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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Keine Ausschüttung der Sparkasse
 
Sparkasse Osnabrück behält Gewinn für sich
Zwischenüberschrift:
Kreissparkassen Bersenbrück und Melle leiten Teil der Überschüsse an Landkreis weiter
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Die Sparkasse behält Gewinne in Höhe von sechs Millionen Euro für sich. Der Verwaltungsrat hat entschieden, auf eine Ausschüttung an ihre Träger Stadt und Landkreis zu verzichten. Es ist im Sinne eines verantwortungsvollen Handelns geboten, für hinreichende Eigenkapitalpuffer zu sorgen″, erläutert Landrat Michael Lübbersmann als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Daher habe der Verwaltungsrat einstimmig entschieden, dass die Stärkung des Eigenkapitals Vorrang vor der Gewinnausschüttung habe. Verwaltungsratsmitglied Fritz Brickwedde fügt hinzu: Die Millionen, die die Sparkasse-Stiftungen jährlich ausschütten, könnten auch an Stadt und Landkreis ausgeschüttet werden. Dann müsste aber die Stadt das Industriemuseum und der Landkreis Kalkriese finanzieren.″

Obwohl die Sparkasse Osnabrück im vergangenen Jahr sechs Millionen Euro Gewinn gemacht hat, wird kein Cent an ihre Träger Stadt und Landkreis Osnabrück ausgeschüttet. Die Kreissparkassen Bersenbrück und Melle hingegen leiten zusammen 1, 7 Millionen Euro an den Landkreis weiter.

Osnabrück. Die Kreissparkasse Melle leitet von dem Jahresüberschuss in Höhe von 2, 1 Millionen Euro 740000 Euro an den Landkreis Osnabrück weiter. Noch höher ist die Ausschüttung bei der Kreissparkasse Bersenbrück, die von fast 4, 4 Millionen Euro Gewinn eine Million Euro an den Landkreis als kommunalen Träger weiterleitet. Ein Grund für den unterschiedlichen Umgang mit den Abführungen an ihre Träger sind offenbar die unterschiedlichen Eigenkapitalausstattungen der Geldinstitute.

Während die Kreissparkasse Bersenbrück eine Gesamtkapitalquote von rund 20 Prozent und die Kreissparkasse Melle von 16 Prozent hat, liegt sie bei der Sparkasse Osnabrück nur bei 13 Prozent. Die Gesamtkapitalquote gibt das Verhältnis der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag wieder. Die Sicherheitsrücklage des Osnabrücker Kreditinstituts beträgt 353, 3 Millionen Euro, was einer Steigerung um 1, 7 Prozent zum Vorjahr entspricht. Auch in den Geschäftsjahren 2014 und 2015 verzichtete die Sparkasse Osnabrück auf eine Ausschüttung, obwohl sie jeweils sechs Millionen Euro Gewinn machte. Der Sprecher der Sparkasse Osnabrück, Wulf Padecken, begründet den Verzicht auf eine Ausschüttung: Vor dem Hintergrund der sich aktuell verändernden Eigenkapitalanforderungen an Kreditinstitute wurde in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat keine Ausschüttung vorgenommen.″ Der größte Teil des Betriebsergebnisses werde zur erforderlichen Stärkung des Eigenkapitals benötigt. Weil noch ein bislang nicht abschließend bekannter Aufschlag auf das Eigenkapital geleistet werden müsse, habe die Stärkung der Eigenmittelausstattung zunächst Priorität. Zudem verweist Padecken darauf, dass der Bruttoertrag der Sparkasse aufgrund der Belastungen aus der Niedrig- und Negativzinspolitik der EZB um 5, 8 Millionen Euro zurückging.

Das niedersächsische Sparkassengesetz geht beim Thema Verwendung des Jahresüberschusses″ neben der Möglichkeit der Ausschüttung des Überschusses an den Träger auf folgende Option ein: Soweit die Eigenmittelausstattung und die Liquidität sowie die Wahrung des kreditwirtschaftlichen Handlungsspielraums der Sparkasse dies erfordern, ist der Jahresüberschuss mit Wirkung für den Bilanzstichtag der Sicherheitsrücklage zuzuführen.″

Die Entscheidung, was mit den Gewinnen der Bank passiert, fällt der Verwaltungsrat als Kontrollgremium. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Landrat Michael Lübbersmann, erläutert: Die Sparkasse Osnabrück stellt Privatpersonen und Unternehmen Kredite zur Verfügung. Davon profitiert die gesamte Region. Die Erhöhung des Darlehensbestandes zieht aufsichtsrechtlich aber zusätzlichen Bedarf an Eigenkapital nach sich.″ Im vergangenen Jahr habe die Sparkasse Osnabrück Darlehen in Höhe von 823 Millionen Euro vergeben, was Eigenkapital binde.

Es ist im Sinne eines verantwortungsvollen Handelns geboten, für hinreichende Eigenkapitalpuffer zu sorgen″, konstatiert Lübbersmann. Daher haben wir als Verwaltungsrat einstimmig und im Sinne unserer Verantwortung für unsere Region und die Erhaltung einer starken Sparkasse entschieden, dass die Stärkung des Eigenkapitals Vorrang vor der Gewinnausschüttung hat.″

Das Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse Osnabrück und Mitglied des Kuratoriums der Sparkassenstiftung Osnabrück, Fritz Brickwedde, fügt hinzu: Die Millionen, die die Sparkasse-Stiftungen jährlich ausschütten, könnten natürlich auch an Stadt und Landkreis ausgeschüttet werden. Dann müsste aber die Stadt das Industriemuseum und der Landkreis Kalkriese finanzieren. Wo wäre da der Vorteil? Auch zahlreiche kleine Projekte im sozialen und kulturellen Bereich wie Musikfestivals, die Tafel für sozial Schwache oder etwa Spielgeräte für Spielplätze würden von der Stiftung profitieren. Insgesamt gab die Sparkasse im vergangenen Jahr für Spenden und Sponsoring im Gebiet der Sparkasse Osnabrück 3, 5 Millionen Euro aus, im Jahr 2015 lag dieser Betrag bei vier Millionen Euro. Das Spendenvolumen der Kreissparkasse Bersenbrück belief sich 2016 auf eine Million Euro. Die Kreissparkasse Melle fördert die Region durch Spenden, Sponsoring und Dotierung einer Bürgerstiftung in Höhe von einer halben Million Euro.

Bildtext:
Trotz eines Gewinns von sechs Millionen Euro verzichtet der Verwaltungsrat der Sparkasse Osnabrück auf eine Ausschüttung an die kommunalen Träger Stadt und Landkreis Osnabrück.

Foto:
David Ebener
Autor:
jcf


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