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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Parkplatz als Lebensraum für einen Tag
Zwischenüberschrift:
Parking Day in der Bierstraße und Dielingerstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wo ein Auto steht, könnten sich auch Menschen treffen. Und frühstücken, Karten spielen oder tanzen. Am Freitag war das ausnahmsweise mal erlaubt. Die Stadt beteiligte sich zum zweiten Mal am Parking Day, einem internationalen Aktionstag, der die Sinne für den Lebensraum Stadt wecken soll.

Osnabrück. Etwa zehn Stellplätze in der Innenstadt wurden für einen Tag oder auch nur für eine Stunde zweckentfremdet für Aktionen, die sonst im öffentlichen Straßenraum keinen Platz haben. In der Bierstraße gab es Sitzgelegenheiten und Tische für alle, die Spaß daran hatten, den Lebensraum Straße zurückzuerobern. Zum Beispiel Max Ciolek, der sonst nebenan in der Großen Gildewart im Büro der Kulturinitiative Kukuk anzutreffen ist. Er hatte sich etwas zu Lesen mitgebracht, den Roman Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten″, und er freute sich jedes Mal, wenn Leute stehen blieben oder sich zu ihm setzten wie die Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut. Wohlwollend nahmen die Passanten auf, dass Parkplätze auch andere Qualitäten haben können, wenn das Blech einmal außen vor bleiben muss. Die Autos haben zu viel Platz in der Stadt″, meinte Ciolek und genoss die kleine Provokation, die ihm niemand verübelte. Auch die Autofahrer, denen zwei Stellplätze entzogen wurden, blieben friedlich.

In der Bierstraße hatten die Inhaber der umliegenden Geschäfte und Lokale die Sitzgelegenheiten aufgestellt. Auch in der Dielingerstraße, die zum Zentrum der Aktion geworden war, beteiligten sich vor allem gewerbliche Sympathisanten. Vor dem Weinhandel von José Manuel Peral konnten sich die Genießer in die Sonne setzen, wenn sie sich denn mal blicken ließ. Der Inhaber hatte sich sogar eine Ausschankgenehmigung für einen Tag besorgt. Nebenan machten es sich Heidelinde Lugert und Anne Kura von den Grünen im Liegestuhl gemütlich und strickten in aller Öffentlichkeit an einer Mütze und einem Schal. Am Nachmittag gab es ein Klarinettenkonzert.

Zwei Stellplätze vor dem Fahrradgeschäft Röwer sollen auch über den Parking Day hinaus dem Verkehr entzogen bleiben, als Brückenschlag zum Nussbaum-Haus″, wie es Nicolai Schlepphorst vom Projekt Mobile Zukunft″ ausdrückt, mit Sitzgelegenheiten, einer Abgrenzung zur Straße und Informationen über den von den Nationalsozialisten ermordeten Maler. Den Umbau der beiden Parkbuchten steht allerdings erst im kommenden Jahr an. So lange können dort noch Autos parken.

Bildtext:
Die Autos haben zu viel Platz in der Stadt″, meint Max Ciolek, der es sich hier mit Seda Rass-Turgut an der Bierstraße gemütlich gemacht hat.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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