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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Smoggefahr durch Elektrobusse?
 
Dinge übers Busfahren von morgen
Zwischenüberschrift:
Was sich durch den Systemwechsel von Diesel- auf Elektrobusse und andere Neuerungen verändert
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Entsteht durch die Umstellung auf Elektrobusse und den massenhaften Einsatz von Schnellladestationen gesundheitsgefährdender Elektrosmog? Die Stadtwerke Osnabrück sehen hier keine Gefahr. Die Elektrobusse in Osnabrück werden den Empfehlungen und Anforderungen des Kraftfahrtbundesamts hinsichtlich der Belastung durch elektromagnetische Felder entsprechen. Die Fahrzeuge werden eine reguläre Zulassung bekommen″, heißt es auf Nachfrage. Als Fahrgast oder Fußgänger werde man zu keinem Zeitpunkt″ elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Gleiches gelte für die Ladestationen. In Osnabrück werden aber auch nach Elektrifizierung der Flotte Dieselbusse unterwegs sein. Das geht aus den Antworten der Stadtwerke auf Anfragen unserer Redaktion hervor.


In Osnabrück werden auch nach Elektrifizierung der Stadtbusflotte Dieselbusse unterwegs sein. Vor Elektrosmog in E-Bussen und an Ladestationen braucht sich niemand zu fürchten. Und: Zwangsumstiege zwischen Diesel- und Elektrobussen am Stadtrand soll es nicht geben.

Osnabrück. Das geht aus der Beantwortung eines Fragenkatalogs hervor, den unsere Redaktion den Stadtwerken Osnabrück vorgelegt hat. Der Verkehrsbetrieb stellt dabei in Aussicht, demnächst auch Mehrfahrtenkarten als Handyticket anzubieten. Die Entscheidung über das E-Bus-System soll derweil noch in diesem Jahr fallen. Eine Zusammenfassung in fünf Punkten.

Punkt 1: Verzögerung bei Elektrobus-Ausschreibung

Hier kam es im September zu einer Panne. Alle vier vorliegenden Angebote über Fahrzeuge und Ladestationen wiesen Formfehler auf. Teilweise waren sie nicht richtig unterschrieben, teilweise enthielten sie falsche allgemeine Geschäftsbedingungen″, erklärt Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes. Die Anbieter wurden aufgefordert nachzubessern. Am Nikolaustag, 6. Dezember, soll der Aufsichtsrat nun bestimmen, welches System aus elektrischen Gelenkbussen und Schnellladestationen zunächst auf der Referenzlinie 41 (Düstrup–Neumarkt–Haste) zum Einsatz kommt.

Punkt 2: Zwangsumstiege an der Stadtgrenze

Sicher ist, dass die Linie 41 nicht mehr nach Rulle verlängert werden kann, sobald sie in Osnabrück ausschließlich von Elektrobussen bedient wird. Stattdessen macht sie in Haste kehrt an einer neuen Endhaltestelle mit Ladestation am Östringer Weg. Mit Blick auf den Regionalverkehr von und nach Norden ist deshalb eine Verlängerung der Linie 33 vom Nettebad nach Rulle und weiter nach Alt-Wallenhorst beabsichtigt. Die Batteriekapazität der Busse solle darauf ausgelegt sein, auch bis nach Hagen, Hasbergen, Belm oder Lotte-Wersen fahren zu können. Es wird keine Zwangsumstiege geben. Osnabrück kapselt sich nicht von der Region ab!″, stellen die Stadtwerke klar.

Punkt 3: Mischbetrieb von Elektro- und Dieselbussen

Bis 2021 sollen zunächst vier Hauptlinien in der Stadt elektrifiziert sein. Ziel ist laut Rolfes eine vollelektrische eigene Busflotte bis Mitte des nächsten Jahrzehnts. Was aber nicht heißt, dass dann auf keinen Fall mehr Dieselbusse im Liniendienst durch Osnabrück rollen werden. Vielmehr dürfte es auf bestimmten Netzachsen zu Mischbetrieb kommen. Grund: Die Stadtwerke arbeiten mit Auftragsunternehmern und Kooperationspartnern zusammen. Deren Leistungen betragen etwa 40 Prozent der Fahrplankilometer. Beim Osnabrücker Verkehrsbetrieb gehen die Verantwortlichen jedoch davon aus, dass die anderen Firmen bei der Umrüstung auf E-Busse nachziehen. Perspektivisch wird angestrebt, auch die angemieteten Fahrzeuge zu elektrifizieren, damit auf den Linien kein Mischbetrieb stattfindet.″

Punkt 4: Elektrosmog durch E-Busse und Ladestationen

Durch schrittweises Ausmustern aller Stadtwerke-Dieselbusse wird ein großer Luftverpester aus Osnabrück verschwinden. Aber kann nicht auch Elektrosmog krank machen verursacht durch massenhaften Gebrauch von E-Bussen und Schnellladestationen? Die Stadtwerke Osnabrück sehen hier keine Gefahr. Die Elektrobusse in Osnabrück werden den Empfehlungen und Anforderungen des Kraftfahrtbundesamts hinsichtlich der Belastung durch elektromagnetische Felder entsprechen. Die Fahrzeuge werden eine reguläre Zulassung bekommen″, heißt es auf Nachfrage. Die Aufladung finde über Stromabnehmer (Pantografen) auf dem Dach der E-Busse statt. Als Fahrgast oder Fußgänger werde man daher zu keinem Zeitpunkt″ elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Gleiches gelte für die Ladestationen.

Punkt 5: Mehrfachkarten als Handyticket

Ab November 2017 können Fahrgäste im Osnabrücker Stadtbusnetz auch Handytickets nutzen. Die digitalen Fahrscheine werden über die Smartphone-App VOS Pilot″ verkauft.

Mehrfachkarten wie Vierertickets und Achtertickets sind allerdings nicht verfügbar noch nicht. Das Angebot werde nach und nach ergänzt, etwa durch Abo-Chipkarten (Anfang 2018) und Bestpreis-Abrechnung (Herbst 2018), erklären die Stadtwerke. Auch die mögliche Integration einer Mehrfahrtenlösung″ sei Teil der Gesamtüberlegungen.

Aus fünf mach sieben: Wie die Stadtwerke außerdem die vielen Verspätungen im Linienverkehr und Probleme bei Schulbussen erklären, lesen Sie im Internet auf noz.de/ verkehr-os

Bildtext:
Die Stadtwerke Osnabrück als kommunaler Verkehrsbetrieb wollen durch vollständige Elektrifizierung ihrer Busflotte den Lärm und den Schadstoffausstoß im innerörtlichen Verkehr drastisch verringern.

Foto:
Michael Gründel

Kommentar:

Mutig sein

Umfragen belegen: Der öffentliche Nahverkehr hat ein Akzeptanzproblem. Den Stadtwerken Osnabrück bleibt deshalb nichts anderes übrig, als den chronisch defizitären Verkehrsbetrieb (12 Millionen Euro Minus im Jahr) so zu verändern, dass er künftig wesentlich mehr Menschen überzeugt als bisher schon allein aus wirtschaftlichen Gründen. Aber auch der drohende Verkehrskollaps in der City und daraus resultierende Schäden für Gesundheit und Umwelt zwingen zu mutigen Schritten. Einer davon ist die konsequente Umstellung auf komfortable Elektrobusse, die weder Krach machen noch die Luft verschmutzen. Ein anderer ist die Einführung digitaler Leistungsmerkmale wie Handytickets, Bestpreis-Abrechnung und Echtzeitinformation zur verlässlichen Reiseplanung. Inzwischen steht sogar das Liniennetz mit dem Neumarkt als Knoten zur Disposition gut so! Entscheidend ist: Das Angebot muss dem Kunden gefallen, nicht umgekehrt.
Autor:
sst


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