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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neuer Anlauf für Freie Schule
 
Neuer Anlauf für eine neue Schule
Zwischenüberschrift:
Initiative für Freie Schule in Osnabrück formiert sich
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. In den vergangenen drei Jahren ist es ruhig geworden um die Gründungsinitiative für eine Freie Schule in Osnabrück. Nun will ein neues Team das Thema wiederbeleben. Ziel ist eine Schulgründung zum Schuljahr 2018/ 19.

Um die Gründungsinitiative für eine Freie Schule in Osnabrück ist es in den vergangenen drei Jahren ruhig geworden. Nun will ein neues Team das Thema wiederbeleben.

Osnabrück. Wir wollen das Thema jetzt mit neuer Energie nach vorne bringen″, sagt Robert Wasser. Angestrebtes Ziel ist nach seinen Worten eine Schulgründung zum Schuljahr 2018/ 19. Ein von Ricarda Hartmann erstelltes Kurzkonzept liegt der Landesschulbehörde seit März dieses Jahres vor. Seitdem wartet die Initiative auf eine Antwort. Die sei nun für die Zeit nach den Herbstferien in Aussicht gestellt, so Hartmann. Die Pädagogin zeichnet für das Kurzkonzept verantwortlich und wird auch die ausführliche Version für eine endgültige Genehmigung ausarbeiten.

An einer alternativen Schulform für die Schulanfänger interessierte Eltern gebe es genug, sagt Wasser. Etwas schwieriger sei es dagegen schon, Eltern und Lehrer zu finden, die sich mit ihren Fähigkeiten in die Gründungsaktivitäten einbringen. Hartmann und Wasser sind aber zuversichtlich, dass mit dem Kernteam, das sich jetzt zusammengefunden hat, ein solider Grundstock gelegt ist, um erfolgreich an der Gründung der Freien Schule arbeiten zu können. Man sei derzeit auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Da wäre es schön, so Wasser, wenn sich ein Immobilienmakler finden würde, der uns ehrenamtlich unterstützen könnte″.

Aber warum denn überhaupt eine Freie Schule? Kinder sind keine Fässer, die man füllen muss, sondern Kerzen, die man entzünden muss″, sagt Wasser. Was er damit meint? Kinder hätten von Natur aus einen großen Wissensdurst″, aber eben durchaus zu unterschiedlichen Zeiten auf unterschiedlichen Gebieten. In der herkömmlichen Schule aber gebe es immer einen Lehrgang, der dann für alle gelte. Das könne die Leidenschaft für das Lernen kaputt machen. Wasser erinnert sich dabei an seine eigene Schulzeit, in der er oft aus Trotz gegen den aufgezwungenen Lernstoff verweigert habe.

Für seine zweijährige Tochter Flora stellt er sich einmal ein anderes Lernen vor. Freie Schulen setzen fast ausschließlich auf den Wissensdrang und den Eigenantrieb der Kinder. Lernen findet nicht nach Lehr- und Stundenplan statt. Die Interessen der Kinder sind es, die den Tagesablauf bestimmen.

An den Freien Schulen, wie sie die Osnabrücker Initiative anstrebt, hat der individualisierte, an den Interessen jedes einzelnen Kindes ausgerichtete Unterricht Vorrang vor dem kollektiven Lernen ein und desselben Stoffes zu festgelegten Zeiten. Jedes Kind wird individuell gefördert und gefordert und bestimmt innerhalb des offenen Curriculums selbst, was und wie es lernt. Wir sind eine Initiative aus Eltern und Pädagogen, die sich in Osnabrück eine Schule wünschen, die Raum bietet für individuelle Lernwege, Gemeinsamkeit und Kooperation, gegenseitige Wertschätzung, einen offenen Lernplan, der sich am jeweiligen Stand der Kinder orientiert, eine gesunde und authentische Kommunikation zwischen allen Beteiligten″, heißt es dazu auf der Homepage der Initiative. Die Osnabrücker wollen sich am Konzept des offenen Unterrichts nach Falko Peschel orientieren. Peschel ist Lehrer und Pädagoge. Er definierte den offenen Unterricht und wurde bekannt durch seine Unterrichtsversuche.

Die Initiative trifft sich am Donnerstag, 16. November, um 18 Uhr im Haus der Jugend im Kleinen Saal zu einem weiteren Infoabend für Interessierte.

Bildtext:
Der Lehrer an der Tafel, alle Kinder hören zu dieses Bild von Schule entspricht nicht den Vorstellungen der Freien Schule.

Foto:
Symbolfoto:
dpa

Kommentar:

Auf ein Neues

Eine Schulgründung schüttelt man nicht mal eben so aus dem Ärmel. Bevor die ersten Kinder in Osnabrück pädagogisches Neuland betreten dürfen, bedarf es eines langen Atems. Es ist kaum verwunderlich, wenn da schon mal dem einen oder anderen die Puste ausgeht, zumal der eigene Nachwuchs die Früchte des elterlichen Einsatzes vielleicht gar nicht mehr ernten kann.

Dem neuen Team der Osnabrücker Initiative ist eine gute Kondition zu wünschen, um den Weg erfolgreich zu Ende gehen zu können.

Denn einen Weg abseits der eingetretenen Pfade zu suchen ist keineswegs verwerflich. Vielleicht ergeben sich hieraus ja auch neue Impulse für die Regelschulen. Aus der Neugründung abzuleiten, an den existierenden Grundschulen würde nur noch an den Interessen der Kinder vorbeiunterrichtet, wäre aber im höchsten Maße unfair.

Jeder einzelne Grundschullehrer kämpft täglich um den besten Unterricht für seine″ Kinder. Und das trotz ja zuweilen auch gegen ein hohes Maß an schulfernen Anforderungen, die den Unterricht zur Nebensache werden lassen. Weniger parteipolitische Ideologie, weniger Inspektion, mehr personelle Ausstattung könnten hier viel bewegen zugunsten unserer Kinder.
Autor:
dk


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