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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Tierwohl ordnet sich Profitzielen unter
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Agrarminister: Nutztieren geht es besser″ (Ausgabe vom 7. September).

Man kann sich noch so oft die Augen reiben, aber es bleibt dabei: Niedersachsen sei das , Tierschutzland Nummer 1′, so zu lesen in der NOZ [. . .] als Aussage und das ist der eigentliche Skandal vom Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).

In Niedersachsen, wo etwa die Hälfte der Schweine Deutschlands, zumeist aus industrieller Massentierhaltung, die mit artgerechter Tierhaltung nicht das mindeste zu tun hat, gemästet und geschlachtet werden.

Sicher ist es lobenswert und eigentlich selbstverständlich, wenn auf das Schwanzkupieren bei Ferkeln verzichtet wird; konsequenter und machbarer wären aber Vorschriften zu einer Schweinehaltung, in der die Tiere nicht zu solchen Verhaltensstörungen getrieben würden. In Schweden werden alle Schweine ohne das Kürzen des Schwanzes gehalten. Es ist also entgegen den Aussagen der Agrarlobby möglich.

Nur um möglichst billig Fleisch zu erzeugen, mit dem der europäische und zunehmend auch der Weltmarkt überschwemmt wird, wird nicht nur tierquälerisches, sondern auch unsoziales Handeln, das an moderne Sklaverei erinnert, nicht nur in Kauf genommen, sondern massiv mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Damit 50 Prozent des in Deutschland erzeugten Schweinefleisches zu absoluten Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt für die Gewinnmaximierung weniger Profiteure abgesetzt werden können, müssen Arbeiter, meist aus Osteuropa, zu katastrophalen Bedingungen zu einem Drittel des bei uns übliche Lohnes arbeiten, werden die Gefahren und die Kosten für die Gesundheit der Allgemeinheit durch den massiven Einsatz von Antibiotika und die damit zusammenhängende Verbreitung der MRSA-Keime in den nächsten Jahren noch erheblich steigen.

Der Abfall (Gülle) dieser nicht nur aus Tierschutzsicht gnadenlosen Politik bleibt natürlich im Land und wird demnächst wohl zu höheren Wasserpreisen und Strafzahlungen an die EU führen, natürlich aus Steuergeldern. Von einem , grünen′ Agrarminister ist mehr zu erwarten als eine Beteuerung kurz vor der Wahl, dass das Bundesland, in dem die von Frau Merkel und dem damaligen Landwirtschaftsminister Seehofer 2005 eingeleitete Agrarreform (vor allen Dingen Aufhebung der Flächenbindung) zu einer massiven Überforderung der Umwelt mit gravierenden Folgen für die Artenvielfalt, die Bodenfruchtbarkeit, die Wasserqualität und die soziale und wirtschaftliche Situation vieler Bauern geführt hat, , Tierschutzland Nummer 1′ ist. Gerade von einem , grünen′ Landwirtschaftsminister würde ich erwarten, dass er sich vehement für die Interessen der bäuerlichen Betriebe, der Tiere und einer intakten Umwelt einsetzt und nicht nur mit grüner Kostümierung daherkommt und blumige Fake News verbreitet.″

Aloys Suntrup

Belm

Bildtext:
Das Tierwohl wird vernachlässigt, um billiges Fleisch zu produzieren, findet unser Leser. Von Landwirtschaftminister Christian Meyer müssten Lösungen gefunden werden.

Foto:
dpa
Autor:
Aloys Suntrup


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