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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Hochhaus-Plan "auf Eis gelegt"?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
... Als der Gedanke, den Westerberg zu bebauen, noch " halbamtlichen" Charakter hatte, sah sich die Stadt Osnabrück bereits als Zielscheibe, auf die verärgerte Bürger ihre Pfeile abschossen. Und als noch gar nichts beschlossen war, entwickelte sich schon in der Öffentlichkeit ein Meinungsstreit, der nach mehr oder weniger heftigen Attacken schließlich beigelegt werden konnte. Denn inzwischen hatte sich das " Kräfteverhältnis" verschoben, zumal die Stadt letzten Endes bei allen Erörterungen und Verhandlungen Grundstücke auf dem Westerberg und damit die Oberhand in der gut vorbereiteten Planung gewann. Heute ist Westerberg längst kein Angriffsobjekt mehr, mögen auch hier und da noch die Meinungen aufeinanderprallen. Unwiderruflich ist jedoch, daß seit geraumer Zeit mit der Bebauung beiderseits der Offenbachstraße (früher Apfelallee) begonnen wurde. Und alle weiteren Maßnahmen auf dem einst ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Gelände machen nur zu deutlich, daß sich dieses Gebiet einem grundlegenden Wandel unterzieht. Tröstlich die Versicherung, ein harmonisches Landschaftsbild in seiner Weiträumigkeit zu erhalten und nach Möglichkeit die Bebauung durch einen ausgedehnten lockeren Baumkranz abzuschirmen.
Die störende alte Bebauung abzuschirmen - das ist das Stichwort, das sich das " Osnabrücker Tageblatt" herausgepickt hat, um eine wichtige Frage zu berühren. Vorweg sei noch einmal festgestellt, daß ein Preisgericht vor 11 Jahren (!) nach einem ausgeschriebenen Wettbewerb über die Bebauung des Westerberges von insgesamt 39 Entwürfen neun prämierte bzw. ankaufte, und zwar mit einer Summe von 10 000 DM. In der uns vorliegenden Niederschrift aus dem Jahre 1949 klingt die Empfehlung an, die geologische Struktur des Westerberges sichtbar bleiben zu lassen. Wenn jetzt an der früheren Apfelallee laufend Häuser errichtet werden, so durchweg unter der Auflage, " sich in die Raumordnung einzufügen" (wie seinerzeit schriftlich festgelegt wurde) und sich also mit niedrigen Haustypen - etwa im Bungalowstil im Gelände " einzunisten".
Mit diesem Plan dürften sich die Bürger abgefunden haben. Und diese Richtlinien befriedigen selbst die Siedler, die sich nach und nach auf dem Westerberg seßhaft machen. Aber plötzlich scheint sich eine Entwicklung abzuzeichnen, die den Rahmen der Bebauung sprengen will. Da gibt es nämlich einen Plan aus dem Jahre 1956, der mit neuen Perspektiven überrascht. Es handelt sich um einen Vorentwurf, auf den ein sechs- bzw. achtgeschossiges Hochhaus auf der höchsten Spitze des Westerberges - nämlich zwischen der Blumenthalstraße und der Echinghäuser Straße (früher: Weg) - skizziert ist.
Die untrügliche Absicht, einen solchen Plan auf dem Westerberg zu verwirklichen, leitet sich aus der Überlegeung ab, im hochragenden Gebäude Studenten unterzubringen, die einmal die an der Sedanstraße projektierte neue Ingenieurschule besuchen werden. Dem " Osnabrücker Tageblatt" gelang es bereits vor einigen Monaten, ein klares Bild von diesen Vorgängen zu gewinnen, um gleichzeitig darauf hinzuweisen, daß sich durch den Bau eines Hochhauses auf der Spitze des Westerberges das Landschaftsbild verzerren und die Bestimmung, niedrige Häuschen ins Gelände zu kuscheln, an Bedeutung verlieren werde.

Eben das geplante Hochhaus sollte dem Zwecke dienen, die störende alte Bebauung, gemeint ist die Caprivikaserne, zu verdecken. Dieses Argument hinkt insofern, als die Caprivikaserne zwar nicht von einigen Stellen, aber von zahlreichen anderen Punkten aus eingesehen werden kann. Im übrigen besteht ja schon die Absicht, die Kaserne an den Bebauungsgrenzen im weit ausholenden Winkel durch Baumgruppen einzuschließen. Liegt da nicht die Vermutung nahe: ein Hochhaus (es sei unterstellt, daß der Plan im Zusammenhang mit der kommenden Ingenieurschule aus Zweckmäßigkeitsgründen besticht) um jeden Preis?
Das " Osnabrücker Tageblatt" hat, als es dieses Thema vor einigen Monaten aufgriff, am Schluß eigener Untersuchungen um eine verwaltungsseitige Aufklärung gebeten. Obwohl einmal der Beschluß gefaßt worden war, auf der Westerbergkuppe ein Hochhaus zu errichten, blieb diese Frage ohne jede Erklärung. Und heute ist die Lage noch undurchsichtiger geworden, zumal nach unseren neuesten Informationen von der Verwirklichung des Projektes vorläufig Abstand genommen und dennoch versucht werden soll, am Plan festzuhalten. Wäre hier nicht eine Orientierung der Öffentlichkeit am Platze?


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