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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Eine immens große Herausforderung″
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Interview mit Bernd Althusmann Niedersachsen soll Aufsteigerland werden″ (Ausgabe vom 9. Oktober).

Bernd Althusmann hat Verdienste bei der Umsetzung des Artikels 24 (Bildung) der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, immerhin geltendes Recht in Deutschland. Als Präsident der Konferenz der Kultusminister hat er wesentlich die bundesweiten Empfehlungen zur Inklusion in den Schulen koordiniert und in Niedersachsen dazu beigetragen, dass das Gesetz zur Einführung der inklusiven Schule mit den Stimmen der damals oppositionellen SPD beschlossen wurde.

Die Einführung der inklusiven Schule ist eine immens große Herausforderung, das hat sich in allen Bundesländern gezeigt. Angesichts des schwierigen Prozesses ist es von großer Bedeutung, dass es eine breite Zustimmung dazu gibt, dass die wesentlichen Rahmenbedingungen (genügend qualifizierte Lehrkräfte, verlässliche Unterstützungssysteme) geklärt sind und dass im Hinblick auf Akzeptanz und Entwicklung des Könnens in kleinen Schritten vorgegangen wird.

Der Start in Niedersachsen war verheißungsvoll, bis sich die nachfolgende Landesregierung zu viel vornahm und verfrüht Ausweitungen vorgab, ohne dafür einen politischen und gesellschaftlichen Konsens zu suchen und die weiteren Gelingensbedingungen zu berücksichtigen. Nun spricht der Herausforderer Bernd Althusmann im Wahlkampf von einer notwendigen , Atempause′ bei der weiteren Umsetzung der inklusiven Schule in Niedersachsen. Damit meint er eine Analyse der Entwicklungen und daraus folgende notwendige Korrekturen oder Nachsteuerungen. Zugleich betont er aber, dass es keine Schließungen von Förderschulen geben soll. Wohin die weitere Ausgestaltung gehen soll, erschließt sich nicht. Geht es nur um Nachbesserungen bei den Rahmenbedingungen oder auch um die gemeinsame Erarbeitung tragfähiger Umsetzungsschritte?

Es droht der zweite gravierende Fehler bei der nur behutsam möglichen Veränderung des Bildungswesens in Niedersachsen. Beim ersten Fehler waren die einen vorschnell, nun sind die anderen zögerlich und wollen erst einmal Pause machen, angeblich, um kritisch-konstruktiv zu analysieren, obwohl das wesentliche Ergebnis ja schon verkündet wird: Erhalt der Förderschulen. Inklusion braucht Verlässlichkeit, es geht nicht um eine beliebige Ausrichtung, wie Schule organisiert werden kann.

Inklusion braucht auch Nachdenklichkeit und Nachsteuerung. Angesichts jahrzehntelanger Erfahrung mit gemeinsamem Unterricht im Land kann man das prozessbegleitend vornehmen und muss nicht die insgesamt erfreuliche Entwicklung aussetzen. […]″

Hanno Middeke

Osnabrück

Dr. Peter Wachtel

Potsdam

Bildtext:
Bernd Althusmann im Wahlkampf.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Hanno Middeke, Peter Wachtel


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