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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Die ersten Schritte zur Erweiterung des Hafens
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
... Die Regulierung der Hase im Raum der Eversburger Kläranlage (es ist bereits eine Flußstrecke von 400 Metern begradigt worden) zählt zu den ersten bewältigten Hafenerweiterungsaufgaben. Zunächst dürfte das Gelände im offenen Viereck zwischen Schleusenweg und Fürstenauer Weg für die industrielle Nutzung aufbereitet werden. Schon ist für die von den britischen Einheiten benutzten Sportfelder Ersatz an der Oldenburger Landstraße geschaffen worden ...
Während die bisherige industrielle Nutzungsfläche im Hafengebiet mit 50 Hektar beziffert wird, ist im ersten Abschnitt an eine Erweiterung um 20 Hektar gedacht. Wir erfahren, daß der alte Urlager Hof, der sich in städtischem Besitz befindet und von dem Pächter Bauer Bolte landwirtschaftlich genutzt wird, in absehbarer Zeit dem Abbruch verfällt. Außerdem verschwindet dort auch ein Kotten. Dieser Verlust wird dadurch aufgewogen, daß Pächter Bauer Bolte ein neues Anwesen an der Panzerstraße erhält. In diesem Zusammenhang erfahren wir weiter, daß auf der Stelle des alten Urlager Hofes im Zuge der ersten Industrialisierung ein großes Lagerhaus errichtet werden soll. Damit hätte sich die Stadt schon ein zusammenhängendes Industriegelände zwischen Schleusenweg und Fürstenauer Weg gesichert.
Die Haseregulierung beschränkt sich nicht etwa auf die Ausbaustrecke von 400 Meter. Diese Arbeit ist nur der Anfang einer groß angelegten Maßnahme gewesen, die auf eine Fortsetzung der Flußregulierung hinzielt. Eine Maßnahme, die einmal die Stadt vor Naturkatastrophen (Überschwemmung und Kanaldammbrüche) bewahren und schließlich der Industriegründung in einem erweiterten Hafenraum Vorschub leistet. Nach vorliegenden Plänen ist vorgesehen, die erste Ausbaustrecke der Hase zwischen der Papierfabrik Kämmerer und der Kläranlagen in weiteren Etappen zu verlängern und dem Fluß bis hinter der Gaststätte Goldkamp in Eversburg ein neues Bett zu bereiten.
Da liegt es auf der Hand, daß in Eversburg in Nähe der Petrusallee drei alte Bauernhöfe, zu denen je etwa 12 bis 15 Hektar Land gehören, in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Griff richtet sich also auf ein insgesamt 77 Hektar großes Acker- und Wiesengelände (einschließlich Landgestüt), so daß die drei Bauern Elbert, Klumpe und Köhne also eines Tages auf den gepachteten Grund, der schon bis zu 250 Jahre von den Familien bewirtschaftet wird, zu verzichten haben. Allerdings wird diesen Bauern die Möglichkeit geboten, sich anderswo anzusiedeln, und zwar in Pente und Hollage. Die vom Land Niedersachsen (dem die Ländereien gehören) mit den drei Bauern auf jeweils 18 Jahre geschlossenen Pachtverträge waren Ende des vergangenen Jahres abgelaufen. Eine weitere Verlängerung auf 18 Jahre gab es diesmal nicht, sondern nur einen Abschluß bis zum 1. Oktober dieses Jahres. Von den weiteren Verhandlungen wird es abhängen, ob eine Umsiedlung der Bauern in naher oder gar in später Zukunft erfolgt. Bei diesen Verhandlungen geht es der Stadt Osnabrück nämlich darum, die hier dem Land Niedersachsen gehörenden Grundstücke für Industriezwecke zu erwerben. Dabei dürfte die Kostenfrage die ausschlaggebende Rolle spielen.
Die hier von uns geschilderten Maßnahmen, die auf eine Industrialisierung in Richtung Eversburg hinzielen, werden sicherlich noch viele Jahre zurückgestellt werden. Andererseits aber ist das Hafenerweiterungsproblem zwischen Fürstenauer Weg und Schleusenweg (rund um den alten Urlager Hof) in greifbare Nähe gerückt. Es wird auch schon von der Projektierung einer Öltankanlage - etwa in Höhe des Bootshauses gesprochen. Wir kennen noch nicht alle Einzelheiten, jedoch wird offensichtlich, daß der Industrie ein neuer Ankerplatz in einem größeren Hafengebiet winkt.
Das hier von uns aufgezeigte und im groben Querschnitt erläuterte Projekt läßt sich natürlich nicht übers Knie brechen. Da gibt es noch eine Menge Einzelfragen zu klären, nach deren Lösung erst sich eine ungefähre Übersicht ermitteln läßt. So verlangen besonders diese Aufgaben und Probleme eine bewegliche kommunalpolitische Arbeit, die darauf ausgerichtet ist, in einem längeren Zeitraum eine großzügige Industrieplanung zu verwirklichen.


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