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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Rechte Nester in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Bundestagswahl 2017: Wo sind die Hochburgen? – AfD in Schinkel, Haste, Atter und Eversburg zweistellig
Artikel:
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Originaltext:
Wo hat die AfD in Osnabrück die meisten Anhänger? In welchen Wahlbezirken kommt an CDU und SPD keiner vorbei? Und wo sind Linke und Grüne besonders stark? Ein Blick auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 verrät, wo sich in der Stadt die Hochburgen der einzelnen Parteien und Kandidaten befinden.

Osnabrück. Als einzige deutsche Großstadt ohne AfD-Kandidat hatte Osnabrück vor der Bundestagswahl 2017 von sich reden gemacht. Mit großer Spannung wurde deshalb das Zweitstimmen-Ergebnis für die Rechten im Wahlkreis 39 erwartet. Zur Erleichterung vieler fiel es nicht halb so gut aus wie im Bund, wo die AfD mit 13 Prozent drittstärkste Kraft wurde. Doch auch in der Friedensstadt Osnabrück haben mancherorts mehr Menschen nationalkonservativ gewählt, als den großen Parteien lieb sein kann.

Braune Flecken

So viele Zweitstimmen wie nirgends sonst in Osnabrück heimste die AfD im Schinkel ein: 17 Prozent im Wahlbezirk 113 (Heiligenwegschule), außerdem 15, 3 im Wahlbezirk 111 (Heiligenwegschule). Nur SPD und CDU schnitten dort besser ab. Die Wahlbeteiligung in dieser Gegend lag mit stellenweise 44, 4 Prozent weit unter dem Durchschnitt (76 Prozent).

Zweistellige Resultate fuhr die AfD auch in 13 weiteren von insgesamt 115 Osnabrücker Wahlbezirken ein. Als rechte Nester kristallisierten sich dabei neben Teilen von Schinkel auch Teile von Haste, Atter und Eversburg heraus. Im Rest der Stadt gab es für die AfD allerdings kaum etwas zu holen. Am wenigsten im Katharinenviertel (Weststadt), konkret im Wahlbezirk 602 (Familientreff Martinistraße) mit 2, 4 Prozent.

Grüne Tupfer

Dort waren im Gegenteil die Grünen besonders stark. 24, 9 Prozent der Zweitstimmen im Wahlbezirk 602 bedeuten für sie stadtweit das beste Ergebnis. Resultate jenseits der 20-Prozent-Marke sind ebenfalls in der vorderen Wüste zu verzeichnen, rund um KME in Gartlage, am Bürgerpark, nahe dem Rosenplatz oder auch am Caprivi-Campus der Hochschule. Wenig punkten konnten die Grünen dagegen in Teilen von Atter, Eversburg, Schinkel und Voxtrup.

Gelbe Punkte

Die FDP holte ihre meisten Zweitstimmen im Wahlbezirk 609 (Montessorischule), der Teile von Westerberg sowie Klinikum und Heger Holz umschließt. 27 Prozent entfielen hier auf die Liberalen. Starke Ergebnisse gab es auch in den benachbarten, innenstadtnäheren Wahlbezirken. Keine Chance dagegen für die FDP in Teilen von Schinkel: Dort setzte es mit gut vier Prozent in den Wahlbezirken 110 (Stüveschule) und 111 (Heiligenwegschule) derbe Klatschen. Auch in Haste und Dodesheide kamen die Liberalen punktuell nicht über 6, 1 Prozent hinaus.

Lila Kleckse

Die Linken fuhren ihr höchstes Zweitstimmen-Resultat im Gartlager Wahlbezirk 104 (Backhaus-Grundschule) ein: 18, 7 Prozent. Fast genauso viel schafften sie stellenweise in Schinkel, Schölerberg und vorderer Wüste. Das andere Extrem zeigte sich in Voxtrup: Im Wahlbezirk 305 (Grundschule Voxtrup) machten nur 4, 3 Prozent der Wähler ein Kreuz bei der Linken.

Schwarze Gegenden

Ein Rekord wurde im Wahlbezirk 803 (Grundschule Haste) aufgestellt: Dort entfielen allein 47, 5 Prozent der Zweitstimmen auf die CDU. Für die Christdemokraten das mit Abstand stärkste Ergebnis in ganz Osnabrück und auch das beste einer einzelnen Partei überhaupt. Mehr als 40 Prozent Zweitstimmen gewann die CDU außerdem in Voxtrup (Wahlbezirk 303, Grundschule Voxtrup), in Nahne (Wahlbezirk 402, Franz-Hecker-Schule), am unteren Westerberg (Wahlbezirk 603, Diakoniewohnstift am Westerberg) und in Pye (Wahlbezirk 802, Grundschule Pye). Am schwersten tat sie sich hingegen im Katharinenviertel sowie in Teilen von Wüste und Eversburg. Dort gab mitunter nicht einmal jeder Fünfte seine Zweitstimme der CDU.

Rote Räume

Die SPD wiederum konnte sich am meisten auf Wähler in Schinkel verlassen. 36, 5 Prozent Zweitstimmenanteil im Wahlbezirk 114 (Heiligenwegschule) und 34, 2 Prozent im Wahlbezirk 108 (Stüveschule) bedeuteten Spitzenwerte für die Genossen in Osnabrück. Auch Atter leuchtet rot: Die 33, 7 Prozent im Wahlbezirk 703 (Gaststätte Hackmann) etwa dürften aber vor allem auf das Konto von SPD-Bundestagskandidatin Antje Schulte-Schoh gehen, die in der Strothesiedlung wohnt. Wenig zu holen gab es für die SPD auf dem Westerberg: 12, 9 Prozent im Wahlbezirk 603 (Diakoniewohnstift am Westerberg) markieren für sie das untere Ende der Skala.

Bildtext:
Stimmenfang: Ein Blick auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 verrät, wo sich innerhalb des Osnabrücker Stadtgebiets Hochburgen der einzelnen Parteien und ihrer Kandidaten befinden.

Foto:
Michael Gründel

Tops und Flops bei den Erststimmen

Und wie sieht es mit den Osnabrücker Hochburgen bei den Erststimmen aus? Hier die Tops und Flops der Wahlbezirke bei den fünf stärksten Bundestagskandidaten 2017:
Mathias Middelberg (CDU): 55, 5 Prozent im Wahlbezirk 803 (Grundschule Haste), 24, 1 Prozent im Wahlbezirk 101 (Anne-Frank-Schule). Antje Schulte-Schoh (SPD): 45, 8 Prozent im Wahlbezirk 114 (Heiligenwegschule), 18, 9 Prozent im Wahlbezirk 603 (Diakoniewohnstift am Westerberg). Günther Westermann (Grüne): 19, 8 Prozent im Wahlbezirk 612 (Sportzentrum Jahnstraße), 3, 6 Prozent im Wahlbezirk 701 (Stadtteiltreff Atter). Giesela Brandes-Steggewentz (Linke): 19, 8 Prozent im Wahlbezirk 113 (Heiligenwegschule), 4, 0 Prozent im Wahlbezirk 305 (Grundschule Voxtrup). Thomas Thiele (FDP): 19, 0 Prozent im Wahlbezirk 609 (Montessorischule), 5, 1 Prozent im Wahlbezirk 507 (Ratsgymnasium).
Autor:
Sebastian Stricker


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