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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tagesticket gilt nicht überall
 
Kein Bedarf an Niedersachsen-Tickets?
Zwischenüberschrift:
Anbieter sieht Nachfragemangel – Fahrkarten werden am 1. Januar teurer
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Gute Nachrichten für Nutzer des Niedersachsen-Tickets: Der Preis der Tageskarte wird vorerst nicht erhöht. Aber nicht nur der Preis ändert sich nicht. In der Region Osnabrück ist das Ticket weiterhin nur eingeschränkt nutzbar.

Nur eingeschränkt nutzbar: Das Niedersachsen-Ticket ist in einigen Regionalbahnen und auf den meisten Buslinien im Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück ungültig. Foto: Jörn Martens

Fahrkarten im Niedersachsentarif werden zum 1. Januar 2018 teurer. Eine Ausnahme bildet das Niedersachsen-Ticket. Als preiswerte Länder-Tageskarte ist es in der Region Osnabrück allerdings nur eingeschränkt nutzbar. Und daran wird sich auch so bald nichts ändern.

Osnabrück. Das Niedersachsen-Ticket ist nicht in allen Regionalbahnen, die Osnabrück Richtung Münster und Bielefeld verlassen, durchgängig nutzbar. Auch auf den meisten Buslinien im Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück ist es ungültig. Eine Ausnahme bildet die VOS-Tarifzone 100 (Osnabrück/ Belm). Für eine Ausdehnung des Geltungsbereichs in den Landkreis Osnabrück gebe es weiterhin keinen Anlass, teilt die Niedersachsentarif GmbH (Nitag) in Hannover auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der Bedarf am Niedersachsen-Ticket sei dort nach wie vor zu gering. Es ist keine nennenswerte Nachfrage zu erkennen″, erklärt Nitag-Sprecher Thilo Knoblich, ohne Zahlen zu nennen.

Zudem handele es sich beim Niedersachsen-Ticket um einen reinen Schienennahverkehrstarif. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln im Vor- und Nachlauf, wie sie unter anderem in den großen Verkehrsverbünden möglich ist, sei eine zusätzliche Bonusleistung″. In der Region Osnabrück scheitere eine effektive Vernetzung von Bus und Bahn aber schon an der Voraussetzung, dass hier durch eine betriebliche Abstimmung der Abfahrtzeiten eine tatsächliche Fahrmöglichkeit gerade auch an ländlichen Haltepunkten geschaffen wird″. Erst dann könne die Nitag mit tariflichen Lösungen unterstützen″. Eine zuletzt 2016 aufgestellte Forderung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), das Niedersachsen-Ticket im Landkreis Osnabrück wenigstens zur Probe anzubieten, ließ der Sprecher unkommentiert.

Der Nitag sei zwar sehr daran gelegen, die weißen Flecken beim Niedersachsen-Ticket zu schließen und daraus ein möglichst flächendeckendes Angebot zu machen″, so Knoblich weiter. Die Anerkennung des Niedersachsen-Tickets in Bussen setze jedoch immer auch eine Kooperationsbereitschaft der örtlichen Busunternehmen voraus. In anderen Verkehrsräumen hier ist ausdrücklich nicht die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück gemeint haben wir leider auch schon die Erfahrung gemacht, dass gerade Busunternehmen sich damit schwertun.″ Es sei daher nicht von der Nitag alleine zu beeinflussen, ob und wie schnell derartige Anerkennungen zustande kommen.

Besonders komplex sei das Thema im Grenzbereich von NRW. Dass das Niedersachsen-Ticket bereits zu diversen Haltepunkten im Nachbarbundesland gilt, ist laut Nitag in erster Linie dem kurvenreichen Verlauf der Landesgrenze im Bereich Ostwestfalen/ Osnabrück/ Münsterland sowie dem Verlauf der Bahnstrecke Hannover–Minden–Osnabrück– Rheine geschuldet. Da hier mehrfach die Landesgrenze gekreuzt wird, wäre ein anderer Geltungsbereich nicht zu vermitteln″, erklärt Knoblich.

Darüber hinausgehende Ausweitungen etwa auf die kompletten Linien von Teuto-Bahn (RB66, Osnabrück–Münster), Haller Willem (RB75, Osnabrück–Halle–Bielefeld) und Wiehengebirgsbahn (RB61, Bad Bentheim–Osnabrück–Bünde– Bielefeld) seien nicht ohne Weiteres möglich, da hier andere Tarife wie NRW-Tarif und Westfalentarif berührt würden. Innerhalb deren Geltungsbereichen könne der Niedersachsentarif nicht beliebig schalten und walten. Insbesondere bezüglich des Abschnitts Osnabrück–Münster ist das aus unserer Sicht unglücklich″, räumt der Nitag-Sprecher ein.

So bleibt es vorläufig dabei, dass Inhaber eines Niedersachsen-Tickets Münster von Osnabrück aus per Regionalbahn nur mit Umstieg in Rheine erreichen (und umgekehrt), nicht aber auf direktem Weg über Natrup-Hagen. Bielefeld wiederum ist von Osnabrück aus mit dem Niedersachsen-Ticket überhaupt nicht erreichbar: Endstation ist in diesem Fall entweder Dissen/ Bad Rothenfelde oder Herford. Die zum 1. Januar 2018 geplante Fahrpreiserhöhung im Niedersachsentarif-Angebot erfolgt laut Nitag umsatzgewichtet und fällt mit durchschnittlich 1, 4 Prozent vergleichsweise gering aus. Relativ niedrige Diesel- und Strompreise und nur leicht gestiegene Verbraucherpreise dämpfen den Einfluss sonstiger Kostensteigerungen, insbesondere im Personalbereich″, heißt es zur Begründung. Nach vier Jahren erstmals wieder teurer wird beispielsweise die Fahrradtageskarte: Sie kostet demnächst 5 statt 4, 50 Euro. Das Niedersachsen-Ticket bleibt im Preis unverändert.

Das Niedersachsen-Ticket

In Osnabrück und Belm ist das Niedersachsen-Ticket seit 2015 gültig. Hier berechtigt es einen Tag lang zu beliebig vielen Fahrten mit dem Stadtbus. Darüber hinaus lassen sich damit alle Regionalzüge in Niedersachsen, Hamburg und Bremen sowie in Grenzbereichen von Nordrhein-Westfalen nutzen, außerdem sämtliche öffentliche Nahverkehrsmittel wie U-Bahnen, Straßenbahnen und S-Bahnen in insgesamt sechs Verkehrsverbünden und Tarifgemeinschaften.

Das Sonderangebot gilt für bis zu fünf Personen und kostet zwischen 23 und 39 Euro. Wegen seiner gestaffelten Preise ist das Niedersachsen-Ticket besonders für Familien und Kleingruppen interessant. Eigene Kinder zwischen 6 und 14 Jahren fahren in Begleitung von maximal zwei Erwachsenen kostenlos mit. Gegen geringen Aufpreis ermöglicht das Niedersachsen-Ticket sogar Reisen bis ins niederländische Groningen.
Autor:
sst


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