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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Es gibt viele Ursachen für Feinstaubbelastung
Zwischenüberschrift:
Umweltmedizinerin: Stickoxidzahlen sauber berechnet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zum Abschluss des 25. Osnabrücker Logistiktags in der Caprivi-Lounge der Hochschule Osnabrück hatten die Veranstalter ein hochaktuelles Thema geplant: Zu Mobilität: Ursachen und Wirkungen von Luftverschmutzung auf Mensch und Umwelt″ sprach Claudia Hornberg, Professorin der Universität Bielefeld im Fachbereich Gesundheitswissenschaften und Vorsitzende des Sachverständigenrats für Umweltfragen.

Angesichts der Diesel-Affäre und der Diskussion über Fahrverbote sei die Stimmung in der Bevölkerung gerade sehr emotional, so Hornberg. Dabei sei das Thema absolut nicht neu: Schon 1996 habe die Weltgesundheitsorganisation WHO Luftverschmutzung als eine der wesentlichen Ursachen für frühzeitiges Versterben ausgemacht.

Im Vergleich zur Hochzeit des Tagebaus und der Schwerindustrie, vor allem im Ruhrgebiet, sei die Luftqualität in Deutschland heute deutlich besser als noch vor einigen Jahren, dennoch gebe es auch hierzulande speziell in großen Städten und an stark befahrenen Straßen eine Häufung von Erkrankungen, die auf Luftverschmutzung zurückzuführen seien. Insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien davon betroffen.

Feinstäube etwa können Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder auch Lungenkrebs befördern, Ultrafeinstäube seien sogar im Verdacht, Schlaganfälle mit zu verursachen. Diese ganz feinen Stäube sind besonders gefährlich, da sie bis ins Knochenmark des Menschen vordringen″, so die Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin. Zwar könne man die Quantität der Feinstaubbelastung in der Luft sehr exakt messen, erklärte Hornberg. Aber wir wissen noch nicht genau, was mit den ganz feinen Stäuben alles in unsere Körper hineintransportiert wird.″

Mit Blick auf die Verursacher dieser Stäube falle auf, dass der Straßenverkehr nur eine Ursache von vielen sei. Landwirtschaft und Schüttgutumschlag führen die Feinstaubwerte-Statistik des Bundesumweltamts mit jeweils 23 Prozent an, 16 Prozent entfallen auf die Industrie, jeweils 14 Prozent auf Energie und Straßenverkehr. Immer noch 10 Prozent gehen auf das Konto von Holzfeuerungsanlagen.

Die aktuelle Diskussion konzentriere sich viel zu sehr auf das Thema Abgase, wandte Hornberg ein. Nur sieben Prozent der Feinstaubemissionen entfallen auf Kfz-Abgase, 21 Prozent auf Abrieb und Verwirbelung. Auch da müssten wir einmal schauen, wie sich diese Werte minimieren lassen.″

Thema Stickoxid

In Bezug auf die Stickoxide wies die Wissenschaftlerin darauf hin, dass diese neben ihrer direkten Auswirkung auf Lunge und Herz-Kreislauf-System auch die allergene Wirkung von pflanzlichen Pollen verändern können. Die Stickoxid-Belastung entfalle zu 64 Prozent auf den Kfz-Verkehr, zitierte die Expertin aus einer Statistik des Bundesumweltamts. Gut 72 Prozent davon seien auf Diesel-Pkw zurückzuführen. Anders als manche Politiker zurzeit behaupten, sind diese Zahlen ganz klar und sauber berechnet.″

Eine Lösung für diese Problematik lasse sich nur im Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie finden. Wir wissen, wo die Probleme liegen, und wir wissen auch, dass wir handeln müssen″, schloss Hornberg ihren Vortrag. Jetzt gehe es vor allem darum, die Dinge zu beschleunigen″.

Bildtext:
Umweltmedizinerin Claudia Hornberg.

Foto:
Hoffmeister

rbru


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