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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Warum ein See im Rubbenbruch?
Zwischenüberschrift:
Das Ziel: Landschaft und See als Erholungs- und Ruhegelände - Schutzgebiet für Fauna und Flora
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Warum ein See im Rubbenbruch? - Das Ziel: Landschaft und See als Erholungs- und Ruhegelände - Schutzgebiet für Fauna und Flora - von Karl Kühling, Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft

Nachdem in Zeitungsartikeln und in einem Referat bei der Laischaftsversammlung die zwischen der Heger Laischaft und der Stadt gepflogenen Verhandlungen betreffend die Schaffung eines Sees im Rubbenbruch vor die Öffentlichkeit gestellt worden sind, gelangten um die Heger Laischaft wiederholt mündliche und schriftliche Anfragen, die informatorische, gelegentlich auch polemische Zwecke verfolgen. Die Heger Laischaft sieht sich dadurch veranlaßt, noch einmal grundsätzlich zu dem Fragenkomplex Stellung zu nehmen.
Vorauszuschicken ist, daß die Gesamtheit der Interessenten die Hauptaufgabe der Laischaft in der Erhaltung und Förderung des Heger Holzes sieht. Sie geht davon aus, daß diese schon vor Jahren erkannte Zielsetzung von Jahr zu Jahr an Aktualität zugenommen hat. Die Hast unsere Tage, der nervenzerrüttende Lärm des Verkehrs, die Abgase der Fabriken und Fahrzeugen beeinträchtigen die Gesundheit unseres Volkes und treiben mit der weiteren Reizüberflutung in einen Zustand, der sogar aus dem verständlichen Streben nach Ausspannung lärmende Betriebsmacherei werden läßt.
Demgegenüber bietet sich der Wald immer noch als Kraftquell an, der den Staub des Alltags, das Unbefriedigtsein und die Unruhe des Herzens zum Schwinden zu bringen vermag. Das Heger Holz in seiner Lage unmittelbar vor dem städtischen Wohngebiet spielt dabei für Osnabrück eine wichtige Rolle. Wenn die Heger Laischaft zu seiner Erholung und Verschönerung beträchtliche Mittel aufwendet und ein großes Maß ehrenamtlich geleisteter Arbeit einsetzt, so betrachtet sie sich dabei als Fortsetzerin ehrenhafter Tradition und Schützerin eines Bürgergeistes, der mit dem Stolz auf rechtlich erworbenes Eigentum stets die Bereitwilligkeit verband, es der Allgemeinheit dienen zu lassen. Osnabrück, zumal das westliche und nordwestliche Stadtgebiet, wird gern anerkennen, daß es dieser Arbeit ein schönes Waldgebiet vor der Tür zu verdanken hat, das nichts anderes will als Stille, Frieden und Erquickung zu schenken, die Alten und Schwachen aufzunehmen, die Kinder aus dem Staub der Straße zu rufen.
Kann man sich vorstellen, daß eine solche Bürgergemeinschaft heute ihre in Jahrhunderten erkämpfte Grundsätze verleugnete? Nun, wenn die Heger Laischaft in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Stadt dem von der Verwaltung vorgelegten Seeprojekt nicht entgegengetreten ist, so tat sie es auf Grund eines Verhandlungsergebnisses, das die absolute Übereinstimmung der Ansichten sowohl bei der Stadt als auch bei der Laischaft bezeugt.
Der so gewonnene gemeinschaftliche Standpunkt kann sich auf die Mitarbeit, Anregungen und Wünsche gerade jener Verbände und Organisationen stützen, denen Naturschutz, Landschaftspflege, Jagd, Wildhege, Vogelschutz ebenso sehr vordringliches Anliegen bedeuten wie der Heger Laischaft. Demgemäß soll das geplante Seegebiet neben dem Heger Holz ein weitere Stätte der Ruhe, der Erholung und stillen Freude werden. Es soll zugleich als Schutzgebiet für die Fauna und Flora unseres Landes wirken und durch die Heranziehung von Schwimmvögeln, Schilf- und Uferbrütern, von Fischen, Lurchen und wasserverbundener Insektenwelt - man denke an die wundervollen Libellen - natürliches Leben, Wachsen und Werden zu uns zurückführen. Da gerade das eigentliche Bruchgelände großenteils außerhalb der Seefläche liegt und sich zum Lotter Kirchweg hin erstreckt, ist auch die Gewähr gegeben, daß die urtümliche Pflanzenwelt mit ihren verschiedenen Segge-Arten und mancherlei anderen selten gewordenen Kräutern erhalten bleibt, ja, durch Wasser- und Uferflora ergänzt wird.
Der See soll keinesfalls ein Lärmgelände werden. Falls zum Atterschen Schmalufer hinter dem Barenteich eine Freibadeanstalt angelegt werden solle - hier liegt ein unabdingbares Aufgabengebiet der Stadt vor -, ist eine klare Abgrenzung der relativ kleinen Fläche gegenüber dem Seegebiet vorgesehen. Das östliche Langufer des Sees berührt etwa zur Hälfte das Laischaftsgebiet in unmittelbarer Waldnähe, so daß auf dieser Strecke auch die Laischaft die Garantie für die Ausschaltung jeder Landschaftsstörung übernehmen kann. Im übrigen ist vorgesehen, daß die gesamte Seefläche von einem Uferweg (zum Wandern, nicht zum Fahren!) umgeben wird, der durch Busch- und Baumgruppen belebt und verschönt wird. Die Heger Laischaft hofft, daß das Städtische Gartenamt, dem sie stetiges Interesse und gern gewährte Förderung ihrer Bestrebungen dankt, sich dieser schönen Aufgabe mit besonderer Liebe widmen wird.
Daß der See auch eine von der Heger Laischaft vorsorglich betriebenen Schutzaufgabe hat, mag demnächst erörtert werden.


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