User Online: 1 | Timeout: 15:24Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Islam als guter Nachbar
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Gemeinden informieren am Tag der offenen Moschee
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Elf Osnabrücker Moscheen haben gestern dazu eingeladen, unter dem Motto Gute Nachbarschaft bessere Gesellschaft″ durch Gespräche, Führungen und Vorträge mehr über die Religion, die Kultur und den Alltag von Muslimen zu erfahren.

Seit 20 Jahren ist der Tag der Deutschen Einheit traditionell auch der Tag der offenen Moschee. Damit soll bundesweit zum Ausdruck gebracht werden, dass sich islamische Religionsgemeinschaften als Teil des deutschen Staates verstehen. Wir sind für alle offen und schließen niemanden aus″, sagt etwa Hakan Kurt, Jugendvorsitzender der seit 30 Jahren bestehenden türkischen AyaSofya-Gemeinde an der Meller Straße. Ganz bewusst würden mit Kindern auch Synagogen und Kirchen besucht, um ihnen Respekt vor Andersgläubigen″ zu vermitteln. Gerade die jungen Muslime seien an einem friedlichen Zusammenleben interessiert, das in Osnabrück auch besonders gut funktioniere, berichtet Kurt aus seinen Erfahrungen.

Das kann auch Elvir Kartal bestätigen, der nach seinem Vater Tofik in zweiter Generation das islamische Kulturzentrum Saraj Bosna leitet, das ebenfalls an der Meller Straße vor mehr als zwei Dutzend Jahren unter dem Eindruck des jugoslawischen Bürgerkriegs auch als Sammel- und Treffpunkt für Geflüchtete entstanden ist. In einem regen Austausch gehe es mehr darum, Gemeinsamkeiten zu finden″, als die Unterschiede zu kultivieren, sagt der Vorsitzende der rund 100 Mitglieder starken Gemeinde. Niemand hat uns beigebracht, einen anderen zu hassen, nur weil er Christ ist″, ergänzt der junge Iman Ajdin Suljakovic, der sehr gut Deutsch spricht und derzeit in Osnabrück studiert. Das für christliche Besucher ungewohnte Ausziehen der Schuhe vor dem Betreten der Räume diene dazu, auf dem Boden der Tatsachen″ eine Verbindung mit Gott herzustellen, erläutert Kartal.

Auch die Risale-i-Nur-Gemeinde liegt an der Meller Straße. Hier erfuhren die Besucher etwas über den kurdisch-islamischen Gelehrten Said Nursî (ca. 1876–1960), der die Schrift Risale-i Nur („ Botschaft des Lichts″) verfasst hat. In dieser Lehre wird der Islam als Urreligion interpretiert, die Glauben, Schöpfungsgeschichte und Wissenschaft in Einklang bringen möchte. Natur- und Geisteswissenschaften seien dazu da, durch die Ausstellung Gottes″ mit allen Kunstwerken des Schöpfers″ zu führen, erläuterte der Lesevereinsvorsitzende Hüseyn Yilmaz. Der Arzt lebt seit über zwölf Jahren in Deutschland und hält den Ansatz Nursîs, noch vor dem Ersten Weltkrieg aus dem Islam die Grundpfeiler der Demokratie, des Rechtsstaates und des Parlamentarismus abzuleiten, für einzigartig. Durch Despotie als ihr Gegenteil seien irregeleitete Strömungen″ entstanden, die Zwietracht säten und Blindgläubigkeit förderten.

Bildtexte:
Schuhe bitte ausziehen, hieß es beim Tag der offenen Moschee so auch hier im islamischen Kulturzentrum Saraj Bosna in der Meller Straße. Fotos: Thomas Osterfeld

Die türkische Aya-Sofya-Gemeinde ist eine von drei Moscheen an der Meller Straße.
Autor:
mali


Anfang der Liste Ende der Liste