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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Weniger Autos für mehr Lebensqualität
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur aktuellen Berichterstattung über das Projekt Mobile Zukunft″, u. a. zum Artikel Gesucht: Ideen für den Stadtverkehr der Zukunft″ (Ausgabe vom 15. September).

Noch nie wurde in Osnabrück so viel für eine bessere Freizeit-, Lebens- und Wohnqualität getan wie derzeit. Die zielsetzenden Planmaßnahmen dazu überschlagen sich nahezu. Endlich tut sich was, und das ist auch gut so.

Die Verantwortlichen wissen, dass ein Plan zwei Seiten hat. Auf der Vorderseite stehen die Erfolge von verbesserter Freizeit-, Lebens- und Wohnqualität in der Innenstadt. Auf der Rückseite stehen die Verluste der verlorenen Attraktivität als Einkaufsstadt und Kaufkraftverluste aus dem Umland.

Um das Ziel von mehr Freizeit-, Lebens- und Wohnqualität zu erreichen, bedarf es eines Umbaus der Verkehrsstrukturen in Osnabrück. Deshalb haben Stadt und Stadtwerke gemeinsam das Projekt , Mobile Zukunft′ gestartet. Herz [. . .] ist ein attraktiver öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Die laufende Projektrealisierung verändert die Verkehrsstruktur in Osnabrück. Flankierende Maßnahmen des Projekts, die den Motorisierten Individualverkehr (MIV) in Osnabrück zum Umstieg auf den ÖPNV führen, sind vorhandene Verkehrsflächen zugunsten des ÖPNV, der Fahrradfahrer und der Fußgänger neu zu verteilen, um einen vom MIV unbehinderten ÖPNV mit maximaler Bevorzugung zu erreichen. Nur so sind die Ziele für eine bessere Freizeit-, Lebens- und Wohnqualität aus der Sicht von Stadt und Stadtwerken erreichbar.

Ob nur ein Ziel für eine Großstadt in der Gesamtverantwortung genug und richtig fokussiert ist, vermag ich nicht zu beantworten. Der MIV rückt in den Mittelpunkt der Geschehnisse. Denn nur ein attraktiver ÖPNV kann die Bürger zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegen. Attraktiv ist ein ÖPNV dann, wenn auch die Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel zeitlich und örtlich ansprechen und günstig liegen. In Osnabrück ist das bisher nicht der Fall.

Gegenwärtig wird der ÖPNV nur im Erscheinungsbild der Bushaltestellen umgebaut. Mit einem attraktiver werdenden ÖPNV hat das nichts zu tun, weil sich die angebotenen Verbindungen nicht verbessern. [. . .]

Aktuell sind sowohl der ÖPNV als auch die Auto-Fahrzeiten unattraktiv. In der Folge stiegen meine Online-Einkäufe erheblich, weil das für mich einfacher und attraktiver ist. Bisher gebe ich jedes Jahr 600 Euro für den ÖPNV aus. Der ÖPNV muss schnellstens attraktiver werden. Ansonsten wird das Bus-Abo für mich unwirtschaftlich.

Das anhaltende Warten auf einen attraktiven ÖPNV ist eine Gratwanderung. Kunden, die der ÖPNV schon hat, können verloren gehen. Jede Autofahrt, die nicht stattfindet, ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des MIV und trägt somit zur gewollten Verbesserung der Freizeit-, Lebens- und Wohnqualität bei. Insofern ist der ansteigende Online-Konsum gerechtfertigt.

Allerdings schmerzt der Interessenkonflikt mit dem städtischen Einzelhandel, der zweifelslos bevorzugt werden sollte, aber die Erreichbarkeiten und Abtransporte der Einkäufe sind unattraktiv geworden. Die innerstädtische Wertschöpfung leidet, weil sie nicht genug bei all den städtischen Maßnahmen beherzigt wird.

Inwieweit das Projekt Zukunft Mobilität in Osnabrück bisher geglückt ist, wird an der Zahl der gemeldeten Pkw pro Einwohner im bundesweiten oder auch im europäischen Vergleich deutlich. Im Juli 2017 waren es 480 je 1000 Einwohner, der Bundesdurchschnitt sind 550 Pkw pro 1000 Einwohner.″

Frank Beckmann

Osnabrück
Autor:
Frank Beckmann


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