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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Hauch von Großbritannien bleibt
Zwischenüberschrift:
20 Jahre „British Decorative and Fine Arts Society″ – Mehrheit der Mitglieder sind Deutsche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Osnabrücker British Decorative and Fine Arts Society″, kurz Bridfas, feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Aber was macht ein Club, der von einer britischen Soldatengattin gegründet wurde und Vorträge auf Englisch anbietet, noch in der Stadt acht Jahre nach Abzug der letzten Truppen?

Osnabrück. Englisch sollte man schon können, wenn man Mitglied werden möchte, erklärt Sabine Bußmann. Die Lemförderin ist seit 2006 in der Osnabrücker Bridfas, vor allem um ihre Sprachkenntnisse aus der Schule aufzufrischen. Denn das Kernstück des Clubs sind die Vorträge auf Englisch über Kunst und Kultur, für die einmal im Monat ein Experte nach Osnabrück kommt. Bei der Jubiläumsfeier im Parkhotel ist es Pamela Campbell-Johnston von der Royal Academy of Arts. Außerdem werden ab und zu Reisen nach Großbritannien veranstaltet.

Aber britisches Flair herrscht auch in Osnabrück. Wenn wir hier sind, unterhalten wir uns auf Englisch″, berichtet Bußmann. Small Talk halten und Komplimente machen könne schließlich jeder. Etwaige Sprachhemmungen fielen dann ganz schnell. Damit erfüllt der Club laut Bußmann noch einen anderen Zweck: Manche nutzen Bridfas auch als Gelegenheit zum Sozialisieren, wie in einem Golfclub″, sagt sie, da Leute mit einer gewissen Lebensart und ähnlichen Interessen zusammenkommen.″ Ein Blick in die Runde macht das deutlich: Alle Anwesenden, unter ihnen viele ältere Damen, haben sich schick gemacht.

Mit Aufnahmeprüfung

Perfektes Englisch muss jedoch keiner sprechen. Denn die Referenten sind dazu angehalten, langsam, deutlich und nicht umgangssprachlich zu reden. Und sie müssen einen Auswahlprozess durchlaufen. Danach dürfen sie in allen Clubs Vorträge halten. Die Bridfas Osnabrück ist nämlich nur einer von mehr als 300 Ablegern der 1965 in Großbritannien gegründeten National Decorative and Fine Arts Society″ (Nadfas). Das Ziel war schon damals, durch Vorträge etwas über Kunst und Kultur zu lernen. Mittlerweile gibt fast 100 000 Mitglieder weltweit. Und einen neuen übergeordneten Namen: The Arts Society″. Clubs entstanden vor allem dort, wo viele Briten wohnten. In Osnabrück waren es die stationierten Soldaten. Schließlich war Osnabrück zwischenzeitlich der größte Truppenstandort außerhalb Großbritanniens.

So wurde die Bridfas Osnabrück 1997 von der Frau eines britischen Brigadegenerals gegründet. Deshalb rekrutierten sich die Mitglieder anfangs vor allem aus dem Umfeld der Truppen. Seitdem diese abgezogen sind, ist der Anteil der Briten in der Bridfas gering: Nur etwa 10 Prozent der rund 70 Mitglieder stammen laut der Vorsitzenden Brenda Teschke von der Insel. Sie selbst ist in England geboren, lebt aber seit mehr als 50 Jahren in Osnabrück. Die Mitglieder kommen allerdings nicht nur aus der Hasestadt, sondern auch aus den angrenzenden Landkreisen.

Nicht nur der Truppenabzug bereitete der Bridfas Sorgen. Im vergangenen Jahr kamen noch zwei Ereignisse hinzu: Osnabrücks Partnerstadt Derby empfing aus finanziellen Gründen zum ersten Mal seit 40 Jahren keinen deutschen Städtebotschafter mehr. Und dann war da natürlich noch der Brexit. Doch Florian Schweizer von der Arts Society″ bleibt entspannt: Kunst hat schon immer Grenzen und Politik ignoriert.″
Autor:
Vincent Buß


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