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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wie läuft es bei der Tafel mit dem neuen Vorstand?
Zwischenüberschrift:
Der Bedarf ist ungebrochen hoch: Etwa 3500 Kunden kaufen pro Woche ein
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Anderthalb Jahre ist es her, dass die Osnabrücker Tafel überraschend ihren alten Vorstand abgewählt hat und ein neues Team die Vereinsarbeit übernahm. Zeit für einen Lagebericht.

Läuft″, sagt Hermann Große-Marke, der seit Februar das Amt des Ersten Vorsitzenden ausübt. Wir haben reichlich Ware, Gott sei Dank″, ergänzt die Zweite Vorsitzende Edith Lücke. Mehrere Supermärkte zählen zu den treuen Lebensmittelspendern. Sie geben die Waren ab, die nicht mehr in den Verkauf kommen. Mit fünf Kühlwagen sind die Fahrer der Tafel Tag für Tag damit beschäftigt, die Lebensmittel abzuholen und zu den verschiedenen Verteilstellen zu transportieren. Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden und nun Bedürftigen zukommen.

Der Bedarf ist da und ungebrochen hoch. 3500 Kunden sind es pro Woche. Je nachdem, wann Besucher sich in die Zentrale in der Schlachthofstraße 1 begeben, zieht sich die Schlange der Kunden bis weit auf den Bürgersteig. Besonders freitags sind die Mitarbeiter meist über die eigentlichen Öffnungszeiten von 12.30 bis 16.30 Uhr hinaus mit der Ausgabe beschäftigt. Wir sagen immer: Zur Tagesschau wollen wir zu Hause sein″, sagt Edith Lücke und lacht. Zum Standort Schlachthofstraße hinzu kommen sieben Außenstellen: Dodesheide, Eversburg, Belm, Bramsche, Dissen, Georgsmarienhütte und Wallenhorst-Hollage.

Zwei Euro pro Person

Gegen einen eher symbolischen Beitrag von zwei Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder verteilen ehrenamtliche Helfer und Ein-Euro-Jobber die Lebensmittel an die, die sich den Einkauf im Supermarkt kaum leisten können und für die Kuchen zum Luxusobjekt geworden ist. Für viele ist die Tafel ein kleiner Notanker″, sagt die festangestellte Mitarbeiterin Brigitta Marquardt-Meer. Sie wissen: Wenn es gar nicht mehr geht, kann ich hier hingehen.″

Mir ist wichtig, dass die Leute hier freundlich behandelt werden″, betont Große-Marke. Wir behandeln sie, wie Kunden in jedem Supermarkt auch behandelt werden.″ Wer die Tafel in Anspruch nehmen will, benötigt dafür den Osnabrück-Pass, den es im Stadthaus gibt. Außerdem muss er sich am Eingang der Ausgabe registrieren lassen.

Für Menschen, die zwar bedürftig, aber nicht mobil sind, bietet die Tafel zudem einen Bringedienst″, wie sie ihn nennen. 130 bis 150 Menschen beliefert die Tafel, doch dafür Werbung machen wollen die Vereinsvorsitzenden nicht. Noch mehr Kunden zu beliefern würde die Kapazitäten überschreiten sowohl personell als auch finanziell. Wir sind schon am Limit″, sagt Edith Lücke.

Die festangestellte Brigitta Marquardt-Meer kümmert sich um die Kindertafel. Es fing an mit Butterbroten, nachdem ein Direktor angefragt hatte, was man für die Kinder tun könne, die Hunger litten. Aus einer Schule wurden rasch 19. Die Schulen übermitteln den Bedarf, die Tafel kauft entsprechend ein. Kinder bekommen frische Brötchen und frisches Brot. Das finanzieren wir aus Spendengeldern″, erläutert Brigitta Marquardt-Meer. Freitags flattern die Faxe ins Haus, auf denen die Schulen dann ihren Bedarf übermitteln.

Sehr viel Logistik

Trivial ist die Vorstandsarbeit bei der Tafel nicht. Die Ehrenamtlichen müssen den Laden am Laufen halten″, wie sich Hermann Große-Marke ausdrückt und da steckt sehr viel Logistik dahinter, bei fünf Wagen, sechs Fahrern, sieben Ein-Euro-Kräften und vielen Spendern. Die Schlachthofstraße 1 ist das Logistikzentrum. Hier werden die Waren zwischengelagert, hier befinden sich die Kühlhäuser. Eigentlich wäre der Druck da, dass wir noch mehr Menschen bedienen können″, sagt Marquardt-Meer, aber das geben die Räumlichkeiten nicht her.″

Bildtexte:
Am Sortieren der Lebensmittel in der Osnabrücker Tafel sind Julia Bühner (von links), Zweite Vorsitzende Edith Lücke, Erster Vorsitzender Hermann Große-Marke und Shahidullah Shahid.
Läuft″, sagen der Vorsitzende der Osnabrücker Tafel, Hermann Große-Marke, und die Zweite Vorsitzende Edith Lücke.
Einer nach dem anderen werden die Kunden an der Ausgabe bedient und dürfen bestellen, was sie benötigen.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
sdo


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