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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bahn muss vier Brücken ersetzen
 
Bahn muss vier Brücken ersetzen
Zwischenüberschrift:
Zu kaputt, um sie zu reparieren – An der Petersburg geht es 2018 los
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Vier Eisenbahnbrücken in Osnabrück sind so marode, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Sie müssen in den nächsten Jahren durch neue ersetzt werden.

Auf der Abbruchliste, die der Grünen-Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald (Ammerland) für die Region Weser-Ems zusammengestellt hat, stehen die Brücken An der Petersburg, an der Wachsbleiche und an der Schinkelstraße. Außerdem ist das breite Brückenbauwerk, das sich am östlichen Rand des Güterbahnhofs über die Hase und den Haseuferweg spannt, nicht mehr zu retten. In Bissendorf und Bohmte ist jeweils eine Überführung zu ersetzen.

Die Bahn bestätigt den hohen Sanierungsbedarf. Die Sicherheit der Brücken ist aber immer gewährleistet″, versicherte Sprecher Egbert Meyer-Lovis.

Vier Eisenbahnbrücken in Osnabrück sind so marode, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Sie müssen in den nächsten Jahren durch neue ersetzt werden.

Osnabrück. Auf der Abbruchliste, die der Grünen-Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald (Ammerland) für die Region Weser-Ems zusammengestellt hat, stehen die Brücken An der Petersburg, an der Wachsbleiche und an der Schinkelstraße. Außerdem ist das breite Brückenbauwerk, das sich am östlichen Rand des Güterbahnhofs über die Hase und den Haseuferweg spannt, nicht mehr zu retten. In Bissendorf und Bohmte ist jeweils eine Überführung zu ersetzen.

Meiwald bezieht sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Die DB Netz AG, die Infrastrukturtochter der Bahn, hat diese Brücken in die Zustandskategorie 4 eingestuft. Das ist die schlechteste der vier Qualitätsstufen und bedeutet: Gravierende Schäden am Bauwerksteil, welche die Sicherheit noch nicht beeinflussen. Eine wirtschaftliche Instandsetzung ist nicht mehr möglich.″

Die Sicherheit der Brücken ist aber immer gewährleistet″, versicherte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Die Brückenbauwerke werden nach seinen Angaben mindestens alle drei Jahre geprüft und einmal pro Jahr in Augenschein genommen.

Meyer-Lovis bestätigt den hohen Sanierungsbedarf. Die Bahn verfügt über knapp 25 000 Brücken, davon sind etwa 10 000 Brücken älter als 100 Jahre. An 1200 Brücken muss dringend etwas getan werden. Bisher wurden rund 120 Brücken jährlich erneuert. Wenn man davon ausgeht, dass Brücken nach durchschnittlich 100 Jahren erneuert werden müssen, stünden jedes Jahr 250 Brücken zur Sanierung an″, sagte Bahn-Sprecher Meyer-Lovis. Der Bund stellt der Bahn jährlich 2, 5 Milliarden Euro für Brückenerneuerungen zur Verfügung deutlich zu wenig, wie Meyer-Lovis sagt.

Für die Brücke An der Petersburg auf der Bahnlinie Münster–Hamburg liegen bereits konkrete Pläne vor. Wie Jürgen Schmidt vom städtischen Bauamt sagt, will die Bahn im Frühjahr 2018 mit dem Neubau beginnen. Die Bahn hatte bereits 2014 bei der Stadt angefragt, ob sie besondere Wünsche, den Brückenneubau betreffend, habe zum Beispiel eine Verbreiterung, um Platz für einen Radweg zu haben. Der Rat lehnte damals ab. Sie hätte sich mit 1, 5 Millionen an dem Neubau beteiligen müssen.

Die nostalgisch anmutende Tragekonstruktion an der Schinkelstraße steht unter Denkmalschutz. Die Stadt möchte dieses Zeugnis der Industrialisierung gern erhalten, die Bahn lieber einen billigeren Betonbogen. Unklar ist, wann die Bahn die Neubauten in Angriff nimmt. An der Petersburg und an der Wachsbleiche dürften die Bauarbeiten von erheblichen Verkehrsbehinderungen begleitet sein. Die Erneuerung der großen Hasequerung im Hasepark wird nur Spaziergänger und Radfahrer betreffen, die den Haseuferweg nutzen wollen.

Bildtexte:
Die Brücke an der Wachsbleiche hat die Bahn in die Zustandskategorie 4 eingestuft. Das heißt: Sie ist nicht mehr zu retten.

An der Petersburg. Baubeginn 2018.

Schinkelstraße. Baubeginn unklar.

Haseuferweg. Baubeginn unklar.

Fotos:
Gert Westdörp, Swaantje Hehmann

Kommentar:

Das Erbe

Es klingt alarmierend, was die Grünen-Bundestagsfraktion über den Zustand der Bahnbrücken sagt. Aber keine Sorge, die Brücken fallen uns nicht auf den Kopf. Noch nicht. Klar ist, dass das Sanierungstempo erhöht werden muss, um mit dem Verfall Schritt zu halten. Das ist halt das Erbe aus der großen Zeit des Eisenbahnbaus Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich binnen weniger Jahre ein Eisennetz über das ganze Reich legte. Jetzt erreichen viele Bauwerke gleichzeitig ihre Altersgrenze. Die Stadt ist dabei nur Zuschauerin. Die Kosten trägt der Bund. Sie hat allerdings die Chance verpasst, den Engpass an der Petersburg aufzuweiten. Die 1, 5 Millionen Euro, die es gekostet hätte, Platz für einen Radweg zu schaffen, waren der Politik 2014 noch zu viel. Inzwischen hat sich der Blick verändert und die finanzielle Lage auch. Eine Lehre für die jetzt anstehenden Neubauprojekte.
Autor:
hin


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