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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Glyphosat gefährlich für Mensch und Tier
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Interview mit Agco-Chef Martin Richenhagen Trump müsste bei Merkel in die Lehre″ (Ausgabe vom 14. September).

Dass das sogenannte Pflanzenschutzmittel Glyphosat vor allem wegen der Zusatzstoffe als giftig angesehen werden kann, ist ein offenes Geheimnis. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat das Pestizid als , wahrscheinlich krebserregend′ eingestuft. In den USA wurde bei Bauern in den Einsatzgebieten von Glyphosat erhöht Lymphdrüsenkrebs nachgewiesen. Das Totalherbizid tötet nebenbei auch Nahrungspflanzen für Insekten.

Auf diese Art verlieren Vögel wiederum ihre Nahrung, wodurch ihre Population zum Teil erheblich reduziert wird. Auch Bodenlebewesen werden durch das Unkrautvernichtungsmittel vermindert. Da Unkraut schon Resistenzen gegen Glyphosat entwickelt hat, muss immer mehr des Mittels eingesetzt werden. Unterm Strich brauchte man dieses Mittel gar nicht, mit Pflügen und sinnvoller Fruchtfolge könnte es vermieden werden.

Interessanterweise stellte sich jetzt heraus, dass das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wesentliche Teile seiner Bewertung des Ackergifts Glyphosat abgeschrieben hat und zwar direkt aus dem Zulassungsantrag der Herstellerfirma Monsanto. Das berichteten kürzlich der britische Guardian und weitere Medien. Seitenweise übernahm die Behörde Texte zur (jeweils nicht) krebserzeugenden, fruchtbarkeitsschädigenden und DNA-schädigenden Wirkung von Glyphosat aus dem Antrag von Monsanto, statt diesen kritisch zu prüfen.

Trotzdem schrieb das Bundeslandwirtschaftsministerium an einen Bundestagsabgeordneten, dass der Bericht , nur die aus der Feder der Mitarbeiter des BfR stammende Bewertung′ enthält. Das ist offensichtlich falsch. […] Hinsichtlich Gentechnik ist seit Langem bekannt, dass entsprechend behandelte Pflanzen aufgrund der Resistenz gegen Glyphosat Reste dieses Giftes enthalten.

Insektizide Genpflanzen enthalten auch viele neue Toxine, zum Beispiel gegen den Maiszünsler. Die Wirkung auf den Menschen ist aber nicht bekannt. Was die Genmanipulation letztlich in den Pflanzen auslöst und was sie dadurch bei den Konsumenten bewirkt, weiß man auch nicht.

Dass die Sorten- und Artenvielfalt durch die auch nicht der Bewahrung der Schöpfung entsprechende Technik reduziert wird, gilt als sicher. Ein großer Anteil des importierten Futters ist gentechnisch verändert, was in den Tierprodukten nachweisbar ist.

Höhere Erträge durch Gentechnik sind nicht bekannt. Weltweit sind nur zehn Prozent der angebauten Nutzpflanzen gentechnisch verändert. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, dass einzelne Länder der EU die Grüne Gentechnik nur verbieten können, wenn sie nachweisen, dass sie ein , ernsthaftes Risiko für Mensch oder Tier oder die Umwelt darstellt′, kann nur erstaunen oder mit Unwissenheit erklärt werden.

Es ist zu hoffen, dass gegen dieses Urteil Widerspruch eingelegt wird. Über 80 Prozent der Verbraucher lehnen Lebensmittel, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln erzeugt werden, ab.″

Reinhard Fiegenbaum

Ladbergen

Bildtext:
Das Ausbringen von Glyphosat betrachtet ein Leser mehr als kritisch. Zu groß sei das Risiko für die Gesundheit der Bauern, Insekten und Vögel.

Foto:
dpa
Autor:
Reinhard Fiegenbaum


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