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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Individualität erhalten
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Individualität erhalten

Begrüßenswert ist es, daß die Pläne und Zukunftsansichtsskizzen veröffentlicht werden sollen. Eine Postkartenaktion der Bürger würde man also tunlichst zurückstellen, bis klare Vorstellungen über die geplanten Veränderungen herrschen. Einige Bedenken möchte ich aber doch schon heute anmelden. Ich habe das Modell für die Altstadtsanierung gesehen und einen Vortrag von Herrn Stadtbaurat Cromme dazu gehört. In dem Modell ist Plan A (Durchbruch durch den Herrenteichswall) dargestellt, und es tauchte die Frage auf, ob nicht damit schon vollendete Tatsachen geschaffen seien; zumal Herr Cromme und die Sanierungsplaner sich ganz offensichtlich für diesen Plan einsetzen, der ihnen als verkehrsmäßig günstigste Lösung erscheint. Herr Cromme betonte, daß es sich bei diesem Modell lediglich um eine Diskussionsgrundlage handele, und das letzte Wort keineswegs darüber gesprochen sei. Frage: Was wäre geschehen, wenn jetzt nicht unvermutet die Öffentlichkeit starkes Interesse an der unveränderten Erhaltung des Herrenteichswalles gezeigt hätte?
Nach dem Kriege sind einige schöne alte Häuserfassaden mit dankenswerter Sorgfalt erhalten worden, sonst aber ließ der Wiederaufbau viel zu wünschen übrig, und die Osnabrücker Bevölkerung wurde nicht befragt. Zugegeben, die Kostenfrage mag eine große Rolle gespielt haben, aber andere Städte haben trotzdem bessere Planungen zustande gebracht. In Erinnerung sind wohl hauptsächlich die " Sprossenfenster", mit denen sich viele Hausfrauen noch heute plagen. Umso wichtiger ist es, die wenigen wirklich schönen Winkel unserer Stadt zu erhalten. Und wer wollte bestreiten, daß der Herrenteichswall dazugehört? Wir haben nicht mehr viele Stellen in der Stadt, wo alte Leute und Kinder sich ohne Benzinabgase im Grünen erholen und beschaulich einen schönen Anblick genießen können. Man stelle sich nur im Frühling, wenn die Weiden erst grün sind, auf das Brückchen an der Pernickelmühle und lasse das friedliche Bild der Gärten, der alten Stadtmauer, des Wassers und der Bäume auf sich wirken. Wenn man sich dann vorstellt, daß in
ca. 100 m Entfernung eine Brücke mit jagendem Autoverkehr dieses Bild durchschneiden soll, dann kann man nur hoffen, daß sich eine andere Lösung findet. Es sollte daher mit allen Mitteln versucht werden, den Plan B des Ratsherrn Möller, nach dem die Hase erst jenseits der Pernickelmühle überquert werden soll, so auszugestalten, daß er der Verkehrssituation genügt. Wie ein Schaubild über den Einzugsbereich dieses Stadtgebietes zeigt, ist der betroffene Bevölkerungskreis (Bevölkerung Dodeshaus und Geschäftsleute Hasestraße etc.) ja auch nicht allzu groß. Der Rat der Stadt, der ein gewichtiges Wort bei der Altstadtsanierung mitzusprechen hat, sollte Osnabrück helfen, soviel wie möglich von seiner Individualität zu erhalten.
Karla Henkelmann
Osnabrück
Moltkestraße 15


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