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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
15 Millionen Euro für den Limberg
Zwischenüberschrift:
Unternehmen investiert in Zukunft des Quartiers
Artikel:
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Originaltext:
Als die Briten abzogen, hinterließen sie einen großen Wohnungsbestand. Allein am Limberg in der Dodesheide waren es 685 Wohnungen. Nach dem einen oder anderen Besitzerwechsel gehören die Häuser dort heute der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Quartier weiterzuentwickeln.

Osnabrück. So jedenfalls beschreibt Ulrich Schiller, Geschäftsführer für den Geschäftsbereich Nord der Vonovia, die Vorstellungen seines Unternehmens. Wir sind als Dax-Unternehmen Bestandshalter″, so Schiller. Es gehe nicht darum, möglichst viel Mieten aus den Objekten herauszupressen″, grenzt er die Vonovia von anderen Wohnungsbau-Unternehmen ab. Ziel sei es, den Bestand am Limberg nachhaltig für die Mieter zu entwickeln. Dazu gehört neben der Sanierung der Gebäude auch eine Nachverdichtung. Auf den Freiflächen zwischen den Blocks sollen kleinere Einheiten entstehen, um eine sozial verträgliche Mischung der Quartiersbewohner zu erreichen.

Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Erst einmal geht es darum, den Bestand auf Vordermann zu bringen. Dazu gehören energetische Sanierungen, Dachausbauten aber auch eine umfassende Fassadenkosmetik. Etliche der Mehrfamilienhäuser haben die Prozedur schon über sich ergehen lassen und stehen nun zweifarbig aufgefrischt auf den Rasenflächen, die die Blocks voneinander trennen.

Schiller legt Wert auf Sauberkeit im Quartier. Da sind es manchmal die kleinen Dinge, die das Leben kompliziert machen. Zum Beispiel der richtige Umgang mit dem Müll. Der Vonovia-Geschäftsführer kennt das Problem. Für viele Menschen, die hierhinkommen, ist das Thema Mülltrennung zunächst einmal fremd.″ Teils mit mehrsprachigen Hinweisen versucht sein Unternehmen, den Mietern Sinn, Zweck und Verfahren der Mülltrennung näherzubringen. Mit Erfolg zwischen den Blocks sieht es ausgesprochen sauber aus. Dabei sind es weit weniger die Menschen, die im Quartier leben, die offenbar ein gestörtes Verhältnis zur Müllentsorgung haben, weiß Schiller und kann dabei seinen Ärger nicht verbergen.

In der Vergangenheit sei es vorgekommen, dass Ortsfremde ihren Sperrmüll einfach zwischen die Blocks geworfen hätten. Besonders groß sei die Versuchung für die Fremdvermüller gewesen, wenn Quartiersbewohner mangels besserer Entsorgungsmöglichkeit ihr Altmobiliar vor der Haustür zwischengeparkt hätten. Getreu dem Motto Wehret den Anfängen″ hat das Unternehmen deshalb kurzerhand zwei Garagen zur Verfügung gestellt, in denen die Limberger ihre alten Schätzchen bis zur Entsorgung lagern können. Damit entfällt zumindest die Versuchung für Außenstehende, dort, wo schon etwas steht, auch noch den eigenen Müll zu platzieren.

Wenn Schiller von der Zukunft des Quartiers spricht, hört er sich an wie eine Mischung aus Geschäftsführer und Sozialarbeiter. Wir brauchen hier eine nachhaltige Entwicklung, damit sich die Menschen zu Hause fühlen″, sagt er. Wichtig sei es, in der bunt gemischten Limbergbevölkerung Verständnis füreinander zu entwickeln. Schiller ist froh, dass die Stadt den Quartierstreff eingerichtet hat, in dem die Menschen Unterstützung durch Sozialpädagogen in vielfältiger Form erhalten. Dafür haben wir gerne eine Wohnung mietfrei zur Verfügung gestellt″, sagt der Vonoviamann, der sich freuen würde, wenn der Treff erhalten bliebe.

Darüber wird in Kürze die Politik entscheiden müssen, denn das Projekt läuft zum Ende des Jahres aus. Ob und, wenn ja, wie es danach weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen. Mareike Siegmann, Sozialpädagogin vom Fachdienst Jugend der Stadt Osnabrück, würde die Arbeit gerne fortsetzen: Wir sind hier im Quartier angekommen.″ Grund für den Aufbau der Quartiersarbeit im November 2012 war der Armutsbericht der Stadt. Er zeigte für die ehemalige Britensiedlung eine Reihe von Risikofaktoren auf: 27 Prozent der Bewohner leben von Hartz IV, fast 50 Prozent der Kinder beziehen Sozialgeld, der Bereich hat den höchsten Anteil an Kindern unter zehn Jahren. Deshalb sollten die beiden Mitarbeiterinnen soziale Netzwerke aufbauen, aktivieren und den Zugezogenen öffnen. Das ist weitestgehend gelungen. Der Quartierstreff verfolgt als niederschwellige Beratungsstelle vor allem die Verbesserung der sozialen Teilhabe und die berufliche Integration junger Menschen. Angeboten werden zum Beispiel die Hilfe bei Behördengängen oder Angebote bei denen soziale Kontakte geknüpft werden können. Die Arbeit der Sozialpädagogen reicht von der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen über die Unterstützung der Jüngsten bei den Hausaufgaben bis hin zur Organisation von Quartiersfesten, die das Miteinander in der Siedlung fördern.

Heute leben nach Aussage von Schiller etwa 50 Nationen am Limberg. Darauf habe man sich eingestellt. Wir kommunizieren, soweit es geht, in unterschiedlichen Sprachen mit unseren Mietern″, so Vonovia-Regionalleiterin Dagmar Thiele. Wichtig sei auch, die verschiedenen Ethnien zu kennen, um nicht ungewollt Spannungen zu provozieren. Alleine könnten wir diese Arbeit nicht leisten″, sagt Schiller und bekräftigt noch einmal seinen Wunsch, den Quartierstreff weiter vor Ort zu haben.

Schiller hat auch das Umfeld im Auge. Wünschenswert sei ein Einzelhandelsstandort in unmittelbarer Nähe, zum Beispiel auf dem ehemaligen Kasernengelände. Wir überlegen, hierzu ein Gutachten in Auftrag zu geben″, kündigt er an. Die Vonovia will nach seinen Worten in den kommenden Jahren etwa 15 Millionen Euro am Limberg investieren. Wir glauben an diesen Stadtteil″, so Schiller.

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Bildtexte:
Wollen den Limberg zu einem lebenswerten Quartier entwickeln (v. l.): Dagmar Thiele, Mareike Siegmann, Vonovia-Techniker Konstantin Aritsiniotis und Ulrich Schiller.
Am Limberg im Stadtteil Dodesheide hat die Vonovia große Wohnungsbestände erworben. Nach und nach will das Unternehmen das Quartier aufwerten.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Dietmar Kröger


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