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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Von der Kreuzung zum Brennpunkt
Zwischenüberschrift:
Statt des Lindenbaumes und des Akzisehauses Zebrastreifen und sieben Fahrbahnen am Rißmüllerplatz - Von 500 qm auf 1100 qm Verkehrsfläche
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von der Kreuzung zum Brennpunkt

Statt des Lindenbaumes und des Akzisehauses Zebrastreifen und sieben Fahrbahnen am Rißmüllerplatz
Von 500 qm auf 1100 qm Verkehrsfläche

"... und wenn du an die Ecke Bierstraße kommst, dann achte ja auf die Straßenbahn, hörst du?" So sagte etwa im Jahre 1912 die Mutter zum Abc-Schützen, wenn er ...........

In jenen Tagen gab es noch keinen " Rißmüllerplatz", sondern man sprach bescheidener vom " Natruper Tor", das bis dahin nichts weiter war als eine schlichte Kreuzung des Walles mit Natruper und Bierstraße. Neben der " gefährlichen" Straßenbahn verkehrten dort Fuhrwerke, meistens " Dreckwagen", und seltener mal eine Kutsche. Die von kreisrundem Mauerwerk umgebene Linde vor dem Gasthof an der Ecke Bierstraße stand niemandem im Wege, und von dem Akzisehaus gegenüber konnte sich damals keiner vorstellen, daß es mal verschwinden würde. Kopfsteinpflaster? Das gehörte zu den Selbstverständlichkeiten, und bei eintretender " Verunreinigung" durch PS pflegten die Spatzen in Tätigkeit zu treten.
Früher maß die Diagonale der Kreuzung vom Gasthof an der Bierstraße bis zur gegenüberliegenden Volksschule (jetzt Schwesternheim) 30 Meter von Bordstein zu Bordstein. Heute mißt sie von der an gleicher Stelle wiederaufgebauten Gastwirtschaft an der Bierstraße bis zu den neuen Anlagen gegenüber mit den 5 Springbrunnen 38 Meter.
Vielleicht in Vorahnung kommender Entwicklung erhielt die Kreuzung, die sich allmählich in einen Platz ausweitete, nach dem verdienstvollen Oberbürgermeister Dr. Rißmüller den Namen " Rißmüllerplatz". Und die Entwicklung hat der Besonderheit dieses Namens recht gegeben! Nach und nach fielen - zum Teil unter der Einwirkung der Bomben des letzten Krieges - die Linde, das Akzisehaus, das Haus Gilbert an der Natruper Straße und nicht zuletzt die früher den Eingang zur Bierstraße bildenden Häuser des Gasthofes " Zur Linde" und der Firma Winterhoff. Der steil ansteigende Verkehr, der nach 1948 geradezu explosiv in die Stadt brandete, sog die entstandenen Räume bald für seine Erfordernisse auf.
Aus der kleinstädtischen Kreuzung wurde ein großer Platz, dessen Verkehrsfläche sich von 500 qm auf 1100 qm ausdehnte und über den heute statt der ursprünglichen 4 nunmehr 7 Fahrbahnen laufen. Die leichte Überschaubarkeit der alten Kreuzung am Natruper Tor, der Charakter des Gemächlichen und Kleinstädtischen wich einer zwar wohldurchdachten, aber doch verwirrend wirkenden verkehrlichen Unruhe und Vielfalt, die noch vor einem Jahrzehnt niemand sich hätte vorstellen können! Der Asphalt wurde nunmehr seinerseits zur Selbstverständlichkeit, die Zebrastreifen zum " Leitfaden" der Fußgänger, die Natruper Straße bedeutet nicht mehr eine Fahrbahn, sondern hat deren drei. Trotz allem hat man nicht vergessen, was man dem alten Stadtbild und seinem Charakter schuldig ist und hat neben dem Schwesternheim (der früheren Volksschule) unter Einbeziehung des Gilbertschen Grundstückes eine neue Anlage mit Bänken und Springbrunnen erstehen lassen, um für so viel Zweck und Notwendigkeit einen Ausgleich zu schaffen.
Wenn man das alte Bild von der Kreuzung " Natruper Tor" mit dem Bild aus unseren Tagen vom Rißmüllerplatz (......) vergleicht, wird einem deutlich, wie selbstverständlich es damals war, " über die Straße" zu gehen, und wie kompliziert dieser gleiche Vorgang sich heute darstellt. Und nicht nur das: An diesem bildlichen Vergleich läßt sich ablesen, wie trotz aller äußeren " Regelung" das Lebensgefühl eines jeden sich eingeschränkt und bedroht fühlen muß....


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