder aufgegriffen werden. Das findet auch Tim Lorchheim vom Fachbereich Städtebau und berichtete: Die Verwaltung möchte diese Verbindungsstraße und verfolgt den Plan auch.″

Der Stadtteil Schinkel soll in vielerlei Hinsicht schöner werden: Die Stadt hofft auf die Aufnahme in das Bundes- und Landesprogramm Soziale Stadt″. Wie der Fachbereich Städtebau mitteilte, ist mit einer Entscheidung nicht vor dem kommenden Frühjahr zu rechnen. Der Antrag sei abgegeben, ein Besuch vom Sozialministerium habe sich angekündigt. Läuft alles wie ersehnt, fließen auf zehn Jahre verteilt 15 Millionen Euro in den Stadtteil. Der Bund, das Land und die Stadt würden dann je ein Drittel zahlen.

Bildtext:
Radfahrer freuen sich, Anwohner ärgern sich: Der geplante Radschnellweg zwischen der Osnabrücker Gartlage und Belm ist manchen Anwohnern vom Widukindland gar nicht recht. Sie befürchten Nachteile.

Foto:
Archiv/ Gert Westdörp
Autor:
Jann Weber


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