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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Protest gegen neues Wohngebiet
Zwischenüberschrift:
Neu gegründete Bürgerinitiative Schinkelberg wehrt sich gegen Baupläne
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die neu gegründete Bürgerinitiative Schinkelberg erhebt Einspruch gegen ein geplantes Wohngebiet in ihrem Hinterhof. Zur Ortsbesichtigung luden die Aktivisten jetzt Anette Meyer zu Strohen, die Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, ein. Die CDU-Politikerin stellte sich auf die Seite der Anlieger.

Osnabrück. Konkret geht es um einen Aufstellungsplan, der mit bis zu 30 mehrgeschossigen Häusern für 120 Menschen kalkuliert. Entstehen soll das reine Wohngebiet zwischen Bremer Straße, Weberstraße, Schinkelbergstraße und Schwanenburgstraße. Dort war früher die Trasse der Mittleren Verbindung Ost geplant.

Widerstand gegen den Bebauungsplan Nr 22 (1) kommt von einer Anfang September gegründeten Bürgerinitiative (BI). In ihr versammeln sich Grundeigentümer und Mieter der Weber- und Biedendieckstraße, die sich als Hauptbetroffene der geplanten neuen Siedlung ansehen. Unterstützung gibt es zudem von anderen Einwohnern aus dem Stadtteil, wie etwa den beiden Bürgervereinen Schinkel von 1912 und Schinkel-Ost. Insgesamt 140 Bürger haben bislang mit ihrer Unterschrift bekundet, voll hinter den Zielen der BI zu stehen.

Grundsätzlich wolle die Initiative das gesamte Vorhaben verhindern, sagte deren Sprecher Dieter Westerkamp beim Lokaltermin. Zahlreiche Gründe gegen den Plan habe die BI seit Monaten zusammengetragen. Neben einer befürchteten weiteren Zunahme des Verkehrs führt die Initiative ökologische Faktoren ins Feld. Mit Verwunderung wurde aufgenommen, dass das Wohngebiet dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Klimagutachten widerspreche. Das zu bebauende Gebiet gilt als wichtige Schneise für einen Luftaustausch zwischen den Kaltluftentstehungsgebieten Schinkeler Friedhof und nördliche Gartlage.

Die Anlieger machen zudem geltend, dass durch eine weitere Bodenversiegelung und Wohnbauverdichtung im Planungsgebiet bei Hochdruckwetterlagen Wärmeinseln entstehen könnten. Dieser Effekt weite sich aktuell noch aus, meinen die BI-Mitglieder mit Blick auf das Klimagutachten.

Kritisiert wird auch, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt im März einem beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung zugestimmt habe bei einer Gegenstimme aus der SPD. Der Verzicht auf eine Umweltprüfung sei nur zulässig, wenn die Fläche kleiner als zwei Hektar sei, macht die Initiative mit Hinweis auf einen Rechtsanwalt deutlich. Wir haben ausgerechnet, dass es bei dem Bebauungsplan aber um über vier Hektar geht″, machte Detlef Unger von der BI geltend.

Die Initiative befürchtet, dass die Stadt ein Umlegungsverfahren einleiten werde, um das Bauvorhaben zu realisieren. Dabei würden die betroffenen Gartengrundstücke nach einer Bewertung in einen Topf gegeben. Was dann geschieht, beschrieb Dieter Westerkamp so: Dann werden sämtliche Erschließungskosten plus ein Aufgeld der Kommune in Höhe von bis zu 20 Prozent abgezogen. Der Restwert wird geteilt durch den Quadratmeterpreis der Baufläche, und dann bekommt jeder Eigentümer ein wesentlich kleineres Grundstück wieder, das nicht an seinem Haus liegen muss.″

CDU-Ratsfrau Anette Meyer zu Strohen wandte sich dagegen und vermerkte, so ein Umlegungsverfahren, wo 80 Prozent im privaten Besitz ist, um letztlich 20 Prozent städtischen Besitz einzubringen, geht gar nicht. Das Umlegungsverfahren könne nur der Rat beschließen – „ und das sollte hier in keinem Fall passieren″. Sie sicherte zu, das Thema im Stadtentwicklungsausschuss erneut zu erörtern.

Generell wendet sich die BI nicht gegen eine Bebauung. Sogenanntes Bauen in zweiter Reihe″ sei durchaus gewünscht. Dies habe aber nichts mit dem Widerstand gegen das geplante Wohngebiet zu tun, versicherten die Aktiven einhellig.

Bildtext:
Kein Baugebiet am Schinkelberg: Dieter Westerkamp, Sprecher der Bürgerinitiative Schinkelberg (Mitte), begründete den Widerstand gegen die Pläne der Stadt.

Foto:
Stefan Buchholz
Autor:
Stefan Buchholz


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